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19. November 2008, 01:21 Uhr

Zweifel an SPD-Kanzlerkandidat Steinmeier

Das Hessen-Debakel von Andrea Ypsilanti beschädigt nicht nur die SPD, sondern auch ihren Kanzlerkandidaten Frank-Walter Steinmeier. Nach der Forsa-Umfrage des stern liegt er inzwischen 29 Prozent-Punkte hinter CDU-Chefin Angela Merkel. Forsa-Chef Güllner: "Steinmeier muss etwas tun."

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Kampfauftrag Ökonomie: SPD-Kanzlerkandidat Frank-Walter Steinmeier© Sean Gallup/Getty Images

Nachdem sich die SPD bei jenem legendären Treffen am Schwielowsee neu aufgestellt hatte, verströmte die Partei wochenlang den Geruch von Aufbruch und Optimismus: Franz Müntefering als Parteichef und Frank-Walter Steinmeier als Kanzlerkandidat schienen die richtigen Männer zur richtigen Zeit zu sein. Doch dann versiebte die hessische SPD die Wahl von Andrea Ypsilanti zu Ministerpräsidentin und rief damit die alten Gespenster auf den Plan. Glaubwürdigkeitsprobleme. Flügelkämpfe. Hickhack um die Linkspartei.

Prompt verschlechterten sich wieder die Umfragewerte der Bundes-SPD. Nach der jüngsten Forsa-Umfrage im Auftrag des stern liegt sie nun schon zwei Wochen hintereinander bei 23 Prozent. Die Union büßt einen Prozentpunkt ein und bekäme 36 Prozent. Grüne und FDP können sich leicht verbessern, auf zehn beziehungsweise 13 Prozent. Die Linkspartei taxiert Forsa derzeit auf 12 Prozent.

Unter der Schwäche der SPD beginnt nun auch ihr Kanzlerkandidat zu leiden. Der Abstand zwischen Frank-Walter Steinmeier und CDU-Chefin Angela Merkel ist jedenfalls wieder größer geworden. Könnten die Befragten den Kanzler direkt wählen, würden 52 Prozent ihre Stimme Angela Merkel geben. Für Steinmeier, der als Außenminister eigentlich über einen großen Sympathiebonus verfügt, würden sich nur 23 Prozent entscheiden. "Das ist der schlechteste Wert seit dem Führungswechsel", sagt Forsa-Chef Manfred Güllner im "Café Einstein", dem Web-TV-Interview. Die chaotische Situation in Hessen schlage nun auch auf Steinmeier durch.

Nur innerhalb der SPD-Anhänger hat Steinmeier noch einen großen Rückhalt. 60 Prozent dieser Gruppe würde ihn bei einer Direktwahl als Kanzler bevorzugen. Steinmeier müsse daran arbeiten, diesen Rückhalt auszubauen, meint Güllner. "Er muss noch etwas tun."

Alternativen zu Steinmeier hat die SPD derzeit nicht. Finanzminister Peer Steinbrück, der beim Management der Finanzkrise eine gute Figur machte, scheidet aus einem simplen Grund aus. "50 Prozent wissen nach wie vor nicht, dass er in der SPD ist", berichtet Güllner. "Im Augenblick wird er eher als Gehilfe von Frau Merkel wahrgenommen." Außerdem hat Steinbrück ein Problem, das seinem Amt geschuldet ist. Er gilt als Sachwalter der Finanzen - aber nicht als politische Führungsfigur.

Für Frank-Walter Steinmeier, der jüngst erstmals in die Opel-Krise eingriff und sich damit auf ein neues Politikfeld wagte, gilt im Prinzip Ähnliches. "Es ist seine große Schwierigkeit, dass er das Amt des Außenministers weiter ausüben muss. Das bringt ihm Sympathien, aber das reicht nicht aus. Denn über außenpolitische Themen ist noch keine Bundestagswahl entschieden worden", sagt Forsa-Chef Manfred Güllner. "Er muss also insgesamt politische Kompetenz gewinnen, auch auf dem Gebiet der Ökonomie." Stimmen die Prognosen der Wirtschaftsexperten, hat Steinmeier dazu in den kommenden Wochen reichlich Gelegenheit.

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KOMMENTARE (10 von 20)
 
boernies7012 (14.09.2009, 18:01 Uhr)
Steuersenkungen á la Merkel...
sind genauso wie das FDP-Gefasel vom Mehr-Netto-Vom-Brutto reine Lügen... denn DIE wissen, was sie tun! ("Rettungspakete")> Gelächter in der Südkurve.... Mittlerweile bin ich SO zynisch, dass ich Deutschland diese völlig farblose und inkompetente Person neben Westerwelle sogar wünsche. Denn dass überhaupt jemand Merkel nach dem Duell oder Duett vorne sieht, ist - wie in der Apotheker Zeitschrift, weshalb Frau Dr. Angela Merkel die Apo-Zeitung bevorzugt - reine Wahlpropaganda derer, die wollen, dass alles so bleibt, wie es ist. Steuern ZAHLEN ja die Arbeitnehmer. Die Merkel hat - wie R.Koch heute noch einmal sagte - "in der Krise einen ruhigen Wahlkampf" betrieben. Schlaft weiter, in der Erwartung, die Rechten würden Arbeitsplätze schaffen. Die Wahrheit aber ist: Yes, we can... (pay)
lorac (20.11.2008, 18:59 Uhr)
Steinmeier hin, Steinmeier her!

Die SPD ist ein totes Pferd, zu Schanden geritten durch Leute wie Steimeier,Schröder,Clement und Co.
In Hessen wird die Klatsche kommen, so dov wie manche meinen sind die Wähler nicht und zur Bundestagswahl wird ebenfallsfür die Genossinnen und Genossen nichts erfreuliches herauskommen. Ich tippe in beiden Fällen auf maximal 25%.
ramteid (19.11.2008, 15:24 Uhr)
Nicht schon wieder Steinmeier
Wie wäre es denn mal mit Claudia Roth. Die hält sich überwiegend in ihrer Villa in der Türkei auf, kostet nicht soviel, nur die An - u. Abreise, ist sehr spaßig und Deutschland wird wieder heiterer.
GrundlRoland (19.11.2008, 14:50 Uhr)
Steinmeyer
Das Drehbuch ist dasselbe, nachdem der Stern zusammen mit Forsa seine Kampagne gegen Beck, Ypsilanti und SPD gefahren hat, kommt - wie zu erwarten war - jetzt Steinmeyer an die Reihe. Man wird jetzt die fast tägliche Negativmeldung im Stern lesen, es wäre interessant wer soviel Einfluss beim Unionshofblatt
sowie bei den Merkel-Hofsängern hat.
albundy69 (19.11.2008, 13:01 Uhr)
LÖSUNG
um sympathie zu erwerben könnte unser herr kandidat-aussenminister oder aussenminister-kandidat doch mal zusammen mit dem russischen aussenminister "gegrillte tschtschenen", mit dem dalai lama " gebrochene versprechen", mit dem chniesischen aussenminister "lügen mit senf" und dem luxemburgischen aussenminister "arroganz mit ketchup" kochen. Denn kochen, das kann der Herr Minister, zumindestens etwas was er kann !
manesse (19.11.2008, 12:11 Uhr)
Steinmeier
hätte eine höhere Reputation, wenn er sich vehement gegen die Irrläuferin aus Hessen gestellt hätte. Es war eine schwache Vorstellung, die er als stellvertretender und kommisarischer SPD-Bundesvorsitzender gegeben hat.
universal1909 (19.11.2008, 12:07 Uhr)
Erst war es Kurt Beck...
... nun muss bei GÜLLNER (Kosename Gülle!!!) Steinmeier für die angeblich "schlechten" Werte herhalten. Alles mache, Leute, lest lieber täglich www.nachdenkseiten.de . Dort erfahrt ihr die reine Wahrheit, nichts als die reine Wahrheit.
Skorti (19.11.2008, 11:40 Uhr)
Ob der Güllner ...
wohl seinen eigenen Zahlen glaubt?
oscarherz (19.11.2008, 11:18 Uhr)
offene Fragen
Warum sieht nur Herr Güllner mit Forsa Schqarzgelb vorn? Warum ist es bei Emnid mit wesentlich mehr Befragten genau umgekehrt? Warum verschweigt der Stern diese Umfrage vom Emnid? Ganz einfach, hier wird nicht seriös berichtet, sondern Meinung gemacht. Die Hitlertagebücher lassen grüßen. Was ist nur aus dem Stern geworden.
aeternitas (19.11.2008, 11:09 Uhr)
Wo liegt der Unterschied
zwischen Steinmeier und Merkel?
Ich möchte nur einen einzigen ECHTEN Unterschied außer, dass Steinmeier ein Mann ist und Merkel eine Frau.
Die beiden geben sich gar nichts. Eine Alternative wäre entweder eine junge, hoffnungsvolle Person oder jemand, der ehrlich ist, oder jemand mit Visionen!
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