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13. Februar 2007, 12:35 Uhr

"Bei Killerspielen reicht Jugendschutz nicht"

In der Union ist ein Streit über "Killerspiele" ausgebrochen. Die CDU-Minister von der Leyen und Laschet lehnen ein generelles Verbot ab, CSU-Innenminister Beckstein ist dafür. Im stern.de-Interview verteidigt er seine Position - und verrät, ob er etwa Counterstrike verbieten würde.

Hardliner, auch in Sachen "Killerspielen": Der bayerische Innenminister Günther Beckstein© Timm Schammberger/DDP

Herr Minister, Sie sagen, Ihre eigenen Computer-Spiel-Erfahrungen würden sich auf "Kindergartenniveau" bewegen, aber der Kriminologe Christian Pfeiffer habe Ihnen stundenlang "Killerspiele" gezeigt, die Sie nun unter Androhung von Haft verbieten wollen. Was für Spiele waren das genau?

Es sind Spiele, in denen Menschen virtuell zu Objekten menschenrechtsfeindlicher, grausamer oder besonders erniedrigender Handlungen werden. In einem dieser Spiele sind Menschen geschlachtet worden, in einem anderen wurde gezielt auf sie geschossen, um Blut spritzen zu lassen, um sie zu lähmen, um sie langsam zu töten.

Am Freitag kommt der bayerische Gesetzesvorschlag in den Bundesrat. Viele Spieler fühlen sich allein deshalb provoziert, weil sie sich nicht vorstellen können, welche Spiele Sie eigentlich meinen: Können Sie nicht ein paar Spiele konkret benennen?

Das will ich deswegen nicht, weil wir den Tatbestand abstrakt formulieren müssen. Es geht uns dabei nicht um Zweifelsfälle. Wir wollen Spiele unter Strafe stellen, die die Menschenwürde eindeutig verletzen. Derartige Spiele gibt es jede Menge - auch wenn sie im deutschen Markt möglicherweise nur in einer abgespeckten Version erhältlich sind.

In Ihrem Gesetzentwurf verwenden Sie eine sehr breit angelegte Definition. Alle Spiele sollen verboten werden, die "grausame" oder "unmenschliche" Gewalttätigkeiten gegen Menschen darstellen. Die verbotenen Spiele müssen, anders als es etwa bei Filmen ist, nicht einmal "gewaltverherrlichend" oder "gewaltverharmlosend" sein. Wollen Sie mit dieser breiten Definition allen Action-Spielen den Garaus machen?

Nein. Selbstverständlich nicht. Aber besonders, wenn labile Personen sich viele, viele Stunden mit solchen Spielen beschäftigen, laufen sie Gefahr, nicht mehr zwischen Realität und virtueller Welt unterscheiden zu können. Das ist natürlich nur bei einem kleinen Teil der Spieler der Fall.

Konkret: Würde etwa das Spiel "Counterstrike" der Firma Electronic Arts von dieser Definition erfasst werden?

Die derzeit in deutschen Geschäften verkaufte Version ist entschärft. Es gibt allerdings Versionen, insbesondere auf dem amerikanischen Markt, die davon wohl erfasst würden.

Der nordrhein-westfälische Familienminister Armin Laschet und Familienministerin von der Leyen haben am Dienstag ein "Sofortprogramm" für einen verbesserten Jugendmedienschutz vorgestellt. Das Jugendschutzgesetz soll verschärft werden, die Definition von Computerspielen, die indiziert werden müssen, soll erweitert werden, die Alterskennzeichnungen sollen verbessert werden, die Selbstkontrolle insgesamt. Reicht Ihnen das? Verbesserungen beim Jugendschutz sind notwendig. Da rennt jeder bei mir offene Türen ein. Jugendschutz bei Killerspielen allein reicht aber nicht: Solche Spiele werden von 18-Jährigen an Minderjährige weiter gegeben. Außerdem sind in punkto Gewalt die 18- bis 25-Jährigen besonders auffällig. Da hilft Ihnen der beste Jugendschutz nicht weiter.

Von der Leyen und Laschet lehnen Ihren Vorschlag zur Änderung des Strafrechts ab. Laschet sagt, die Bayern würden sich verfassungsrechtlich auf dünnem Eis bewegen, weil Sie einen kausalen Zusammenhang zwischen "Killerspielen" und Amoklauf nicht nachweisen können. Ist Ihr Vorstoß verfassungsrechtlich haltbar?

Die verfassungsrechtlichen Einwände sind nicht überzeugend. Über schädliche Wirkungen von menschenverachtenden Gewaltdarstellungen gibt es keinen ernsthaften Zweifel. Deshalb gibt es ja bereits heute ein strafbewehrtes Verbot im Paragraf 131 des Strafgesetzbuches, ohne dass Herr Laschet hier verfassungsrechtliche Bedenken angemeldet hätte. Paragraf 131 reicht allerdings in der Rechtsanwendung für Computerspiele nicht aus, deshalb brauchen wir das neue Verbot.

Laschet sagt, die Ausschöpfung der bisherigen Vorschriften bringe viel mehr als eine Verschärfung des Strafrechts. Indirekt wirft er Ihnen so Aktionismus vor. Was halten Sie von dieser Behauptung?

Die Praxis widerlegt diese These. Trotz Jugendschutzbestimmungen sind Killerspiele auf dem Markt. Es gibt keine Strafurteile gegen Killerspiele auf der Grundlage des bestehenden Rechts.

Von der Leyen und Laschet lehnen in ihrem Sofortprogramm ein Verbot der Spiele für Erwachsene ab. Die beiden wollen die Indizierung vorantreiben. Was halten Sie davon?

Jugendschutz alleine greift zu kurz. Mir geht es um ein wirksames Verbot der übelsten Machwerke. Über Grenzziehungen will ich nicht streiten.

Sie berufen sich auf den Kriminologen Pfeiffer. Der sagt aber auch, dass die Indizierung sehr wirksam sei.

Wir haben nicht bestritten, dass die Indizierung besser ist als Nichtschutz. Aber sie erleichtert nicht die erfolgreiche Fahndung im Internet. Betreiber nehmen nur Inhalte aus dem Netz, die insgesamt verboten sind, nicht indizierte Inhalte. Bei der Kinderpornografie hieß es auch zuerst, man könne nichts dagegen machen. Als auf der Grundlage der Verbote gezielt im Netz vorgegangen wurde, habendie Serverbetreiber die Darstellungen aus dem Netz genommen. Die Strafbarkeit der Spiele wird auch deren Verfügbarkeit im Netz reduzieren - auch wenn man das Internet nicht zu 100 Prozent kontrollieren kann.

Laschet sagte in einem Interview, es sei eine Illusion zu glauben, dass man die Spiele aus dem Verkehr ziehen könne. Machen Bayern und Niedersachsen hier eine illusionäre, wirklichkeitsferne Politik?

Ich glaube, dass Herr Laschet, bei aller Hochachtung, die ich ihm gegenüber hege, die Problematik Cybercops grundlegend falsch einschätzt. Deshalb orientiert er sich an den allgemeinen Vorstellungen und sagt, man könne nichts dagegen unternehmen. Aber wir haben beim Beispiel Kinderpornografie mit nur 25 Cybercops gezeigt, dass die Verfügbarkeit dramatisch reduziert werden kann.

Welche Chancen hat Ihr Gesetzesvorschlag, wenn selbst die CDU-Bundesministerin von der Leyen und der nordrhein-westfälische CDU-Minister Laschet offen dagegen opponieren?

Ich rege an, die Koalitionsvereinbarung zu lesen. Darin ist der Vorschlag enthalten, Killerspiele zu verbieten. Ich fordere nur das ein, was in den Koalitionsvereinbarungen zwischen SPD, CDU und CSU festgelegt worden ist. Im Übrigen hat Frau Zypries sich auf der europäischen Ebene für ein europaweites Vorgehen gegen Killerspiele eingesetzt. Wenn man nichts Wirksames im eigenen Land macht, ist das nicht extrem glaubwürdig.

Drei Tage, bevor Ihr Gesetzentwurf in den Bundesrat eingebracht wird, legen von der Leyen und Laschet ein Programm vor, in dem sie Alternativen zur harten bayerischen Gangart vorschlagen. Laschet sagt, Nordrhein-Westfalen werde sich dafür stark machen, den bayerischen Vorschlag in den Ausschüssen der Kammer zu vertagen. Ist das ein unfreundlicher Akt der CDU gegen die bayerische Staatsregierung?

Nein, es ist durchaus vernünftig, auch zusätzliche Alternativen in Betracht zu ziehen. Natürlich ist Medienerziehung notwendig. Ich sage nur: Dass es bisher nicht funktioniert hat, ist offensichtlich. Wenn es einen Amoklauf gibt, haben alle die Krokodilstränen in den Augen und sagen, es müsse etwas geschehen. Und wenige Monate später sagen alle: Es darf aber nichts passieren. Das ist die falsche Herangehensweise.

Laschet will die Medienkompetenz der Eltern stärken und so für verbesserten Medienschutz sorgen …

Das sind alles lobenswerte Vorschläge, die wir oft genug gehört haben. Dass man hier Verstärkungen der Medienerziehung vorhat, ist sicher alles nicht verkehrt. Wir dürfen unsere Kinder nicht stundenlang vor den Computer oder den Fernseher setzen. Das sind alles vernünftige Maßnahmen, die nach meiner Überzeugung die anderen Maßnahmen jedoch nicht gegenstandslos machen, dass man nämlich mit Mitteln des Strafrechts den Schutz von Menschen verstärken kann.

Sie wollen die Selbstkontrolle der Industrie verbessern. Deshalb verschärfen Sie die staatliche Kontrolle der Selbstkontrolle der Wirtschaft. Die obersten Landesjugendbehörden sollen künftig jederzeit gegen Prüfentscheidungen vorgehen können. Wird das Prinzip der Selbstkontrolle der Industrie so nicht zur Farce?

Jedenfalls hat das System bisher nicht funktioniert. Deshalb muss es deutlich verbessert werden. Eine ausschließlich von der Industrie kontrollierte und finanzierte Kontrolle ist für mich daher nicht das oberste Ziel. Das oberste Ziel ist eine Verbesserung der Kontrolle generell.

Herr Minister, Sie gelten als friedliebender Mensch. Aber haben Ihnen die Querelen in der CSU in den vergangenen Wochen nicht manchmal richtig Lust auf Ballerspiele gemacht?

Auch in aller Offenheit: Keineswegs. Natürlich waren die Querelen etwas, über das man sich zeitweise geärgert hat, aber das ist eine völlig andere Ebene als die Debatte über menschenverachtende Computerspiele.

Ihre Meinung

Was meinen Sie? Sollen "Killerspiele" lediglich indiziert werden? Oder gehören sie auch für Erwachsene verboten? Was halten Sie von Becksteins Position?

Diskutieren Sie mit! Bisherige Beiträge (42)

Zur Person Der promovierte Jurist Günther Beckstein, 63, ist seit 1993 bayerischer Innenminister. Der CSU-Politiker gilt als designierter Nachfolger Edmund Stoibers im Amt des bayerischen Ministerpräsidenten. Beckstein hat den Ruf, Hardliner-Positionen zu vertreten.

Interview: Florian Güßgen
 
 
KOMMENTARE (10 von 42)
 
Malt (14.02.2007, 23:40 Uhr)
Ich glaube langsam...
dass da Methode dahintersteckt. Wenn man das interview vom Schäuble auch noch liest, dass mehr oder weniger jetzt Zeitgleich gegeben wurde (http://www.taz.de/pt/2007/02/08/a0169.1/text) dann kommt mir das so vor, als wollten die das Internet a) mit allen Mitteln unter Kontrolle bringen und b) allen eine Heidenangst davor einjagen. Denn hierbei handelt es sich, wie die Damen und Herren ja eindrucksvoll darlegen um etwas, was sie nicht verstehen. Und das macht dem Menschen ja immer Angst. In den 60ern wars der Rock und Roll, bei uns sind's halt die Computer.
Das ist jetzt die Rache dafür, dass der kleine Beckstein damals in Nürnberg nirgends mitmachen durfte und von allen coolen Partys ausdrücklich ausgeladen wurde. Solche Erfahrungen hinterlassen nunmal schwere psychische Schäden.
DerIce (14.02.2007, 16:57 Uhr)
Killerspiele oder verrückte Politiker?
Also, nachdem das Thema nun so oft angeschnitten wurde, würde ich mich auch gerne mal äußern:
Killerspiele gibt es nun seit den 90er Jahren, seitdem gab es (in Deutschland) 3 Amokläufe (korrigiert mich wenn ich falschliege), deren Ausführende sog. Killerspiele gespielt haben. Jetzt wollen die Politiker so vielen jungen Leuten in Deutschland die Chance nehmen ihre Freizeit zu verbringen? Mit diesem "Hobby" verdienen mitlerweile schon Menschen Geld, noch nicht genug zum Leben, aber das wird auch nichtmehr lange dauern. Ich sehe das ganze mehr als Mauer an, damit das Computerspielen nicht zum Volkssport wird, in unserem ach so schönen Deutschland. Zu den Amokläufern: Amokläufer haben diese Spiele gespielt, ja, aber wenn man beispielsweise bei youtube nach den Namen der Columbine Amokläufern sucht, findet man Videos von ihnen, wie sie im realen Leben Kriegsszenen nachstellen, das ist doch noch ein Unterschied. Die Mörder von Tessin spielten Final Fantasy und Spellcraft soweit ich weiss, in diesen Spielen kämpft man gegen phantastische Figuren mit Zaubern und Schwertern? Wollten diese Jungs die Eltern wohl wegzaubern oder wie wollen die Politiker das erklären? Es gibt keine Verbindung zwischen den Spielen und den Amokläufen. Die Amokläufer sind meist in der Schule und ihren Kommunen "ausgestoßene", die sich zurückziehen und dann solche Spiele spielen. Ihr Groll kommt nicht vom Spielen, sondern von ihrer persönlichen Lage, davon, dass sie ausgestoßen sind. Und wenn Herr Beckstein meint, dass die Leute, die so etwas spielen nicht zwischen Realität und virtuellem unterscheiden können, sollte er selbst sich mal zum Psychologen begeben, da er scheinbar der einzige ist, der das nicht kann und alle sog. "Killerspiele" auf die Realität bezieht. Massenmorde von erwachsenen werden auch nicht gleich auf Killerspiele oder Medien bezogen, sondern auf psychische Probleme, Geisteskrankheiten. Bitte, liebe Politiker, macht mal die Augen auf, dann werdet auch ihr sehen, dass das Problem das Umfeld ist und nicht die Spiele. Denn ich würde sagen, dass die meisten der Amokläufer über Spiele wie CounterStrike nur eine Möglichkeit gesucht haben, zu kommunizieren.
PS Ich hoffe es ist einigermaßen verständlich, was ich geschrieben habe.
havoc (14.02.2007, 14:02 Uhr)
Mal nachdenken!
Mich überrascht dieses Interview doch ein wenig.
Ich spiele selbst sehr viel Computer, ich bin Volljährig und somit steht es mir auch frei „Killerspiele“ (nennen wir sie jetzt mal so) zu spielen und ich möchte diese „Freiheit“ auch weiterhin haben. Beckstein schreibt immer nur von ganz besonders blutigen Spielen in denen Menschen gefoltert und gequält werden, doch es tut mir ja sehr Leid, mir ist kein Spiel bekannt in dem es so zugeht. Spiele wie „Manhunt“ gibt es in Deutschland nicht, also muss man sie auch nicht aufzählen und immer an den Pranger stellen. Zugegeben es gibt Spieletitel bei denen ich auch geteilter Meinung bin, z.B. Spiele wir GTA in dem der Bezug zu Realität vielleicht doch recht groß ist und wobei man über ein Verbot gerne reden kann, doch ist es so, dass der Gesetzesvorschlag der CDU/CSU „so gut wie“ jedes Spiele verbieten würde. So heißt es, dass auch Spiele verboten werden sollen in denen man fürs Töten belohnt wird, was z.B. Spiele wie WoW oder Counter-Strike umfassen würde. In diesem Interview jetzt sagt Beckstein das es in Deutschland eine entschärfte Version von CS gibt, die ja noch in Ordnung geht (nicht wortwörtlich, aber so versteht man es), obwohl er vorher eindeutig noch dafür war alle Spiele zu verbieten, in denen man fürs Töten belohnt wird. Mal so, mal so…?!
Es gibt Dinge, da stimme ich gerne der CDU zu. Wenn man sagt, dass man Jugendliche und Kinder vor diesen Spielen schützen soll, dann stimme ich zu. Doch ist es keine Lösung auf den großen roten Knopf zu drücken und die Spiele aus dem Land zu verbannen. Die Spiele haben eine genau definierte Altersfreigabe an die man sich halten muss und ein 15-jähriger darf kein Spiel ab 18 spielen. So lange der Jugendliche noch nicht volljährig ist haben die Erziehungsberechtigten dafür zu sorgen, dass ihre Kinder diese Spiele nicht spielen. Dafür müssen die Erziehungsberechtigten natürlich entsprechend informiert sein, was sie ja, leider, meistens nicht sind.
Es gibt so viele andere Dinge, bei denen ich mich frage, warum stürzt man sich jetzt auf Computerspiele…Jeder 16-jährige Jugendlich darf frei entscheiden ob er raucht oder nicht, ob der Jugendliche in dem Moment denkt, was eventuell in 60 Jahren sein kann, bezweifle ich. Ich möchte nicht sagen das Computerspiele eine Sucht sind (klar, können sie sein) nur drückt man bei den Zigaretten auch nicht auf den großen roten Knopf und man darf nicht mehr rauchen. Es wird jetzt mit Kreditkartenabfrage zwar indirekt besser kontrolliert, doch kann man dabei auch die Zigaretten an Jüngere weitergeben. Was schädlicher ist, darf jeder selbst entscheiden…
Immer wieder wird der Vergleich zwischen Computerspielen und Boxen gezogen. Was ich hier auch noch einmal möchte. Meiner Meinung nach ist Boxen deutlich menschenverachtender als ein „Killerspiel“. Klar, man tötet niemanden, doch spielt sich Boxen immer noch in der Realität ab. Und es möge niemand sagen: „Aber Boxen ist doch ein Sport“. Das ist Computerspielen auch und wie Beckstein selbst sagt, geht es bei den Spielen nicht um den Inhalt oder das was dahinter steckt, sondern nur um das visuelle. So, dann betrachten wir beim Boxen doch auch nur einmal das visuelle. Ist es nicht menschenverachtend, wenn Klitschko seinem Gegner ins Gesicht schlägt, der darauf bewusstlos zu Boden geht und die Masse ihm zujubelt? Was ist daran nicht menschunwürdig?
Wie gesagt, ich bin sofort dafür, wenn man sagt das die Kontrollen der Spiele verschärft werden soll, oder Jugendliche besser geschützt werden sollen, indem man die Altersfreigabe verschärft, oder ähnliches, aber den Gesetzesvorschlag in der Form in der er bis jetzt ist, mit Strafen und einem kompletten Verbot der Spiele, usw., finde ich einfach nur erbärmlich!
SimonK (14.02.2007, 13:35 Uhr)
das problem...
..liegt in der erziehung, die eltern und die lehrer sind da ganz allein schuld dran. Meiner meinung nach sind lehrer heut zu tage auch alles weicheier, die sollten sich mal zusammenreissen und sich wieder in respekt setzen.
p.s. entschuldigt meine gross und klein schreibung und meine schreibfehler, ich komme aus dänemark.
bR4iNST0RM (14.02.2007, 12:18 Uhr)
Killerspiele hin oder her..
.. es ist Fakt, das Spiele zwar auf einem "Index" landen können und der Besitz als solches dann auch Bestraft werden kann, aber mal ganz Ernsthaft: Wir haben in diesem Land weit wichtigeres zu tun als so eine lächerliche Debatte über sog. "Killerspiele" zu führen. Die Kinder werden eh mit z.B. Asterix oder Lucky Luck oder von den asiatischen Cartoons der Gewalt näher gebracht und da schreit niemand!
Ich finde es erschreckend wie vehement in Bezug auf „Killerspiele“ eingedroschen wird. Sehe ich da vielleicht sogar Aggressionen aufkommen, die mit solchen Spielen vielleicht abgebaut werden könnten? Ich selbst bin Ego-Shootergamer und habe wie viele Vorredner mich in keiner Weise an irgendeiner sog. „Rückschlussschlägerei / -schießerei“ wieder gefunden. Sehr töricht so etwas zu behaupten. Da währe hier aber einiges im Argen, wenn jeder der Millionen Egoshooter zum Amokläufer wird. Einfach lächerlich, so etwas in der Politik allen Ernstes zu diskutieren! Wie eingangs schon erwähnt gibt es weit schlimmeres und wichtigeres zu besprechen! Ich sage da nur Stichwort „Bildung“ und das ist nur ein kleines Beispiel!
Es gibt einfach keinen triftigen Grund, Egoshooter zu verbieten und nur weil ein Hr. Beckstein sich profilieren möchte, heißt das noch gar nichts! Wo kommen wir denn da hin, wenn einer über alle Entscheidet. Kenne ich noch irgendwie aus ´33 - ´45.
Kleiner Nachtrag: Wenn Hr. Beckstein mutmaßt, das die pixelig dargestellten Figürchen Menschen sind, dann Frage ich mich ernsthaft, ob er vielleicht ein Problem mit Drogen hat.
MasterChief (14.02.2007, 10:02 Uhr)
@Kashban
Dann macht das die Argumentation von Beckstein noch weniger nachvollziehbar...
Beckstein wird aber auch keine konkreten Spiele nennen, auf denen seine Aussagen beruhen, denn dann würde jeder, der diese selbst gespielt hat sehen, dass Szenen, wie Beckstein sie immer wieder in den Interviews beschreibt ("...Menschen geschlachtet worden, in einem anderen wurde gezielt auf sie geschossen, um Blut spritzen zu lassen, um sie zu lähmen, um sie langsam zu töten") in deutschen Spielversionen schlichtweg nicht existieren.
So long,
MasterChief
PS: Ich bin ein weiteres Beispiel für einen Langzeitgamer (seit 14 Jahren begeisterter Ego-Shooter-Spieler) der noch nie im Leben in handgreifliche Auseinandersetzungen verwickelt war.
Kashban (14.02.2007, 08:30 Uhr)
@MasterChief
Reingefallen. Keiner der Amokläufer hat eine CS-Karte seiner Schule erstellt, die war nachweislich schon ein paar Jahre älter und von einer anderen, gleichlautenden Schule.
Nicht verwunderlich, dass dieses Detail nach dem ganzen Mediengeschrei untergegangen ist.
Der Kriminologe Pfeiffer hat Beckstein Gewaltspiele gezeigt? Welche denn?
Schweigen im Walde.
ismirworscht (13.02.2007, 23:24 Uhr)
An Herrn Fenchelkiwi
Fenchelkiwi:
Auch wenn Sie hier gerne wie ein moralisch vorbildlicher Mensch dastehen möchten, so fällt mir auf, dass Ihre Ausdrucksweise jede Menge unterschwellige Aggression in sich trägt. In sofern finde ich ihre Argumentation nicht weniger aggressiv überzogen als die anderen und das obwohl ihre Freiheit damit offenbar nicht angegriffen wird, da Sie kein Interesse an "Killerspielen" hegen.
Daher möchte ich ein wenig auf Ihr offenbar auf mangelnder Information beruhendes Mitteilungsbedürfnis kommentieren.
"Ich kann so ein Verbot nur begrüßen, es ist schon längste überfällig!
Wenn Menschen daran gefallen finden, andere abzuschlachten und sich davon in „Fieber“ versetzen lassen, kann man deren Verstand und Moral getrost in Frage stellen."
Ich persönlich kenne keinen, der sich davon in "Fieber" versetzen lässt, obwohl ich genug Spieler kenne. Meinen Sie Euphorie? Falls ja, inwiefern unterscheidet sich diese Euphorie gegen andere Spieler anzutreten von jener, die in anderen sportlichen Wettkämpfen entsteht?
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"Warum halten wir Menschen nur so wenig voneinander, dass wir uns dabei vergnügen beim gegenseitig umbringen? Kann mir ein Spieler das mal erklären?"
Vielleicht fragen Sie erst einmal die kleinen Kinder, die noch nie Videospiele gespielt haben und dennoch Gefallen an Räuber und Gendarm finden/fanden. Schließlich geht es auch hier darum, über den Gegner zu triumphieren, indem man ihn "virtuell" erlegt.
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"Es gibt genug Spannung und Abenteuer auf dieser Welt, die man virtuell in Computerspiele umsetzen kann. Aber die Abgründe der menschlichen Seele zu visualisieren und zu vermarkten ist für mich die Kapitulation vor dem zivilisierten Zusammenleben in unserer Gesellschaft."
Meiner Meinung nach gibt es mehr am Menschen, was - sofern ihre Ansicht für Abgründe der menschlichen Seele zutrifft - sich ebenso in letzterer bewegt und virtualisiert wird und dennoch kein "Killerspiel" ist. Mit einem Tempo per Auto oder Motorrad über Strecken zu rasen, die im echten Leben lebensgefährlich würden ist ja auch in gewissem Maße ein Abgrund der Seele. Ebenso trifft dies darauf zu, wenn man in einer wirtschaftlichen Simulation den Gegner in den Ruin treiben möchte, um zu gewinnen. Auch, wenn man die "Sims" zum fröhlichen Pimpern animiert hat dies etwas Anrüchiges.
Es ist alles eine Frage, wie man die Moral definiert. Meiner Meinung nach ist es moralisch sehr verwerflich, wenn man Menschen reale Gewalt zufügt. Meine Moral jedoch greift nicht ein, wenn ich ein nach heutiger Definition Killerspiel genanntes Spiel spiele, was ich übrigens schon seit Jahren praktiziere, obwohl ich mich nun schon seit nahezu drei Dekaden nie in irgendwelchen realen Gewaltakten wiederfinden musste - auf Deutsch: Ich hatte noch nicht mal eine kleine Schlägerei mein Leben lang abgesehen von den üblichen Kabbeleien, die unter Geschwistern üblich sind!
"Dabei habe ich keine überzogenen oder pseudomoralischen Ansichten!"
Dieser Satz ist falsch. Kein Satz ist richtig. Sie verstehen?
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"Aber bei abenteuerverblendeter Mordlust und strategischer Blutrünstigkeit sollte der Gesetzgeber einfach einschreiten!"
Da schlägt aber jemand mit einem verbal bunt gemixten Dampfhammer zu!
Die vorsätzliche Tötung eines anderen Menschen unter besonders erschwerenden Umständen gepaart mit der von Ihnen genannten Lust gleichzeitig verquickt mit Verblendung durch Abenteuer lässt schon tiefgründig blicken, welche Wertschätzung ihrerseits gegenüber den Spielen und den diese Ausübenden zukommt. Können Sie ein Beispiel für eine solche Kombination in Form eines Spiels nennen? Dann fällt es den Politikern sicherlich leichter, eine passende Definition zu finden.
Und was mag wohl eine strategische Blutrünstigkeit bedeuten? Sie behaupten also allen Ernstes das oberste Ziel soll das Erzielen von Bluttaten sein? Das ist ungefähr genauso unverschämt wie zu behaupten das Ziel eines jeden Kampfsportlers sei, den Gegner möglichst stark zu verletzen oder gar zu töten.
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"Dem ganzen Gejammer von Einschränkung und Entmündigung der (virtuellen Mord und Totschlag-)Freiheit zum Trotz! Diese Jammer-Leute fühlen sich doch nur in ihrer primitiven Einfalt auf den Pinsel getreten, weil man ihnen ihr Spielzeug wegnehmen könnte…"
Vermutlich falle ich nun ebenfalls in ihre Definition von "Jammer-Leute" und bin schon eifrig auf der Suche nach meiner primitiven Einfalt, die ich wohl aufgrund derselben nicht zu erkennen mag. Nichts desto Trotz fühle ich mir in meiner persönlichen Entfaltung auf den Pinsel getreten, weil die Mittel mit denen man per Gesetz versucht, die Jugend zu schützen auch massiv den mündigen Erwachsenen treffen wird.
Ich stelle nun einfach mal frech die These auf, dass über die Zeit seit der es Killerspiele gibt betrachtet es mehr Tötungsdelikte aufgrund von Alkoholeinfluss stattgefunden haben als Tötungen animiert durch Killerspiele. Würde man nun den Herren bayerische Minister und natürlich auch dem Rest der Bevölkerung ihr Weizenbier und sämtlichen restlichen Alkohol verbieten, so fühlten sich diese höchstwahrscheinlich ebenso auf ihren Schlips getreten und würde sämtlichen Zusammenhang verneinen. Natürlich lässt sich meine These nicht beweisen, doch welche konkrete Beweis außer dem Fund von "Killerspielen" auf den Rechnern der Amokläufer existiert für die These jene Spiele seien schuld an den Amokläufen?
Natürlich gibt es jede Menge Studien, die dies zu belegen versuchen. Doch wie die meisten Studien so haben diese ebenfalls ihre Konkurrenzstudien, die genau das Gegenteil belegen.
Wie sich schon ein anderer Leser hier äußerte, so bin auch ich der Meinung, dass es den Eltern obliegt ihre Kinder vor unpassenden Medien zu schützen. Vielleicht sollten sich die Politiker für mehr Kindergartenplätze und eine gute Arbeitsmarktlage kümmern, damit den Eltern die Grundlagen dafür überhaupt wieder ermöglicht werden. Anschließend sollte man den Kindern wieder die Bildung ermöglichen und fördern, die schon seit geraumer Zeit unnötig eingeschränkt wird.
Aber ich denke es wird wohl zu viel verlangt sein, Ursachen zu bekämpfen, bevor man Symptome angeht. Schließlich geht letzteres deutlich leichter, vor allem, wenn man mit geballter Ignoranz bewaffneter Propaganda auf das gemeine Volk losgeht, um sich deren Unterstützung für einen sinnlosen Feldzug zu sichern.
Nachwort: Natürlich findet sich auch in meinen Zeilen Aggression, doch wie sogar jeder Hobbypsychologe weiß, ist Aggression an sich nichts Negatives, solange es sich in der richtigen Form ausdrückt. Ich denke solange kein Mensch seelisch oder physisch leidet, ist dies gegeben und daher müssen meiner Meinung nach auch keine "Killerspiele" verboten werden - womit ich nicht sagen möchte, dass brutale Spiele Kindern zugänglich sein sollten. Es soll eben die Verhältnismäßigkeit gewahrt bleiben.
SimonK (13.02.2007, 22:56 Uhr)
community meinungen
http://forum.meatfactory.net/showthread.php?p=17296&posted=1#post17296
VinceLarkin (13.02.2007, 22:04 Uhr)
Hallo Herr Beckstein,
ich kann ihren ständigen Bezug von "Killerspielen" mit Kinderpornografie nur schwer ertragen. Nicht nur das hier Konsumenten von "Killerspielen" gezielt kriminalisiert werden der Vergleich ist vor allem ein Schlag ins Gesicht all der armen Kinder die für solche Machwerke missbraucht werden. Sie sollten sich schämen!!! Geradezu erschreckend finde ich auch mit welch einer Selbstverständlichkeit Sie in einer Demokratie für Zensur unter dem Deckmantel des Jugendschutzes , denn nicht Anderes ist der Gesetzesentwurf, eintreten. Ich als Erwachsener mündiger Bürger kann sehr gut für mich selber entscheiden welche Spiele und Spielfilme ich konsumiere.
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