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13. Juli 2008, 12:07 Uhr

Obama glättet die Wogen

US-Präsidentschaftskandidat Barack Obama wird bei seinem Deutschland-Besuch wohl nicht vor dem Brandenburger Tor in Berlin auftreten. Er wolle nicht, dass der Ort seiner Rede vom Inhalt ablenke und einen Streit auslöse, sagte Obama.

In den USA füllt der brillante Redner ganze Stadien: Barack Obama© Chip Somodevilla/Getty Images

US-Präsidentschaftskandidat Barack Obama bemüht sich um eine Glättung der Wogen im Streit über eine mögliche Rede vor dem Brandenburger Tor in Berlin. Der Inhalt seiner geplanten Rede sei wichtiger als der Ort, sagte Obama am Sonntag während eines Fluges nach San Diego auf die Frage, ob er vor dem Brandenburger Tor sprechen wolle. "Ich möchte lediglich darlegen, wie ich über die Rolle der kommenden US-Regierung beim Wiederaufbau der transatlantischen Allianz denke." Sein Team suche nach einem geeigneten Ort dafür, habe aber keinen bestimmten Platz im Sinn. Keinesfalls sei ihm an einer Kontroverse gelegen.

Die Überlegungen für eine Rede Obamas am Brandenburger Tor hatten in der großen Koalition zu Spannungen geführt. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hatte einen medienwirksamen Auftritt vor dem Symbol der deutschen Einheit mitten im Wahlkampf um die US-Präsidentschaft für unangebracht gehalten. Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) hatte den Plan indes begrüßt. Am Samstag hieß es in Regierungskreisen in Berlin, Obama werde wohl nicht vor dem Brandenburger Tor auftreten. Wo Obama stattdessen öffentlich reden werde, stehe aber noch nicht fest. Die Entscheidung falle kommende Woche einvernehmlich zwischen Bundesregierung, dem Berliner Senat und Obamas Stab.

Merkel sagte der "Bild am Sonntag": "Ich freue mich sehr auf den Besuch und unser Gespräch, schon deshalb, weil ich ihn persönlich noch nicht kenne." Dabei betonte sie nach den Differenzen der vergangenen Tage einen Schulterschluss mit Steinmeier: "Es ist für mich und Außenminister Steinmeier wertvoll, dass der voraussichtliche Präsidentschaftskandidat der Demokraten in Berlin seine transatlantischen Positionen darlegt."

Ein Kompromiss in dem Streit hatte sich schon am Freitag abgezeichnet: Regierungssprecher Ulrich Wilhelm sagte, dass die Bundesregierung und Obamas Stab an einer "einvernehmlichen und guten Lösung" arbeiteten, "die von allen getragen werden kann" - ein indirekter Hinweis auf die Suche nach einem Ausweichort. Der Berliner "Tagesspiegel am Sonntag" berichtete unter Berufung auf Obamas Wahlkampfzentrale in Chicago, an diesem Montag kämen seine ersten Mitarbeiter nach Berlin, um einen geeigneten Redeort zu suchen. Ein Sprecher des Berliner Senats sagte, in der ersten Hälfte dieser Woche solle die Entscheidung darüber fallen. "Das Brandenburger Tor steht aber nach wie vor zur Verfügung."

Druck aus Washington dementiert

Wilhelm hatte am Freitag Berichte zurückgewiesen, US-Präsident George W. Bush habe Druck auf Merkel ausgeübt, dem Kandidaten der gegnerischen Demokraten die Rede vor dem Brandenburger Tor zu verweigern.

Für den Besuch sind bislang Treffen mit der Kanzlerin und mit dem Außenminister geplant. Weitere mögliche Stationen Obamas sind US-Militäreinrichtungen in Deutschland. Auf der Reise in europäische Hauptstädte, in den Irak und nach Afghanistan wird Obama von dem republikanischen Senator Chuck Hagel und den demokratischen Senator Jack Reed begleitet. Beide haben einen militärischen Hintergrund und werden trotz ihrer unterschiedlichen Parteizugehörigkeit als mögliche Vizepräsidentschaftskandidaten gehandelt. Hagel und Reed seien Experten für Außenpolitik und spiegelten einen überparteilichen Ansatz wider, sagte Obama.

DPA/AP/Reuters
 
 
KOMMENTARE (10 von 38)
 
Dirk_Mirow (14.07.2008, 16:19 Uhr)
Kommt einfach alle!

Und macht Euch selbst ein Bild!
Barack Obama kommt am 24. Juli nach Berlin und wird eine Rede halten. Nicht vor dem Brandenburger Tor, aber das ist ja auch völlig egal.
Ich würde mich freuen, wenn möglichst viele von Euch dazu kommen! Hier könnt Ihr Euch auf der Obama-Seite dafür registrieren lassen:
http://my.barackobama.com/page/event/detail/4gjvp
Bitte leitet diesen link auch an andere Interessierte weiter. Vielen Dank!
Herzliche Grüße,
Dirk Mirow
Known (14.07.2008, 10:53 Uhr)
@Loki
Lieber Loki-Arschgard, ich muss hier gar nichts beschwichtigen. Ich sage es nochmal, ich finde auch nicht alles toll was Amerika tut oder was der nächste Präsident vielleicht tun wird, jedoch bin ich der Meinung, dass man seine eigene Erbärmlichkeit deutlich zeigt, wenn man den USA permanent "Völkermord" vorwirft. Das sollten Sie doch wissen: Sie und Ihre Spießgesellen haben doch die meiste Erfahrung damit.
Loki-Asgard (14.07.2008, 06:51 Uhr)
@Known
Sie mal einer an hier ist der Known. Ich habe mir schon Sorgen gemacht nachdem zur Folter des Kindes in Gitmo kein beschwichtigender Kommentar des Known kam, na ja ist er halt doch nur Feige.
Dirk_37 (14.07.2008, 05:59 Uhr)
Lasst mal die Luft raus, Leute!!!
Bei einigen der letzteren Kommentare ist wohl jeglicher Sinn für Sachlichkeit abhanden gekommen. Man kann ja zu den USA stehen wie man will, historische Tatsachen sollten trotzdem als solche akzeptiert werden. Und vor allem durch die USA wurde Hitler venichtet, das allein genügt zwar nicht für ewige Linientreue, sollte aber lobenswert in den Köpfen erhalten bleiben. Und ja, der Irak-Krieg ist eine einzige Lüge, inzwischen sehen das auch viele Amerikaner so. Zumindest kann ich das immer öfter beobachten. Hat das alles was mit dem geplanten Auftritt von Obama zu tun? Mitnichten höchstens sekundär, er ist ein brillianter Redner und wahrscheinlich der nächste Mr. President, also warum sollte er keinen Auftritt bei uns bekommen? Auch Mc Cain könnte kommen, wenn sein Kreislauf mitmacht:-)..Im Ernst, plagen uns nicht andere Sorgen als das? MfG Dirk
hamburg123 (14.07.2008, 04:51 Uhr)
@known
"ihre linksradikale Schnauze halten" Was hat das bitte mit "links" zu tun? Erstens bin ich Mitglied in der CDU und sie sind derjenige mit ihrem Kollgen hier, der nichts als beleidigen kann? Aber wo bleibt die konstruktive Kritik? nirgends erkennbar. Einfach nur peinlich, ihre ständigen Versuche, die Weltverbesserer USA zu verteidigen. Ok sie haben gewonnen: Die USA verbreiten Demokratie und Freiheit und genau DESHALB sind sie einmarschier, und aus KEINEM anderen Grund. Meine Güte, wie verblendet muss man eigentlich sein? Was müssen sie für eine verkorkste Kindheit gehabt haben? Sie können einem nur noch leid tun.
andre1971germany (14.07.2008, 03:36 Uhr)
Pragmatismus
Lass uns es mal pragmatisch betrachten...Sollten es die schönen Bilder des Herrn Obama bewirken, dass die unsäglichen Republikaner in den Staaten vielleicht die Macht verlieren, sollte uns dieses "Opfer" vielleicht nicht zu groß sein!
Ich denke mal das wir uns hier (fast) alle einig darüber sind, dass die Zeit der fundamentalen (Pseudo-)Christen und Welt"verbesserer"in der US-Politik beendet werden sollte
knilch_59 (13.07.2008, 23:10 Uhr)
Nutzt oder schadet es uns?
Weder Obama noch McCain würden hierherkommen wollen, wenn es nicht ihren eigenen Interessen dienlich wäre. Zu glauben, sie hätten irgendein echtes, über egoistische Motive hinaus gehendes Interesse an Deutschland, wäre vermessen.
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Und genau das sollten wir verstehen und danach handeln. Obama, dem kleinen Senator, fehlt jedes außenpolitische oder staatsmännische Profil. Deshalb möchte er gerne in einem befreundeten Land – möglichst vor einer Kulisse, die auch dem Durchschnittsamerikaner etwas sagt, gefilmt werden und diese Bilder sollen dann ihre Wirkung in der amerikanischen Öffentlichkeit entfalten. Wir sind dabei nur Statisten.
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Daran ist nichts Unehrenwertes zu erkennen. Und wir können davon profitieren. Damit die Bilder gut rüberkommen, wird er uns irgendetwas sagen müssen, das wir hören wollen – mit Publikum, das pfeift oder Sternenbanner verbrennt, kann er nichts anfangen. Und vielleicht können wir das später einmal brauchen. Außerdem bekommt die Schimpferei der Bush-Administration über das alte Europa mit dem veralteten Denken einen Gegenpol.
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Wir sollten ihm auch das Brandenburger Tor gönnen, besser kann er sich nicht in Szene setzen. Und wenn McCain kommen will, dann bekommt er es eben auch. Nicht, weil mir der eine oder andere sympathisch wäre, sondern aus den gleichen, eigennützigen Motiven, aus denen die Amis so gerne handeln.
hamburg123 (13.07.2008, 21:23 Uhr)
@durant 2008
Meine Güte sind sie eine faschistische Witzfigur. Dass sie auch noch die Bombardierungen der Amis auf eine Hochzeitsgesellschaft mit sehr vielen Toten und damit auch den Völkermord an der Bevölkerung rechtfertigen, ist einfach unfassbar. Sie haben keine Ahnung! Informieren sie sich bitte, bevor sie mit ihren lächerlichen Kommentaren hier auftauchen. Sie haben Recht! Die Amis sind so toll und verbreiten Frieden, Demokratie und Freiheit. Wie blöd muss man eigentlich sein, um so etwas zu glauben. Sie glauben anscheinend alles was ihnen eingetrichtert wird.
chatahootchee (13.07.2008, 21:09 Uhr)
JA WAS DENN?
"...auch noch Courage besitzt und Dinge anredet..." Was redet BHO eigentlich an? Bis jetzt faselt er bloss und verrennt sich in Widerspruechen.
Ich habe immer gedacht, dass das Brandenburger Tor ein Platz mit Geschichte ist, zu dem man sich als Moechtegern-President nicht einlaedt. Man wird eingeladen, wenn man etwas vollbracht hat. Da dies bei BHO nicht zu erwarten ist, hat er auch nicht am B.T. zu reden. Ihr Deutschen habt mal ein bissel Stolz!
Benkku (13.07.2008, 20:54 Uhr)
Sind wir deren Geiseln?
Noch besser wäre es, wenn die Besatzer endlich ihren gesamten Schrott wieder mitnähmen, den sie hier deponiert haben, um damit für sich alle Zeit selig zu werden. Wäre doch praktisch, um den für ihre Verschwendung nötigen Raubbau zu erbomben, den sie auf unser schönen Erde betreiben. Um die Feinde, die sie sich dadurch schaffen, brauchen nicht wir uns zu kümmern.
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