. .
Politik in Deutschland
Schlagzeilen Themen Mobil iPad Blogs Investigativ Hefte
 
Fotocommunity
Fotocommunity

Treffpunkt für ambitionierte Amateurfotografie. Bilder hochladen und bewerten, sich mit anderen Austauschen. mehr...

Weblogs bei stern.de
Weblogs bei stern.de

Die Online-Tagebücher bei stern.de: Freie Autoren schreiben hier persönlich, direkt und eigenständig. mehr...

Information und Unterhaltung mit Steffen Hallaschka
sternTV - Information und Unterhaltung mit Steffen Hallaschka

Vertiefende Informationen zu der aktuellen und den vergangenen Sendungen von sternTV. mehr...

stern Investigativ
stern Investigativ

Das Recherche-Team des stern. Erfahren Sie mehr über die Recherchespezialisten und ihre Enthüllungen von Terrorismus bis Wettmanipulation. mehr...

 
15. Dezember 2009, 07:59 Uhr

Schavan dementiert Tauschhandel mit Ländern

Ihr sagt ja zum Wachstumsgesetz, wir entlasten Euch dafür bei den Bildungsausgaben: Den angeblichen Deal zwischen der Bundesregierung und den Ländern im Steuerstreit gibt es gar nicht, sagt Bundesbildungsministerin Annette Schavan. Die Finanzspritze des Bundes stehe längst fest.

merkel, bundesländer, wachstumsförderungsgesetz, steuersenkungen, carstensen, kubicki

Wehrt sich gegen weitere Forderungen der Länder an den Bund: Bildungsministerin Annette Schavan© Hannibal/DPA

Bundesbildungsministerin Annette Schavan (CDU) hat sich gegen den Eindruck gewehrt, der Bund würde die Länder für ihre Zustimmung zum sogenannten Wachstumsbeschleunigungsgesetz mit weiteren Zusagen in der Bildungspolitik ködern. "Wenn die zwölf Milliarden Euro, die der Bund für die Bildung gibt, dazu helfen, dass sich einzelne Länder weniger beschwert fühlen, ist das ein gutes Ergebnis", sagte Schavan dem "Handelsblatt". Doch die Zusage des Bundes stehe längst. "Alles, was mit dem Bildungsgipfel zu tun hat, war lange klar", so die stellvertretende CDU-Vorsitzende. Vor dem am Mittwoch stattfindenden Bildungsgipfel wehrte sie sich zugleich gegen weitere Forderungen an den Bund.

Wie mehrere Zeitungen berichteten, soll Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) beim Gespräch mit Schleswig-Holsteins Ministerpräsidenten Peter Harry Carstensen (CDU) milliardenschwere Zugeständnisse des Bundes an die Länder in Aussicht gestellt haben. Teil eines Kompromisses könnte ein Entgegenkommen des Bundes bei den zusätzlichen Bildungsausgaben sein. Laut "Lübecker Nachrichten" soll im Zuge der für 2011 geplanten Steuerreform der Verteilungsschlüssel der Steuern zugunsten der Länder verändert werden. Dies könnte auf einen zusätzlichen Mehrwertsteuerpunkt hinauslaufen.

Veto aus Schleswig-Holstein angeblich vom Tisch

Laut "Bild"-Zeitung ist eine Erhöhung des Bundesanteils an den geplanten 13 Milliarden Euro Mehrausgaben für die Bildung auf bis zu 40 Prozent im Gespräch. Zugleich sollen die Länder bei den Jobcentern nur maximal zehn Prozent der Kosten tragen, berichtet das Blatt unter Berufung auf mit den Verhandlungen vertraute Personen. Ferner werde auch über eine sogenannte Öffnungsklausel bei den Sozialkosten diskutiert. Sie soll es den Landesregierungen ermöglichen, von Vorgaben des Bundes abweichen zu können. So sei beispielsweise denkbar, dass der Anspruch auf kostenlose Kindergartenplätze nicht vollständig umgesetzt werden müsse, hieß es.

Laut "Kieler Nachrichten" soll allein Schleswig-Holstein im Sektor Forschung und Bildung um bis zu 100 Millionen Euro jährlich entlastet werden. Auch solle der Anteil des Bundes bei der Finanzierung von Kindertagesstätten und Hochschulen massiv erhöht werden. Für Schleswig-Holstein bringe das unter dem Strich eine Entlastung von bis zu 100 Millionen Euro jährlich. "Kieler Nachrichten" und "Lübecker Nachrichten" berichteten, dass das von Kiel im Bundesrat angedrohte Veto damit offenbar vom Tisch sei.

SPD mahnt zur Einhaltung der Verfassung

Die SPD warnte Merkel davor, den Ländern finanzielle Zugeständnisse zulasten des Bundes zu machen. Schon heute verstoße die Finanzverteilung zwischen den staatlichen Ebenen gegen das Grundgesetz, weil die Länder dem Bund über Jahrzehnte in politischen Streitfragen immer wieder Steueranteile abgepresst hätten, heißt es in einer Aufstellung der SPD-Haushaltspolitiker, aus der die "Süddeutsche Zeitung" berichtet. Inzwischen müssten die Länder dem Bund rein rechnerisch allein für 2010 rund 25 Milliarden Euro überweisen.

Die SPD-Politiker berufen sich dabei auf Artikel 106 der Verfassung, wonach Bund und Länder Anspruch auf die gleichmäßige Deckung ihrer notwendigen Ausgaben durch laufende Einnahmen haben. Die sogenannten Deckungsquoten hätten sich jedoch im Laufe der Zeit dramatisch auseinanderentwickelt. So werde der Bund 2010 nur gut 74 Prozent seiner Ausgaben aus laufenden Einnahmen finanzieren können, bei den Ländern seien es knapp 89 Prozent. 2001 seien die Quoten noch etwa gleich hoch gewesen.

Das vom Bundestag bereits beschlossene Wachstumsbeschleunigungsgesetz steht im Bundesrat an diesem Freitag zur Entscheidung an. Ohne die Zustimmung der Länder können die geplanten Steuerentlastungen von jährlich bis zu 8,5 Milliarden Euro für Familien, Unternehmen und das Hotelgewerbe nicht zum 1. Januar in Kraft treten. Um die Zustimmung der schwarz-gelb regierten Länder soll bis Donnerstagnacht gerungen werden.

mad/DPA
 
 
KOMMENTARE (9 von 9)
 
hamburg123 (15.12.2009, 16:27 Uhr)
Frau Schavan
ist wirklich die schlimmste aller Minister aus der Regierung. Westewelle mag ich überhaupt nicht, aber im Gegensatz zu Schavan ist der auch noch richtig sympathisch.
tannebaum (15.12.2009, 13:36 Uhr)
der staat ist pleite...
...und die länder auch!

aber keiner will es zugeben, denn es wird ja bald wieder gewählt.

über kurz oder lang platzt die bombe ja doch. einschränkung allerorts. soziales und auch anderes wird zusamengestrichen werden müssen. aber mächtig!
Corazito3333 (15.12.2009, 12:51 Uhr)
Realsatire....
für teueres Geld....
knilch_59 (15.12.2009, 12:13 Uhr)
Hühnerhaufen
In der Föderalismusreform der vergangenen Legislaturperiode wurde gerade die Kulturhoheit und Verantwortlichkeit der Länder für Bildung und Erziehung erneut festgeschrieben. Jetzt stellt sich heraus, dass die Länder angeblich finanziell außerstande sind die Verpflichtungen, die sie dort eingegangen sind, und auf denen sie bestanden haben, zu erfüllen. Welcher Idiot hat da was verhandelt?
.
Oder, man hat niemals die Absicht gehabt das, was man in der Verfassung festgezurrt hat auch einzuhalten. Wie ist dann die Schuldenbremse zu verstehen? Gibt es überhaupt noch politische Absichten, die ernst gemeint sind?
.
Unsere gegenwärtige Situation ist schon keine Regierungskrise mehr, sie ist längst zur Staatskrise geworden, in der die politischen Institutionen täglich einerseits Handlungsunfähigkeit beweisen, andererseits aber die organisierte Vertuschung immer neue Höhen erklimmt. In diesem Zusammenhang ist wohl auch die Ablösung von Herrn Brender beim ZDF zu verstehen. Aber auch auf die private Presse schlägt es schon durch. Wie sonst ist zu erklären, dass rund um die Kunduz-Affäre in Stern.de die Kommentarfunktion gesperrt ist?
.
Wenn sich das um Realsatire handeln würde, wäre es in der Tat brillant inszeniert. Es ist aber zu befürchten, dass sich die Akteure anders sehen und gerne ernst genommen werden wollen. Das fällt aber zunehmend schwer.
tannebaum (15.12.2009, 11:41 Uhr)
es geht doch nicht um schawahn..
...sie dementiert doch nur das, was angeblich ihre chefin nie gesagt haben will. nur hatte das duo charstensen/kubicki das wohl anders verstanden.

überhaupt gibt merkel nur noch dinge von sich, die dann nie gesagt oder passiert sind. irgendwer leidet da an wahrnehmungsstörungen...
MRP66 (15.12.2009, 11:07 Uhr)
Drei Kreuze
haben wir gemacht und "Hurrah" geschrien als sie aus Karlsruhe wegging! Was Frau S. hier für einen Scherbenhaufen hinterlassen hatte ist nicht zu beschreiben. Nun hat sie seit einiger Zeit der Bund und dort läuft es nicht anders.
Styx2007 (15.12.2009, 10:36 Uhr)
Schavan??? Wer ist Schavan???
Die überflüssigste aller Minister hat sich mal wieder gemeldet - wahrscheinlich um zu zeigen, dass es sie auch noch gibt. Diese Frau ist so dermassen überflüssig und inkompetent, dass es schon weh tut - und jetzt auch noch diese debile Stellungnahme. Diese Regierung kann man wiklich nicht für voll nehmen!
tannebaum (15.12.2009, 10:08 Uhr)
demnächst...
...wird noch dementiert, dass überhaupt jemand mit jemanden je gesprochen hat. denn so schaut es irgendwie ja aus. nach einem ganz massiven kommunikationsproblem...

ein land per sms zu regieren klappt also doch nicht. und in kopenhagen kann sie auch nicht ewig abtauchen... nicht nur die länderfrage muss geklärt werden, sondern auch die personalie guttenberg (vor allem aber ihre eigene rolle dabei) und dann ist da noch die erhöhung der krankenkasse, die sofort alle in aussicht erstellten erleichterungen auffrisst.

tacheles zu den maroden finanzen ist angesagt, umbau der sozialkassen und vor allem die wahrheit!
VolkerRockel (15.12.2009, 09:12 Uhr)
Das ist schon eine lustige Truppe..
..diei derzeit die Regierung stellt! Und wie geschlossen die sich in den Medien präsentieren,- das ist Realsatire pur!
MEHR ZUM ARTIKEL
Wachstumsförderungsgesetz Zockerei beim Kaffeekranz

Vielen galt er als tapsiger Polit-Bär, aber nun hat Peter Harry Carstensen im Steuerstreit mit Angela Merkel für die Länder offenbar doch tatsächlich etwas herausgeholt - und muss am Ende dennoch auf das Wort der Kanzlerin vertrauen. mehr...

Steuerstreit "Wir werden keine Sonderregelung akzeptieren"

Säbelrasseln vor der Entscheidung im Steuerstreit: Sollte es für einige Länder Sonderregelungen oder Änderungen des Gesetzes geben, drohen nun auch Bayern und Hessen ihre Zustimmung zu verweigern. mehr...

 
Leser werben Leser

Jetzt den stern empfehlen und attraktive Prämie sichern!

 
 
 
 
 
stern - jetzt im Handel
stern (23/2012)
Rettet die Liebe