. .
Politik in Deutschland
Schlagzeilen Themen Mobil iPad Blogs Investigativ Hefte
 
Fotocommunity
Fotocommunity

Treffpunkt für ambitionierte Amateurfotografie. Bilder hochladen und bewerten, sich mit anderen Austauschen. mehr...

Weblogs bei stern.de
Weblogs bei stern.de

Die Online-Tagebücher bei stern.de: Freie Autoren schreiben hier persönlich, direkt und eigenständig. mehr...

Information und Unterhaltung mit Steffen Hallaschka
sternTV - Information und Unterhaltung mit Steffen Hallaschka

Vertiefende Informationen zu der aktuellen und den vergangenen Sendungen von sternTV. mehr...

stern Investigativ
stern Investigativ

Das Recherche-Team des stern. Erfahren Sie mehr über die Recherchespezialisten und ihre Enthüllungen von Terrorismus bis Wettmanipulation. mehr...

 
11. Februar 2010, 06:51 Uhr

FDP-Vize warnt Union vor Wahlbetrug

Der schwarz-gelbe Koalitionsstreit eskaliert: Mit Blick auf die Steuern warnt FDP-Vize Andreas Pinkwart die Union, ihre Versprechen zu brechen. Markige Worte findet auch Parteichef Guido Westerwelle.

Steuer, Steuerdebatte, Steuersenkungen, Westerwelle, Pinkwart, Seehofer, FDP, CSU, Wahlbetrug

Angriffslustig: FDP-Vize Andreas Pinkwart, in dessen Bundesland NRW im Mai ein neuer Landtag gewählt wird© Julian Stratenschulte/DPA

Im koalitionsinternen Streit um Steuersenkungen warnt der stellvertretende FDP-Vorsitzende Andreas Pinkwart die Union vor Wahlbetrug. Teile der Union wollten sich nach und nach von ihren Wahlversprechen absetzen, sagte er dem "Handelsblatt". "Mich erinnert das an das Wahlversprechen der SPD aus dem Bundestagswahlkampf 2005, die Mehrwertsteuer nicht zu erhöhen", sagte Pinkwart. Das sei eine eindeutige Wählertäuschung gewesen. Er warnte die Union davor, "in die gleiche Richtung zu laufen".

Pinkwart kritisierte die Union, eine Steuerreform von der Steuerschätzung im Mai abhängig zu machen: "Wenn es um die Rettung von Banken oder Konzernen wie etwa Opel geht, ist irgendwie immer Geld da. Wenn es aber darum geht, denen mehr von ihrem Geld zu belassen, die den Karren ziehen, dann soll angeblich kein Geld da sein."

Auch Vize-Kanzler Guido Westerwelle beharrt auf Steuersenkungen - trotz der Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts zu Hartz IV. Die Diskussion über das Urteil trage "sozialistische Züge", schreibt der FDP-Chef in einem Gastbeitrag für die "Welt". "Wie in einem pawlowschen Reflex wird gerufen, jetzt könne es erst recht keine Entlastung der Bürger mehr geben, das Geld brauche man für höhere Hartz-IV-Sätze."

"Es scheint nur noch Bezieher von Steuergeld zu geben"

CSU-Chef Horst Seehofer will nach dem Urteil aus Karlsruhe das Arbeitslosengeld II hingegen weitgehend neu regeln und denkt an höhere Kosten. Die bisherigen Regelungen seien "eines Sozialstaats unwürdig", kritisierte Seehofer in der "Süddeutschen Zeitung". Insgesamt rechne er damit, dass für den Bund höhere Kosten für Hartz IV entstehen werden. "Wir dürfen da nicht nur nach Kassenlage entscheiden", sagte er. So müsse es künftig wieder möglich sein, Hartz-IV-Empfänger bei einmaligen Anschaffungen zu unterstützen, wie etwa beim Kauf einer Waschmaschine. Auch sollten die Zahlungen zum Beispiel an die regional unterschiedlich hohen Lebenshaltungskosten angepasst werden können, forderte er.

Westerwelle argumentierte dagegen: Statt über die Frage zu diskutieren, wer mehr staatliche Leistungen bekommt, sollten die Leistungen des Steuerzahlers in den Mittelpunkt gerückt werden. "Dieses Umsteuern ist für mich der Kern der geistig-politischen Wende, die ich nach der Diskussion über die Karlsruher Entscheidung für nötiger halte denn je", schreibt Westerwelle. In Deutschland habe man zu lange die Verteilung optimiert und darüber vergessen, wo Wohlstand herkomme. "Es scheint in Deutschland nur noch Bezieher von Steuergeld zu geben, aber niemanden, der das alles erarbeitet. Empfänger sind in aller Munde, doch die, die alles bezahlen, finden kaum Beachtung", erklärt Westerwelle. Stattdessen fordert er faire Steuern und ein durchlässiges Bildungssystem für die Mitte der Gesellschaft.

Diese Mittelschicht sei in den vergangenen zehn Jahren von zwei Dritteln auf noch gut die Hälfte der Gesellschaft geschrumpft. "Damit bröckelt die Brücke zwischen Arm und Reich. Eine Gesellschaft ohne Mitte fliegt auseinander, und der Politik fliegt sie um die Ohren."

DPA/AFP
 
 
KOMMENTARE (10 von 46)
 
Laramie (11.02.2010, 16:28 Uhr)
@VolkerRockel
Vielen Dank fuer diesen Eintrag. Natuerlich ist die FDP Verfassungsfeindlich. Die muessten eigentlich ueberwacht werden, aber Verfassungsfeinde die im Sinne der Reichen und Maechtigen operieren toleriert man bei uns seit jeher .....
DasBertl (11.02.2010, 15:21 Uhr)
@Tempelhofer
wer soll das sein? Die Schweizgeldflüchtlinge?
Tempelhofer (11.02.2010, 14:45 Uhr)
Völlig korrekte Formulierung
In Deutschland habe man zu lange die Verteilung optimiert und darüber vergessen, wo Wohlstand herkomme. "Es scheint in Deutschland nur noch Bezieher von Steuergeld zu geben, aber niemanden, der das alles erarbeitet. Empfänger sind in aller Munde, doch die, die alles bezahlen, finden kaum Beachtung".

Dem stimme ich voll zu. Es kann nicht sein, dass die Finanzierer des Transfergeldstaates zur vernachlässigten und abkassierten Randgruppe werden.
ganzbaf (11.02.2010, 14:20 Uhr)
Steuersenkungen...

für kleine und mittlere Einkommen wären ja auch richtig ;-)
Hohe Einkommen sollten dagegen auch hoch, bzw. höher besteuert werden.
Dumm nur, dass die FDP eher das Gegenteil davon macht:

Steuerentlastungen für Leute, die eh schon zuviel haben und Mehrbelastungen für den lästigen Rest.
Frei nach dem heimlichen FDP-Schlachtruf: "Eure Armut kotzt uns an!" ;-S
Benkku (11.02.2010, 13:58 Uhr)
Schuß nach hinten los.
"Es scheint in Deutschland nur noch Bezieher von Steuergeld zu geben, aber niemanden, der das alles erarbeitet."

Da soll er sich, seinesgleichen sowie seiner unersättlichen Klientel mal gleich an die Nase fassen. Außerdem ist er, was den Wählerbetrug anbetrifft, noch schlimmer als der andere Gruselverein.

Die ostinate Beschwörung der griffigen Wortschöpfung 'Steuersenkung schafft Wachstum, und Wachstum schafft Arbeitsplätze', ist wohl eher ein Rohrkrepierer gewesen, obwohl trotz Wachstum die Leute massenhaft in die Arbeitslosigkeit gezwungen wurden und täglich nach wie vor werden.
Corazito3333 (11.02.2010, 13:19 Uhr)
und als erstes verzichten die Politiker
auf ein paar Prozente ihres Gehaltes und ihre Nebenjobs bitte voll versteuern und die Rentenansprüche auf ein vernünftiges an den Bürger angepaßtes Maß runterschrauben...
nightmare_online (11.02.2010, 12:24 Uhr)
@tannebaum
Wirklich?
Die FDP wollte VOR der Wahl das Entwicklungshilfe-Ministerium abschaffen. Heute sitzt da ein gewisser Herr Niebel.
Die FDP wolltte VOR der Wahl die Anzahl der Staatssekretäre pro Ministerium von 2 auf 1 senken. Westerwelle gönnt sich nun 3.
Oh und zu den Schulden: Es ist doch wohl die FDP mit ihren abstrusen Forderungem, die primär dafür gesorgt hat, das dieses Land in 2010 etwa genau so viel Schulden aufnehmen wird, wie während der gesamten ersten 4 Jahre von Rot-Grün.
Achja, und noch ein Wort zu den Banken: Was passiert, wenn man nach FDP-Rezept verfahren wäre, können Sie im Geschichtsbuch nachlesen. Unter Weltwirtschaftskrise 1929/30. Was ja bekanntlich am Ende dazu führte, das ein gewisser Herr Hitler (Emigrand aus Ösiland) hier den Laden übernnahm.
Benkku (11.02.2010, 10:49 Uhr)
@tannenbaum
Ich finde es auch nicht richtig, daß der Staat nur deswegen Hungerlöhne aufstockt, wenn sich zwischengeschaltete Leiharbeitsfirmen dumm und dämlich verdienen.
Uwe650 (11.02.2010, 10:43 Uhr)
Vollversorgerstaat
So so Herr Westerwelle möchte keinen Vollversorgerstaat. Für wen bitte ? Wahrscheinlich für dieses Kroppzeuchs, das für sein Geld arbeitet, aber für die Banken und Manager kann es nicht genug sein was den vorn und hinten reingeschoben wird. Die brauchen kein Gehalt, die können von STEUERSubventionen leben. Sorgen sie mal lieber dafür, dass Ihre Schmiergeldzahler erstmal korrekt die Steuern abführen und nicht in der Schweiz bunkern. Dann noch darüber lamtieren, dass die Aufdeckung eine Frechheit sei, wären Hartz IV Betrüger auf der CD wären sie doch der erste gewesen der Mill. in die Hand genommen hätte um an die Daten zu kommen. Pfui, wie kann man nur so verlogen und korrupt sein als Politiker.
Benkku (11.02.2010, 10:35 Uhr)
Nicht zu fassen!
"Es scheint in Deutschland nur noch Bezieher von Steuergeld zu geben, aber niemanden, der das alles erarbeitet."

Ich glaub, mein Kühlschrank wackelt. Da soll er sich, seinesgleichen sowie seiner unersättlichen Klientel mal gleich an die Nase fassen. Außerdem ist er, was den Wählerbetrug anbetrifft, noch schlimmer als der andere Verein.

Die ostinate Wortschöpfung 'Steuersenkung schafft Wachstum, und Wachstum schafft Arbeitsplätze', ist wohl eher ein Rohrkrepierer gewesen, obwohl trotz Wachstum die Leute massenhaft in die Arbeitslosigkeit gezwungen wurden und täglich nach wie vor werden.
MEHR ZUM ARTIKEL
Die Liberalen in der Krise FDP 2010 - verspottet und unbeliebt

Neue Umfragen befeuern die Krise der FDP. Bei stern-Erhebungen kommen die Partei und ihre Minister auf desaströse Werte. Kein Wunder, dass sich gestandene Liberale Sorgen machen. mehr...

FDP Eine Partei regiert sich kaputt

Nix Kopfpauschale, nix Steuersenkungen - NRW-Ministerpräsident Rüttgers hat den Liberalen ordentlich einen mitgegeben. Doch ihren Niedergang hat die FDP selbst zu verantworten. mehr...

FDP-Krisensitzung Die Chaos-Partei

Die FDP ist dabei, jegliche Glaubwürdigkeit zu verlieren. Ob Steuerreform, Kopfpauschale oder Steuer-CD - bei den Liberalen regiert das Chaos und die blanke Panik vor einer Wahlschlappe in NRW. mehr...

Berlin vertraulich! Nach der Wahl ist vor der Wahl

100 Tage nach der Regierungsbildung: Die FDP geht in Krisen-Klausur. Die Kanzlerin jagt beherzt Steuerhinterzieher. Und alle schielen schon zur nächsten Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen. mehr...

 
Leser werben Leser

Jetzt den stern empfehlen und attraktive Prämie sichern!

 
 
 
 
 
stern - jetzt im Handel
stern (23/2012)
Rettet die Liebe