22. Oktober 2012, 16:30 Uhr

Holocaust-Leugner Williamson muss wieder vor Gericht

Bischof Richard Williamson ist erneut wegen Volksverhetzung angeklagt. 2008 hatte er den Mord an sechs Millionen Juden durch die Nazis und die Existenz von Gaskammern bestritten.

Williamson, Volksverhetzung, katholische Kirche, Juden, Nazis, Holocaust-Leugner

Bischof Richard Williamson muss sich wieder wegen Volksverhetzung vor Gericht verantworten©

Der Holocaust-Leugner Bischof Richard Williamson hat gegen den Strafbefehl des Amtsgericht Regensburg Einspruch eingelegt. Darin wird dem Bischof erneut Volksverhetzung vorgeworfen. Das Hauptverfahren werde voraussichtlich im kommenden Jahr in Regensburg stattfinden, sagte ein Gerichtssprecher. Der Fall Williamson hatte die katholische Kirche in eine schwere Krise gestürzt.

Eine erste Verurteilung des Bischofs hatte das Oberlandesgericht (OLG) Nürnberg im Februar wegen Verfahrensmängeln kassiert. Daraufhin hatte die Staatsanwaltschaft den Strafbefehl überarbeitet. Es geht um einen Betrag von maximal 6500 Euro (100 Tagessätze zu je 65 Euro).

Mord an sechs Millionen Juden bestritten

Der heute 72-jährige Williamson hatte 2008 im Interview mit einem schwedischen Fernsehsender im Priesterseminar der Piusbruderschaft in Zaitzkofen bei Regensburg den Mord an sechs Millionen Juden durch die Nazis und die Existenz von Gaskammern bestritten.

Gegen einen ersten Strafbefehl hatte Williamson ebenfalls Einspruch eingelegt. Zwei Gerichte hatten den Bischof wegen Volksverhetzung verurteilt, ehe das OLG das Urteil aufhob. Auch in der Neuauflage ist mit einem Gang durch sämtliche Instanzen zu rechnen. Williamson muss selbst nicht vor Gericht erscheinen.

pas/DPA
 
 
MEHR ZUM ARTIKEL
Bischof Williamson verurteilt Holocaust-Leugner kommt billiger davon

Der Holocaust-Leugner und umstrittene Bischof Richard Williamson ist in Regensburg wegen Volksverhetzung zu einer Geldstrafe von 6500 Euro verurteilt worden. Die Strafe ist 3500 Euro niedriger als in der ersten Instanz, weil sich Williamson erfolgreich arm gerechnet hat. Ob er jemals zahlen wird, ist trotzdem fraglich.

Geldstrafe für Holocaust-Leugner Williamson will gegen Urteil vorgehen

Der wegen Volksverhetzung vom Amtsgericht Regensburg verurteilte Holocaust-Leugner Richard Williamson akzeptiert die ihm auferlegte Geldstrafe in Höhe von 10.000 Euro einem Fernsehbericht zufolge nicht. Der Bischof der erzkonservativen Piusbruderschaft werde gegen das Urteil Rechtsmittel einlegen, sagte sein Sprecher Matthias Loßmann.

Holocaust-Leugner Pius-Bischof Williamson bleibt Volksverhetzungs-Prozess fern

Vor dem Amtsgericht Regensburg hat am Freitag der Prozess um die Leugnung des Holocaust durch den britischen Bischof Richard Williamson begonnen. Obwohl das Gericht sein Erscheinen zum Prozessbeginn angeordnet hatte, lässt sich der zur erzkonservativen Piusbruderschaft gehörende Geistliche von einem Anwalt vertreten.

 
 
 
stern - jetzt im Handel
stern (22/2013)
Hoffen oder handeln?