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30. November 2008, 17:33 Uhr

CDU-Spitze gibt Merkel Rückendeckung

Unmittelbar vor ihrem Bundesparteitag in Stuttgart versucht die Union, die Wogen im Steuerstreit zu glätten. Der CDU-Vorstand stellte sich nahezu einhellig hinter die Absage von Kanzlerin Angela Merkel an schnelle Steuersenkungen. Nur eine Abweichlerin verweigerte der Parteichefin die Gefolgschaft.

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Demonstrative Geschlossenheit: CDU-Chefin Angela Merkel, Hessens Ministerpräsident Roland Koch (l.) und CDU-Generalsekretär Ronald Pofalla© John MacDougall/AFP

Im unionsinternen Steuerstreit hat Kanzlerin Angela Merkel vom CDU-Vorstand nahezu einhellige Unterstützung erfahren. In der Sitzung am Sonntag unmittelbar vor dem Bundesparteitag der Christdemokraten in Stuttgart habe es zu dem entsprechenden Leitantrag keine Gegenstimmen und nur eine Enthaltung der Gewerkschafterin Regina Görner gegeben, teilte Generalsekretär Ronald Pofalla mit. Damit sei klar, dass die CDU für umfassende Steuerentlastungen erst nach der Bundestagswahl im September 2009 eintrete. Pofalla hob ausdrücklich hervor, dass auch die Vertreter des Wirtschaftsflügels zugestimmt hätten, aus deren Reihen zuvor der Ruf nach schnelleren Steuersenkungen als Reaktion auf die Finanz- und Wirtschaftskrise laut geworden waren.

Es habe im CDU-Vorstand keinerlei Dissens über das Ziel gegeben, in der nächsten Wahlperiode zu Entlastungen der Steuerzahler mit dem Ziel "mehr Netto vom Brutto" zu kommen und die sogenannte kalte Progression bei der Einkommensteuer zu beseitigen. Übereinstimmung habe auch in der Einschätzung geherrscht, dass aus heutiger Sicht das vom Bundestag beschlossene Maßnahmenpaket zur Stützung der Konjunktur ausreiche. Schließlich werde es zu Investitionen von 30 bis 50 Milliarden Euro führen. Im Übrigen bleibe es bei der Verabredung in der Großen Koalition, Anfang Januar zu überprüfen, ob das Konjunkturpaket verändert werden müsse.

Zuvor hatten bereits führende CDU-Politiker in Sachen Steuerpolitik Geschlossenheit mit der Kanzlerin demonstriert. Hessens Ministerpräsident Roland Koch, Baden-Württembergs Ministerpräsident Günther Oettinger und der Vorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion Volker Kauder erklärten, schnelle Steuersenkungen seien nicht sinnvoll. Zunächst müsse die Wirkung des Konjunkturprogramms abgewartet werden.

Niedersachsens Ministerpräsident und CDU-Chef Christian Wulff ermahnte seine Partei, Merkel Handlungsspielraum zur Bekämpfung der Konjunkturkrise zu lassen. "Der CDU-Parteitag wird an keiner Stelle kurzfristige Handlungsmöglichkeiten der Regierung beschneiden, auch nicht bei möglichen Entlastungen", sagte er der "Bild"-Zeitung. Ausdrücklich wies er auf die Möglichkeit hin, die steuerliche Absetzbarkeit von Krankenversicherungsbeiträgen doch noch vorzuziehen.

Merkel warnte unterdessen erneut vor Aktionismus. Steuernachlässe seien "keine Maßnahme, die speziell auf die augenblickliche Krise zugeschnitten wäre", sagte die Kanzlerin der "Stuttgarter Zeitung". Die Bundesregierung werde nicht leichtfertig die Staatsverschuldung hochtreiben, "nur um das Gefühl zu haben, wir hätten etwas gemacht". "Puren Aktionismus wird es mit mir nicht geben."

Während die kanzlerin eine weitreichende Steuerreform mit niedrigeren Sätzen erst für die Zeit nach der Bundestagswahl plant, schließt sie weitere Maßnahmen zur Ankurbelung der Konjunktur nicht aus. Darüber werde jedoch erst Anfang kommenden Jahres zu entscheiden sein, zitiert die "Stuttgarter Zeitung", die Kanzlerin. Die CDU-Vorsitzende hob hervor, trotz der Wirtschaftskrise brauche man "in Deutschland nicht mehr Staat". Allerdings bedürfe es auf internationaler Ebene neuer Institutionen, um vergleichbare Krisen künftig zu vermeiden. "So wie wir einen UN-Sicherheitsrat haben, brauchen wir auch einen Weltwirtschaftsrat", forderte Merkel.

In Deutschland selbst sei eine wesentliche Zielrichtung ihres Krisenmanagements, den Mittelstand vor einer Kreditklemme zu bewahren. Die Kanzlerin forderte die Banken auf, entsprechende Kredite zu vergeben. Die Finanzbranche dürfe "nicht glauben, sie habe eine Bestandsgarantie, wenn sie nicht das bietet, was ihre Geschäftsgrundlage ist", erklärte Merkel.

Die CDU will mit dem Parteitag den Grundstein zum Erfolg im kommenden Superwahljahr legen. Am Montag werden die 1001 Delegierten die gesamte Führungsspitze einschließlich der Vorsitzenden Merkel neu wählen. Dazu gehören auch die vier Stellvertreter, die Mitglieder des Präsidiums und 26 weitere Vorstandsmitglieder. Die Parteiführung setzt ungeachtet des anhaltenden Zwists in der Steuer- und Wirtschaftspolitik auf ein Signal der Geschlossenheit. Merkel will eine Grundsatzrede halten.

Merkel hatte vor zwei Jahren ein Ergebnis gut 93 Prozent erhalten. Bei den Stellvertreter-Wahlen hatte es hingegen in Dresden enttäuschende Ergebnisse für die Ministerpräsidenten Roland Koch (Hessen), Christian Wulff (Niedersachsen) und Jürgen Rüttgers (Nordrhein-Westfalen) gegeben, weil sich ihre Landesverbände uneinig waren.

DPA/AP/Reuters
 
 
KOMMENTARE (10 von 20)
 
n8g8 (02.12.2008, 20:34 Uhr)
@cobdet
Es ist wirklich herzrührend, wie Sie knilchs Leseschwäche hier verteidigen. :-)
Bei Ihren Maßstäben erscheint U2 wahrscheinlich auch als verfassungsfeindlich, weil sich der Name aus Kürzel und Nummernkürzel zusammensetzt.
Warum regen Sie sich eigentlich nicht einmal (!) über Kürzel auf, wenn staatliche Stellen das Arg, die ARGE und das Ärgerniss installieren, zumal eindeutig mit faschistoider Wirkung in eine gewisse Richtung?
Zu Ihrer Beruhigung: Mein Nick ist mir anläßlich der Nacht in Ro(h)stock zu Heiligendamm "zugeflogen", wie ein Pflasterstein aus dem Schotter-Straba-Bett, an das die Polizei gezielt nach Vorgaben des Ordnungsamtes die Demo geführt hat. Also - abgesehen von G8 - alles nazitechnisch völlig unbedenklich. Ich bleibe bei meinem Nick, DENN der G8-Gipfel hat gezeigt, wie mies es inzwischen um das Grundgesetz hierzulande bestellt ist (Tornados, Käfige, polizeiliche Nazi-Infos zu linke Camps & Co.) und wie auf der anderen Seite - ZUM GLÜCK - effektiv friedliche Demos sind und zwar trotz Propaganda-Medien. Stichworte: Existenzvernichtung der Bauern durch "marodierende" Horden, die den Feldweg benutzen - abgesehen sie werden von der Polizei in den Graben geschubst.
Wegen Leuten mit Leseschwäche lasse ich von meinem Nick und diese lehrreiche Erinnerung nicht ab, sorry! Und falls knilch meinen Nick lesen kann (These?), kann er auch den Inhalt meiner Kommentare lesen (Anti-These?) und sollte auch befähigt sein, beides in Zusammenhang zu verstehen (Synthese!).
Gute N8
Gisella (01.12.2008, 11:06 Uhr)
Rückendeckung
für Merkel-na klar, alle wollen doch schliesslich in ihren Ämtern -nach der Wahl-bleiben. Und solange die Wähler dieser Dame auch "Rückendeckung" zukommen lassen, indem sie wiedergewählt wird, ist doch eigentlich alles "paletti"-oder????? Es liegt doch alles in unseren Händen, neee wieder "zerfleischen wir uns hier gegenseitig.Und der "Gewinner"ist.............
cobdet (01.12.2008, 07:05 Uhr)
@n8g8
vielleicht sollten sie dann doch mal überlegen ihren Nick zu ändern.Vielleicht irritiert Knilch ja der Buchstabencode 88 in ihrem Nick. Wird/ wurde von den Nazis als H..eil
H...itler benutzt.
Und da hier einige Nicks eindeutig Codes als Signal für ich bin "ein Gleichgesinnter (obwohl ja Gleichgeschalteter richtiger wäre) benutzt werden ist jeder Irrtum bei ihnen erst einmal vorprogrammiert
n8g8 (30.11.2008, 23:39 Uhr)
@knlich
Steigen Sie doch einmal einfach von Ihrem hohen Ross herunter und LESEN Sie, was ich zu Ihnen kommentiert habe.
Wenn Sie das nicht nachholen, machen Sie sich hier lächerlich.
*peace*
knilch_59 (30.11.2008, 23:33 Uhr)
@n8g8 – getroffene Hunde …
Selbst wenn ich blind wäre (zum Glück noch nicht), könnte ich braune Scheiße immer noch riechen, wenn ich mich Ihr nähern sollte. Das scheint uns zu unterscheiden. Sie sind zwar nicht blind, sehen aber trotzdem nichts.
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Die Inszenierung von Parteitagen „von oben“ ist Merkmal aller antidemokratischen Systeme seit Überwindung der Monarchien oder ausgewiesenen Diktaturen. Ob Parteitage der NSDAP, KPDSU, SED, oder CDU, das Funktionsschema ist das Gleiche: Da etabliert die Parteispitze ominöse Leitanträge, die dann in den Redebeiträgen mehr oder weniger beweihräuchert werden. Dann erfolgt die Zustimmung mit 98% + x. Anschließend erfolgen die Personenwahlen – schon längst im Hinterzimmer ausgeklüngelt. Zustimmung von unter 85 % gilt als Schwächung des Kandidaten.
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Ich warte immer noch auf die politischen Positionen, über die wir streiten sollen. Aber vermutlich wäre es Ihnen ja lieber, wenn solche Typen wie ich von Schäuble gebundestrojanert würden, bei Nacht und Nebel abgeholt und als Tester für die Unbedenklichkeit von Atomkraftwerken an der Reaktorwand nackgescannt werden, bis der Arzt kommt. Sie halten es für richtig, dass der saarländische Ministerpräsident die Wiedereinführung der Pendlerpauschale als wichtiges Signal für die Leistungsträger im Land ansieht, weil Leistungsträger für Sie nur sein kann, wer nicht in der Nähe seines Arbeitsplatzes wohnt.
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Der CDU fehlt jedes Rezept, wie die Herausforderungen der Zukunft bewältigt werden könnten. Das hat sie mit den anderen Parteien gemeinsam. Der Unterschied ist die bessere Verpackung: Sie behauptet, das Rezept zu haben, verrät es aber nicht. Und die Wähler glauben das. Wenn das mal keine Etablierung von Führerkult ist?
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Und Sie machen mit - Hurra! Die Fahnen hoch, die Reihen fest geschlossen!
n8g8 (30.11.2008, 22:25 Uhr)
@knilch: Suchen Sie Ihren Blinden-Stock!
Auf der Suche nach einem Führer bin ich wirklich nicht. -
Vieleicht überfordert Sie auch mein Ansatz und ich habe Sie in Ihrem politischen Gespühr überschätzt.? Allein schon, dass Sie mich in einen braunen Sack packen wollen, enttäuscht mich über Ihre kognitiven Fähigkeiten. Was solls.
Es geht um die Vorstufe von richtig oder falsch, nämlich OB das CDU-Programm überhaupt diskutiert wird.
Offensichtlich haben auch Sie nicht begriffen, wozu ein Parteitag in einer demokratischen Partei eigentlich gedacht ist... Schade.
Obwohl...!
knilch_59 (30.11.2008, 22:12 Uhr)
@putinki, @n8g8 – reingefallen!
Sie merken noch nicht mal, wie sehr sie mich mit Ihrer Attacke gegen mich ins Recht setzen:
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Da schreibe ich schon mal was Anerkennendes über die CDU („Hauptsache, die anderen Parteien geben ein noch erbärmlicheres Bild ab“), und Sie meinen sich trotzdem damit negativ auseinander setzen zu müssen.
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Aber dass ich mit dem Horst-Wessel-Lied die CDU in direkten Zusammenhang zur NSDAP bringe, entgeht Ihrer Aufmerksamkeit, weil sich darin auch Ihr persönliches Gedankengut wiederfindet. Tja, Nazi kann man heutzutage auch prima sein, indem man CDU wählt.
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Das Einzige, was ich von allen fordere, ist die Abkehr vom blinden Kadavergerhorsam („Kanzlerwahlverein“, „dumpfbackige Wählerinnen und Wähler“). Wir brauchen dringend bessere Poltiker, die weniger aus machttaktischen Spielchen nichts sagen, als offensiv für Ihre Meinung zu streiten. Auf der Basis von Argumenten, Zielen und realistischen Vorstellungen bin ich auch gerne bereit, mich über politische Strömungen zu streiten. Aber dazu war die CDU/CSU seit jeher das falsche Pflaster. Sie ist die typische deutsche Partei „der Mitte“. Hauptsache, kein Streit, Hauptsache keine Veränderungen und schon gar keine Experimente.
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Was am CDU-Programm finden Sie richtig? Ich freue mich schon darauf, hierüber mit Ihnen zu diskutieren!
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Ohne diese Sachdebatte bleiben Sie beide für mich Verirrte auf der Suche nach einem Führer!
n8g8 (30.11.2008, 21:53 Uhr)
@Putinki
Nach Ihrer Farbenlehre ist dann BRAUN (gemischt aus grün und rot) die einzige ALternative. -
Zu was eigentlich?
Sie treffen "bunte" Empfehlungen auf einer schwarz-weissen Palette.
Der Rest würde ja auch so ein einfaches, einfarbig braunes Gemüt wie Ihres restlos farblos überfordern. ;-)
demireux (30.11.2008, 21:45 Uhr)
"Soso...
...hmmmhmmm, jaa, jaa...blablabla...Applaus, Applaus!!" Das wird der morgige Tenor bei der Versammlung sein, "Wetten das ";-) fehlt neben einem Aufmarsch von einem Haufen Inkompetenz der politischen Führung nur noch ein semioptimales Auslaufmodell eines Moderators (spontaner Einfall: Gottschalk?) und der Scherz zum 1. Advent wäre perfekt!
Mal ehrlich, wenn es sich irgendeiner von den "Spitzenpolitikern" in den Reihen der Union auch nur annährend erlauben würde, jetzt aus dem pseudounisono herrschenden Meinung auszuscheren...der kann sich doch seine Karriere an den Hut stecken und wäre politischen von der Bildfläche weggefegt...daher werden alle den Ball flachhalten, ein 90+x Ergebnis der Kanzlerin schenken (der Rest läuft eh unter "ferner liefen") und alle werden sich als die Heilsbringer der Zukunft sehen :-)))
n8g8 (30.11.2008, 21:39 Uhr)
@knilch
Sie haben bei dem "erbärmlichen" Bild Die.Linke unterschlagen, die in den letzten drei Jahren KEIN solches erbärmliches Bild von sich gibt und die auch - im Gegegensatz zur CDU/CSU und SPD - öffentlich innerparteiliche Widersprüche und ihre Vergangenheit offensiv und transparent aufarbeitet. Ich verfolgte die Parteitage seitdem und kann davon reden/schreiben.
Also werfen Sie bitte nicht alle in einen Topf der Unfähigen und Undemokraten, es gibt durchaus Parteien, die (auch auf ihren Parteitagen) Wert auf offenen Diskurs legen.
Vielleicht sollten Sie mal - bei nächster Gelegenheit - den Bundes-Parteitag von Die.Linke verfolgen, Sie sind sicher überrascht, welche und wie offen Diskussionen dort öffentlich geführt werden.
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