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Wie gut spielt SPD-Kanzlerkandidat Frank-Walter Steinmeier Schach, das Spiel der Strategen? Als Ente hat sich jedenfalls ein Bericht entpuppt, der Außenminister übe das Bauernopfer als Zeitvertreib mit seiner Gattin. In Berlin verlassen überdies zwei vermeintlich große Juristen den Bundestag.
SPD-Vize-Fraktionschef Ludwig Stiegler ist selten um deftige Worte verlegen. Nun aber ist er übers Ziel hinausgeschossen: Der Unions-Slogan "Sozial ist, was Arbeit schafft", erinnere ihn an eine Inschrift am KZ Auschwitz.
Am Wochenende wählt die bayerische SPD in Weiden in der Oberpfalz eine neue politische Führung: Parteichef wird der Bundestagsabgeordnete Florian Pronold, Generalsekretärin die Münchner SPD-Landtagsabgeordnete Natascha Kohnen. Wie schwer der neue Job werden wird, fasst Pronold knapp zusammen: "Kanzler ist mir viel zu einfach."
Die bayerische SPD schwankt zwischen Aufbruchsstimmung und Realitätsverlust. Auf ihrem Programmparteitag in Weiden setzen sie auf Bildungs- und soziale Gerechtigkeit - und schneiden sich ein Stück vom weiß-blauen Kuchen ab, den die CSU schon seit Jahren backt.
Öffentlich hat er mit dem Ruhestand geliebäugelt, jetzt will Christian Ude, Münchens OB, doch nochmal das große Rad drehen - als SPD-Kandidat bei der Landtagswahl 2013. Seine Partei ist schon völlig aus dem Häuschen.
Hessens SPD-Spitzenfrau Andrea Ypsilanti hat die Entscheidung über eine rot-grün-rote Kooperation in Hessen vorerst verschoben. Am 5. April will sie auf jeden Fall nicht als Regierungschefin kandidieren. In Berlin ist nun am Mittag der arg gebeutelte Parteichef Kurt Beck dran. Von ihm wird, wie auch immer, ein Befreiungsschlag erwartet.
SPD-Chef Kurt Beck ist wieder gesund und will nach den Chaos-Wochen nun Ordnung in seine Partei bringen. Doch in Berlin bläst ihm ein eisiger Wind entgegen. Der konservative "Seeheimer Kreis" fordert, Beck solle auf die Kanzlerkandidatur verzichten. Generalsekretär Hubertus Heil schloss einen Rücktritt Becks als Parteichef indes aus.
Zuletzt stand Franz Müntefering recht allein in der SPD mit seiner Gegenwehr gegen den Vorschlag von Parteichef Kurt Beck, das Arbeitslosengeld länger auszuzahlen. Doch jetzt haben sich die "Stones" eingemischt: Außenminister Frank-Walter Steinmeier und Finanzminister Peer Steinbrück. Beide wollen noch etwas werden in der Partei, und beide gelten als Verfechter der Agenda 2010.
Im Streit um die Vertrauensfrage liegen die Nerven blank. Jetzt wirft auch SPD-Bundestagsfraktionsvize Ludwig Stiegler dem Staatsoberhaupt mangelnde Zurückhaltung vor. Kanzler Schröder hält die Kritik an Köhler für "völlig unerträglich".
Jetzt geht's los. Die Verkündung des Wahltermins 18. September durch den Bundespräsidenten war der offizielle Anpfiff für ein Match, das kurz aber heftig zu werden verspricht.
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