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22. Januar 2008, 13:34 Uhr

Bundeswehrverband fordert Generalstab

Die Bundeswehr braucht einen Generalstab. Das fordert der Vorsitzende des Deutschen Bundeswehrverbandes, Oberst Bernhard Gertz. "Ich glaube, wir sind so ziemlich die einzige Armee auf der Welt, die nicht über den sogenannten großen Generalstab verfügt", sagte Gertz im Interview mit stern.de.

Der Vorsitzende des Bundeswehrverbandes, Bernhard Gertz© Jan Bauer/AP

Die Bundeswehr braucht einen Generalstab. Das fordert der Vorsitzende des Deutschen Bundeswehrverbandes, Oberst Bernhard Gertz. "Ich glaube, wir sind so ziemlich die einzige Armee auf der Welt, die nicht über den sogenannten großen Generalstab verfügt", sagte Gertz im Interview mit stern.de. Die bisherige Führung von Verteidigungsministerium und Bundeswehr sei vor allem im Hinblick auf Auslandseinsätze zu kompliziert. "Wir brauchen auf jeden Fall eine stärkere Bündelung der militärischen Fähigkeiten an der Spitze der obersten Bundesbehörde. Die klassische Ministerialgliederung mit dem Konsensprinzip zwischen Bedarfsträgern und Bedarfsdeckern und sehr vielen Referaten, die funktioniert für Einsatzführung nicht wirklich", sagte Gertz. Verteidigungsminister Franz Josef Jung (CDU) hat sich bislang immer gegen die Schaffung eines Generalstabes ausgesprochen. Der Bundeswehrverband ist die Interessensvertretung der Soldaten, ihm gehören rund 200.000 Mitglieder an.

Das Bundesverteidigungsministerium weist die Forderung von Gertz zurück. Es sei geplant, zum 1. Juni einen "Einsatzführungsstab" zu errichten, in dem 90 Militärs für die Planung der Bundeswehreinsätze etwa in Afghanistan zusammen arbeiten würden, sagte ein Sprecher. Im übrigen habe sich die bisherige Führungsstruktur bewährt, in der unter Leitung des Generalinspekteurs die drei Inspekteure des Heeres, der Marine und der Luftwaffe kooperieren. Eine von Verteidigungsminister Franz Josef Jung eingesetzte Kommission aus ehemaligen Generalen kam schon 2007 zum gegenteiligen Ergebnis: Sie monierte, dass "Regelungsdichte und Informationsflüsse" bei Auslandseinsätzen die "Grenze des Handhabbaren" überschritten hätten. Die Bundeswehr hatte bei der Wiederbewaffnung auf die Einrichtung eines Generalstabes bewusst verzichtet. Eine solche Institution sei im Blick auf die Willfährigkeit der Wehrmacht bei der Planung der Angriffskriege Hitlers "ideologisch verbrannt", so der Sprecher des Verteidigungsministeriums. Im übrigen hätten keineswegs alle Armeen der Welt einen Generalstab.

stern.de
 
 
KOMMENTARE (1 von 1)
 
testsieger2006 (22.01.2008, 14:02 Uhr)
Reichsbedenkenträger.........
Generationen von BW-Soldaten mußten ja auch mit diesem bescheuerten Ami-Helm rumlaufen, obwohl der Schwerpunkt zu weit oben, die Schutzwirkung geringer war. Erst als die Amis selbst den sog. "Fritz" einführten, traute man sich in Deutschland auf ein moderneres "Wehrmachtsmodell" umzusteigen. Bei Flecktarn war es genau dasselbe Trauerspiel. Lieber Soldatenleben riskieren, als sinnvolle "alte Neuerungen" einführen. Die NVA hatte diese Bedenken nicht und zeigte in dem Punkt mehr Fürsorge für ihre Soldaten.
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