17. April 2012, 05:58 Uhr

FDP will Zustimmung mit Steuerentlastung verbinden

Zankapfel Betreuungsgeld: Der stellvertretende FDP-Vorsitzende Holger Zastrow will die Zustimmung der Liberalen mit der Debatte um Steuerentlastungen verknüpfen.

FDP,Zustimmung,Betreuungsgeld,Steuerentlastung, Zastrow

Bedient das FDP-Dauerthema Steuerentlastungen: Holger Zastrow, Fraktions- und Landesvorsitzende der sächsischen FDP©

Der stellvertretende FDP-Vorsitzende Holger Zastrow will die Zustimmung der FDP zum Betreuungsgeld mit der Debatte um Steuerentlastungen verknüpfen. "Wir sind vertragstreu, aber das darf keine Einbahnstraße sein", sagte Zastrow der in Düsseldorf erscheinenden "Rheinischen Post" vom Dienstag. "Wir sollten mit einer Zustimmung zum Betreuungsgeld unsere Koalitionspartner auch an andere Themen im Koalitionsvertrag erinnern, die bisher nicht angepackt wurden, etwa die Vereinfachung des Steuersystems und die Entlastung der berufstätigen Mitte", fügte er hinzu.

Die "Bild"-Zeitung berichtete indes unter Berufung auf nicht genannte Spitzen der FDP-Bundestagsfraktion, führende Liberale wollten die Steuerentlastungspläne nicht weiter verfolgen, sollte sich der Bundesrat dem Vorhaben Anfang Mai widersetzen. Stattdessen sollten die dann frei werdenden Finanzmittel direkt in die Haushaltskonsolidierung fließen. Damit könne das Ziel, bereits im Jahr 2014 einen ausgeglichenen Bundeshaushalt aufzustellen, besser erreicht werden, hieß es nach Angaben der Zeitung.

Das Betreuungsgeld ist für Eltern vorgesehen, die ihre Kleinkinder selbst zu Hause betreuen oder dies privat organisieren wollen. Die von der CSU geforderte Leistung ist bei der FDP schon länger umstritten, inzwischen drohen aber auch mehrere Unionsabgeordnete mit einem Nein. Die Steuersenkungen sind in der schwarz-gelben Koalition ebenfalls ein dauerhaftes Streitthema. Hinsichtlich der Haushaltskonsolidierung sprach sich die FDP am Montag für einen ausgeglichenen Bundeshaushalt im Jahr 2014 aus. Dies wäre zwei Jahre früher als bisher geplant.

AFP
 
 
MEHR ZUM ARTIKEL
Der neue Mann fürs Geld Otto Fricke soll Schatzmeister der FDP werden

Bevor Patrick Döring Generalsekretär der Liberalen wurde, wachte er als Schatzmeister über die Finanzen der Partei. Für dieses Amt ist nun der FDP-Haushaltsexperte Otto Fricke im Gespräch.

stern-Umfrage zu Haftbefehlen gegen Steuerfahnder FDP-Wähler halten Strafverfolgung für legitim

Die Haftbefehle gegen deutsche Steuerfahnder hatten einen neuen Höhepunkt im Steuerstreit mit der Schweiz markiert. 46 Prozent der Deutschen finden die Haftbefehle jedoch gerechtfertigt, besonders die FDP-Anhänger.

FDP-Gegacker über Ostern Faule Eier auf den Parteichef

Muss einem Philipp Rösler leid tun? Egal, wie die nächsten Wahlen ausgehen: Er kann nur noch verlieren. Dafür sorgten auch über Ostern seine Parteifreunde.

FDP zerlegt sich selbst Kubicki rechnet mit Parteichef Rösler ab

Schwammige Leitbegriffe, die Kommunikation "unterirdisch" – FDP-Mann Wolfgang Kubicki hat Parteichef Philipp Rösler scharf kritisiert. Der wiederum arbeitet sich an Vorgänger Westerwelle ab.

Streit um Betreuungsgeld FDP droht mit Ablehnung

Die Union gerät mit der geplanten Geldspritze für Eltern, die ihre Kinder nicht in eine Kita schicken, immer stärker in die Defensive. Auch die Liberalen stellen sich zunehmend quer.

 
 
 
stern - jetzt im Handel
stern (22/2013)
Hoffen oder handeln?