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7. September 2008, 11:04 Uhr

SPD plant Wirtschaftswahlkampf

Auch wenn die offizielle Bestätigung noch aussteht: Die SPD hat sich auf Frank-Walter Steinmeier als Kanzlerkandidat festgelegt. Auch das Wahlkampfkonzept der SPD steht bereits fest: Steinmeier will mit Wirtschaftsthemen punkten. Aber nicht nur damit.

Setzen auf Wirtschaftsthemen für den Wahlkampf: SPD-Kanzlerkandidat Frank-Walter Steinmeier (l.) und SPD-Chef Kurt Beck© Markus Schreiber/AP

Die SPD will mit den Themen Wirtschaftswachstum und Bildung in den Bundestagswahlkampf 2009 ziehen. Das berichtet die Nachrichtenagentur DPA unter Berufung auf ein elfseitiges Strategiepapier für die Klausurtagung am Schwielowsee. Wichtigster Punkt: Bis zum Jahr 2020 sollen 500.000 neue Jobs entstehen. Dazu soll der Staat Zukunftsbranchen wie Erneuerbare Energien gezielt fördern.

Darüber hinaus möchte die SPD die gleiche Bezahlung von Männern und Frauen durchsetzen. Die bisherige Benachteiligung von Frauen müsse beendet werden, heißt es in dem Papier. Ferner will die Partei untere und mittlere Einkommen durch Senkung der Sozialabgaben entlasten. Spitzenverdiener und besonders Vermögende sollen dagegen bei einem SPD-Wahlsieg durch eine "gerechte Besteuerung" stärker zur Finanzierung von öffentlichen Aufgaben herangezogen werden.

Die Rückkehr zur Vollbeschäftigung hält die SPD-Spitze für erreichbar. "Unsere Zielperspektive bleibt höchste Beschäftigung in Deutschland." Bekräftigt wird die Forderung nach flächendeckenden Mindestlöhnen und staatlichen Hilfen bei einem schnelleren Einstieg in den Arbeitsmarkt. Die Einführung der Rente mit 67 bis zum Jahre 2029 wird in dem Papier ausdrücklich bestätigt. Für besonders belastete Arbeitnehmer sollen "unbürokratisch flexible Übergänge vom Erwerbsleben in den Ruhestand" geschaffen werden. Dazu gehören die Fortsetzung der Altersteilzeit und eine Weiterentwicklung der Teilrente.

Außerdem soll die Arbeitslosenversicherung in eine Arbeitsversicherung umgewandelt werden, um künftig damit auch die Weiterbildung finanzieren zu können, berichtet die "Bild am Sonntag". Die Ausgaben für Bildung sollen deutlich steigen. Ab 2013 soll der Besuch von Kindertagesstätten kostenlos sein. Gut qualifizierte Handwerker sollen auch ohne Abitur studieren dürfen.

Das "Handelsblatt" berichtete am Sonntag, die SPD wolle wieder stärker um die Wähler der politischen Mitte werben. Das sei eine der Kernbotschaften des Strategiepapiers. Damit trage das Konzept eindeutig die Handschrift Steinmeiers, der bereits im Februar betont hatte, dass die SPD nur dann Chancen auf einen Erfolg bei der Bundestagswahl 2009 haben könne, wenn sie wieder die politische Mitte anspreche - und neben einem sozialpolitischen Programm auch eine Politik für Leistungsträger anbiete.

DPA/Reuters
 
 
KOMMENTARE (5 von 5)
 
knilch_59 (07.09.2008, 22:25 Uhr)
Wirtschaftswahlkampf?
Was heißt das? Rauchverbot in allen Kneipen und von allen Schornsteinen? Rotwein und Carpaccio für alle? Von welcher Wirtschaft redet der? Da gehe ich nicht hin - vermutlich treibt sich zuviel Seeheimer Gesindel dort rum.
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Die Wirtschaftskompetenz der derzeitigen SPD ist sogar noch geringer als christliche Werte in der Union!
Blacky007 (07.09.2008, 13:54 Uhr)
Steinmeiers Träumereien
500.000 neue Jobs bis 2020 und gleicher Lohn für Frau und Mann - bedeutet doch im Klartext:
500.000 1 EUR-Sklaven mehr für die Konzerne und eine Angleichung der Löhne für Männer auf das Niveau von Frauen. Wetten?
Dann kommt da noch die Umwandlung der Arbeitslosenversicherung in eine Arbeitsversicherung - also eine weitere Zweckentfremdung von Steuergerldern. Wie wäre es denn mit einem vernünftigen Reformpaket und der Umstellung der Steuer von proggressiv auf linear, damit die Menschen endlich wieder mehr vom Brutto haben und damit der Binnenmarkt wieder angekrubelt wird. Wo ist der Wille diesen Staat endlich zu entbürokratisieren? Dazu scheinen unsere Möchtegern-Politiker wohl allesamt nicht in der Lage oder wollen es erst gar nicht.
OttoB (07.09.2008, 13:41 Uhr)
Wirtschaftswahlkampf
Heißt das alles für die Wirtschaft um später einen hoch bezahlten Job zu bekommen wie z.B.Schröder und Clemens.
Die Menschen in Deutschland sollen wieder mit Wahlversprechen geködert werden um dann weiter ausgenutzt zu werden.
Um wieder in die Mitte zu kommen kann man nur Links wählen.
sebale1 (07.09.2008, 12:44 Uhr)
Steinmeier- wofür stehst du ???
Wo ist die politische Mitte ?
Die gibt es kaum oder nicht mehr .
Es gibt die, die immer mehr haben
Es gibt die, die systembedingt gut versorgt sind und alles tun, das beizubehalten (Beamte, Pension.Beamte u Politiker)
es gibt (rückläufig) ordentlich bezahlte Facharbeiter, einige Handwerker u. Angestellte.
...und (stark wachsend) die, die immer weniger haben (einfache Arbeiter, Leiharbeiter, Hauptanteil der Rentner, Arbeitslose, und ihre
Familien.
Steinmeier - wo ist also deine Mitte ?
Wirtschaftswahlkampf - für das obere Drittel ?
Wer redet mal von einem Wahlkampf für die Mehrheit der Menschen ?
Es geht - man kann sozial denken und handeln, man kann Rahmenbedingungen für wirtschaften wettbewerbsfähig halten - das ist kein Widerspruch. Warum die poalrisierung ? - es erklärt sich aus verpflichtungen den Lobbyisten gegenüber, um noch MEHR zu raffen.
Steinmeier wird scheitern, man begreift nicht, worum es eigentlich geht und was die Aufgabe ist - dem (fganzen) olk gegenüber
universal1909 (07.09.2008, 11:26 Uhr)
Wichtiger wäre ein Grundkonsens zu finden, wie..
Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit.
Freiheit, das heißt Freiheit vor der Unterdrückung durch einen allmächtigen Staat ebenso wie durch einen allmächtigen Markt.
Gleichheit, das bedeutet nicht materielle Gleichheit, aber Gleichheit vor dem Gesetz und in den Lebenschancen.
Brüderlichkeit, das heißt Solidarität mit jenen, die ihre Lebenschancen nicht so gut nutzen konnten wie andere – aus welchen Gründen auch immer.
In meinen Augen sind diese Werte universell, zu ihnen können sich Menschen aus allen Kulturkreisen bekennen. Lasst uns dieses Bekenntnis in unserem Land gemeinsam mit neuem Leben füllen.
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