. .
Politik in Deutschland
Schlagzeilen Themen Mobil iPad Blogs Investigativ Hefte
 
Fotocommunity
Fotocommunity

Treffpunkt für ambitionierte Amateurfotografie. Bilder hochladen und bewerten, sich mit anderen Austauschen. mehr...

Weblogs bei stern.de
Weblogs bei stern.de

Die Online-Tagebücher bei stern.de: Freie Autoren schreiben hier persönlich, direkt und eigenständig. mehr...

Information und Unterhaltung mit Steffen Hallaschka
sternTV - Information und Unterhaltung mit Steffen Hallaschka

Vertiefende Informationen zu der aktuellen und den vergangenen Sendungen von sternTV. mehr...

stern Investigativ
stern Investigativ

Das Recherche-Team des stern. Erfahren Sie mehr über die Recherchespezialisten und ihre Enthüllungen von Terrorismus bis Wettmanipulation. mehr...

 
22. Januar 2008, 14:21 Uhr

Kanzlerin Merkel lobt Clement

Seit Wolfgang Clement seiner Parteikollegin Andrea Ypsilanti in die Parade gefahren ist, bekommt er viel Lob - von der politischen Konkurrenz. Nun auch von Bundeskanzlerin Angela Merkel. Sie sagt: "Herr Clement hat in der Sache Recht." Ein prominenter SPD-Politiker rechnet nun mit dem Parteiaustritt Clements.

Wolfgang Clement bekommt Lob von Kanzlerin Merkel© AP

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat sich hinter die Kritik des früheren Wirtschaftsminister Wolfgang Clement an der hessischen SPD-Spitzenkandidatin Andrea Ypsilanti gestellt. Es sei "der absolute falsche Schritt zu sagen, wir steigen aus allen Kohlekraftwerken aus", sagte die CDU-Vorsitzende in einem NDR Info-Interview. "Und insofern muss ich einfach feststellen, dass Herr Clement in der Sache Recht hat."

Bundesumweltminister Sigmar Gabriel warf dem ehemaligen SPD-Vize dagegen vor, mit falschen Fakten zu operieren. Die SPD betreibe keine Politik, die Kohlekraftwerke gänzlich ausschalte, betonte Gabriel im Deutschlandradio. Tatsache sei, dass in Deutschland bis 2012 etwa neun neue Kohlekraftwerke gebaut werden sollten, vor allem um alte Kraftwerke zu ersetzen. Die Debatte drehe sich allein darum, wie viele Kohlekraftwerke es noch geben könne und mit welcher Technik sie ausgestattet würden. Clement werfe Ypsilanti damit etwas vor, was schlicht und ergreifend nicht den Tatsachen entspreche, kritisierte der SPD-Politiker. "Das ist ein bisschen verrückt, was der Wolfgang Clement da treibt." Dies gelte auch für dessen Argumente zum Atomausstieg, den die damalige rot-grüne Regierung nicht nur gemeinsam mit den Energieerzeugern, sondern sogar unter der Federführung von Clement beschlossen habe.

Der frühere Bundeswirtschaftsminister, der 2005 aus der Politik ausgeschieden war, hatte am Wochenende indirekt von der Wahl der hessischen SPD-Spitzenkandidatin abgeraten. Wer wie Ypsilanti weder Atom- noch Kohlekraftwerke wolle, gefährde die industrielle Substanz des Landes, warnte er. Tatsächlich hat sich Ypsilanti aber nicht grundsätzlich gegen Kohlekraftwerke ausgesprochen, sondern in erster Linie gegen den Bau neuer Großanlagen, wie sie in Großkrotzenburg und Mainz-Wiesbaden geplant sind.

Hans-Jochen Vogel erwartet Parteiaustritt

Der frühere SPD-Vorsitzende Hans-Jochen Vogel rechnet nach den Querschüssen Clements im hessischen Wahlkampf mit einem Parteiaustritt des Exministers. Der "Bild"-Zeitung sagte Vogel, Clements Kritik an Ypsilanti sei "inakzeptabel und soll offenbar die Trennung von der Partei bewirken". Nachdem zunächst Forderungen nach einem Parteiausschlussverfahren laut geworden waren, hatte sich die SPD-Spitze am Montag darauf verständigt, nicht gegen Clement vorzugehen.

Der frühere hessische Ministerpräsident und Bundesfinanzminister Hans Eichel stellte sich hinter diese Entscheidung. "Wolfgang Clement muss selber wissen - eigentlich versteht er sich als Sozialdemokrat - ob er dazu gehören will", sagte Eichel im Bayerischen Rundfunk. Nach seiner Einschätzung hätten die Äußerungen Clements der SPD im hessischen Wahlkampf nicht geschadet. Die Industriegewerkschaft Chemie, Bergbau, Energie (IG BCE) stärkte Clement indes den Rücken. "Energiepolitik ist langfristig angelegt. Deshalb helfen Aufgeregtheiten nicht weiter. Es ist dringend erforderlich, dass die Politik klar für den Industriestandort Position bezieht", sagte Gewerkschaftschef Hubertus Schmoldt der "Leipziger Volkszeitung".

AP/DPA
 
 
KOMMENTARE (10 von 13)
 
FerkelOhneM (23.01.2008, 21:08 Uhr)
Leistungsträger
Da muss mal wieder ein Hartz-IV Befürworter zeigen, dass er zumindest eine Spur von dem vielen Geld wert ist, das er über "Beraterverträge" weitgehend leistungslos einsackt.
"Wolfgang! Jetzt könntest du etwas für uns tun".
"Habe verstanden!".
Oder so ähnlich...
Roy05441 (23.01.2008, 14:08 Uhr)
Wer jemals an dem €uro riecht
jedem der ihn hat, von unten in den After kriecht!
talkingkraut (22.01.2008, 22:17 Uhr)
@Dewerth
Bisher ist nur von einem Aufsichtsratmandat bei einer RWE-Tochter die Rede, das Clement mit viel Arbeit und möglicherweise Ärger jährlich 20 000 bringt. Clement sitzt gar nicht im Bundestag, während der im Bundestag sitzende Solarpapst und Energieexperte in Ypsis Kompetenzteam Scheer den geschätzt fünffachen Betrag mit Vorträgen, Buchvorstellungen und Verlagshonoraren macht. Beim besten Willen ist für mich bei Clement nicht zu erkennen, dass er ein Lobbyist der Energiebranche ist, wenn er es wäre, könnte man ihm nicht vorwerfen, dass er die Lobbyistentätigkeit mit einem Abgeordnetenmandat verquickt, denn er ist eben nicht MdB, was man aber sehr wohl dem Solarpapst vorwerfen muss, der nämlich als MdB Lobbyist der Solar- und Windenergiebranche ist.
AlterEgo (22.01.2008, 19:09 Uhr)
Clements Timing
war einfach eine Katastrophe. Aber wer ihn angreift muss sich der Sachfrage stellen. Und da hat er einfach Recht. Und das der politische Gegner 5 Tage vor einer Wahl die auf Messers Schneide steht den Ball dankend aufnimmt, ist doch mehr als logisch.
Ypsilanti erzählt puren Unfug mit ihrer Energiepolitik. Wer nach Atomkraftwerken gleich noch die Kohlekraftwerke abschalten will muss sich fragen lassen, mit welchem Strom die deutsche Industrie gespeisst wird. Ihre Antwort darauf ist einfach eine fröhliche, nicht ernst zu nehmende Luftnummer.
unheilig (22.01.2008, 18:43 Uhr)
muhaaaaaaaa
na das die merkel auf clements seite ist das war ja wohl klarrrrr
Dewerth (22.01.2008, 18:37 Uhr)
Talkingkraut...
...wenn deine Nummer nicht so schlecht wäre, könnte man sie kabarettreif nennen. Das sind doch Peanuts im Vergleich zu den 850stelligen Beträgen, die solche Charakterfratzen wie Clement kassieren!
talkingkraut (22.01.2008, 18:07 Uhr)
Der Solarpapst als Lobbyist
Hermann Scheer, der von Ypsi in ihr Kompetenteam geholte Umweltexperte und Solarpapst, gibt für den Zeitraum Mai 2006-Aug 2007 als veröffentlichungspflichtige Angabe eines MdBs 21 Vorträge und Buchvorstellungen der Stufe 1 (1000-3500 €) an. Dazu noch Verlagshonorare der Stufe 3 (über 7000) für 2005, 2006 und 2007. Eine Schätzung, die die jährlichen Früchte einer solchen Lobbyistentätigkeit im knapp sechsstelligen Bereich ansiedelt, dürfte nicht falsch liegen. Bei den Vorträgen sagt Scheer mehr als zwanzigmal mehr oder weniger das Gleiche, und schreibt es dann in seine Bücher oder übernimmt es aus seinen Büchern. Scheer ist doch ein Prediger im Dienste der geldgierigen Solar- und Windenergiehaie. Das ist mit weit weniger Arbeit verbunden als ein Aufsichtsratsmandat, das viel Ärger einbringt und ganz schön Arbeit macht. Wenn die SPD wissen will, was ein Lobbyist ist, sollte sie sich mit dem Solarpapst in Ypsis Kompetenzteam beschäftigen, der Clement wegen parteischädigendem Verhalten aus der SPD ausschließen wollte.
H.P. (22.01.2008, 18:02 Uhr)
gleiche Charaktere
Frau Merkel hat die gleiche Charaktere wie Herr Clement, wie die ist, kann sich jeder selbst bilden. Ich persönlich weiß nun was ich von diesen Persönlichkeiten halte.
Malt (22.01.2008, 17:50 Uhr)
Das Merkel...
...lobt aber auch wirklich alles, was nicht bei "drei" auf nem Baum verschwunden ist.
Kann die Frau eigentlich auch was Produktives, unsere heißumschwärmte "Moderatorin"? Gott, womit habe ich das nur verdient....
leichtschwer (22.01.2008, 17:47 Uhr)
Ja, darauf können wir doch stolz sein,
die Frau Merkel hat immer was Gutes zu sagen. Sie hat auch den Herrn Bush gelobt, als er im Irak die ganzen Waffenarsenale besiegt hat. Oder den Herrn Putin, als dieser in Rußland die Demokratie verteidigt hat. Ja, und jetzt zeigt sie, daß der Herr Clement was gesagt hat, was ihrer Partei in den Kram passt, auch wenn es völliger Blödsinn ist!
MEHR ZUM ARTIKEL
Wolfgang Clement Buckeln war nie sein Ding

Er sagt, was er denkt. Deshalb droht Wolfgang Clement nun der Ausschluss aus der SPD - er ist der hessischen SPD-Spitzenkandidatin Andrea Ypsilanti in den Rücken gefallen. Ein typischer Clement. Denn schon immer ist der Sponti mit deftigen Sprüchen angeeckt. mehr...

Streit um Clement Wolfgang im Dschungel-Camp

Ex-Minister Clement macht Wahlkampf gegen seine Partei. Und die unterstützt ihn noch dabei. Die SPD-Führung sollte ihn besser ignorieren statt mit Rauswurf zu drohen. Und Clement sollte von sich aus gehen - um das letzte bisschen Ehre zu retten, das ihm noch geblieben ist. Ein Kommentar von Andreas Hoidn-Borchers. mehr...

 
Leser werben Leser

Jetzt den stern empfehlen und attraktive Prämie sichern!

 
 
 
 
 
stern - jetzt im Handel
stern (23/2012)
Rettet die Liebe