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20. September 2007, 13:25 Uhr

"Die Regierung zerbricht an der inneren Sicherheit"

Im stern.de-Interview wirft Ex-Justizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (FDP) Verteidigungsminister Jung vor, die Menschen mit verfassungsfeindlichen und realitätsfernen Äußerungen in Angst zu versetzen. Der Kampf gegen den Terror stoße im Grundgesetz an eine unantastbare Grenze.

Die FDP-Abgeordnete und frühere Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger am Mittwoch während der Aktuellen Stunde zu Jungs Anti-Terror-Plänen.© Wolfgang Kumm/DPA

Frau Leutheusser-Schnarrenberger, sie kritisieren die Pläne der Unionsminister Jung und Schäuble, das Grundgesetz zu ändern. Aber würden Sie nicht auch zu jenen gehören, die laut Gesetzesänderungen forderten, sobald ein entführtes Passagierflugzeug in ein Stadion stürzen würde?
Nein. Ich fordere nur Gesetzesänderungen, die nach dem Grundgesetz und der aktuellen Rechtssprechung überhaupt diskutabel sind. Danach gibt es nur einen ganz engen Spielraum, nämlich: ein ausschließlich mit Terroristen besetztes Flugzeug abschießen zu dürfen.

Den jüngsten Vorschlag von Justizministerin Zypries - Abschusserlaubnis bei unbemannten oder nur mit Terroristen bemannten Flugzeugen - würden sie demnach unterstützen?
Frau Zypries bewegt sich mit ihrem Vorstoß zumindest im Rahmen des Grundgesetzes. Doch auch das müsste sorgfältig gesetzgeberisch geprüft werden. Für Herrn Jungs Pläne lässt das Grundgesetz keinen Spielraum. Die sind realitätsfern und versetzen die Menschen in Angst. Deswegen dokumentiert der heutige Vorstoß von Bundesjustizministerin Zypries die Zerrissenheit dieser Koalition, die auch in Fragen der inneren Sicherheit zu zerfallen droht.

Aber muss eine wehrhafte Demokratie nicht in der Lage sein, sich auch neuen sicherheitspolitischen Herausforderungen anzupassen? Auch wenn dafür das Grundgesetz geändert werden muss?
Natürlich muss sich eine Gesellschaft auf neue Herausforderungen einrichten. Aber nicht jede Antwort darauf ist möglich. Unser Staatswesen mit den rechtsstaatlichen Verankerungen, die wir uns aus guten Gründen nach '45 gegeben haben, darf nicht im Kern geändert werden. Gerade der diskutierte Abschuss von Flugzeugen zeigt ja, dass hier einige Politiker bereit sind, den Artikel 1 des Grundgesetzes - die Unantastbarkeit der Menschenwürde - in Frage zu stellen.

Schäubles juristische Strategie besteht darin, das Verweigerungsrecht der Piloten dadurch auszuhebeln, dass er den Abschuss über Kriegsrecht rechtfertigt. Hat er hier einen gangbaren rechtlichen Weg gefunden?
Nein, dieser Weg wird nicht rechtlich gangbar sein. Zum einen kann er nach jetzt geltendem Rechtszustand keinen Soldaten anweisen, ein Flugzeug abzuschießen. Dieser Befehl darf nicht befolgt werden. Er würde zu einer Straftat auffordern, und das verbietet das Soldatengesetz. Zum anderen wird es nach dem Spruch des Bundesverfassungsgerichts auch nicht möglich sein, die Gefahr durch ein gekapertes Passagierflugzeug zu einem Verteidigungsfall umzudefinieren.

Warum nicht? Es ist doch Krieg gegen den Terrorismus.
Wir sind nicht im Krieg. Das Bundesverfassungsgericht sagt unmissverständlich, auch die große Bedrohung durch ein entführtes Flugzeug ist kein Angriff auf unsere freiheitlich-demokratische Grundordnung. So groß die Gefährdungen sind, so sehr müssen wir sehen, was man tun kann - und was man tun darf. Es gibt in der Verfassung festgeschriebene Grundsätze mit 'Ewigkeitsgarantie', die man nicht aushebeln kann. Kein Minister, keine Regierung, keine Kanzlerin kann das.

Das heißt, sie würden letzten Endes die Toten im Flieger und im Stadion in Kauf nehmen, anstatt zumindest die Hälfte davon retten zu können?
Ich sage: Die Menschen im Flieger sind, auch wenn sie in den Händen von Terroristen sind, gleichwertige Menschen wie die am Boden. Und ich wehre mich dagegen, dass eine extreme Ausnahmesituation, die man so nicht regeln kann, als Grundlage und Normalzustand der Politik angenommen wird.

Ex-Verteidigungsminister Struck hat schon vor Jahren gesagt hat, dass er notfalls einen Flieger abschießen lassen und dann zurücktreten würde. Ist es da nicht Heuchelei, wenn er jetzt seinen Nachfolger Jung kritisiert?
Herr Struck hat lediglich das Dilemma aufgezeigt, in dem sich ein Minister in solch einer Situation befindet. Herr Jung ist sehr viel weiter gegangen. Er nimmt ein vermeintliches Recht in Anspruch, das es gar nicht gibt - nämlich das Recht auf übergesetzlichen Notstand. Er möchte, dass Piloten einen rechtswidrigen Befehl befolgen. Das hat eine ganz andere Qualität als damals die persönlichen Überlegungen von Herrn Struck.

Angela Merkel hat sich bislang nicht zu den Plänen Ihrer Minister geäußert. Kann sich eine Kanzlerin leisten, einen Streit in so einer wichtigen Frage auszusitzen?
Das kann sich eine Regierung nicht leisten. Bundeskanzlerin Merkel ist aufgefordert, endlich für Klarheit in der Regierung zu sorgen. Und sie hat Herrn Jung für seine verfassungsfeindlichen Äußerungen zur Ordnung zu rufen.

Was kann eine Opposition tun, um einen Minister hier wieder auf eine verfassungsgemäße Linie zu bringen?
Gestern wollten wir eine Regierungserklärung erreichen, die Klarheit schafft. Dem hat sich die Koalitionsfraktion verweigert. Auch eine aktuelle Stunde zu dem Thema hat kein Ergebnis gebracht. Für die nächste Sitzungswoche bereiten wir einen Antrag auf Missbilligung von Herrn Jungs Äußerungen vor. Das sind die Möglichkeiten, die wir haben. Wenn die Mehrheit des Bundestages - die Koalitionsfraktion mit den SPD-Abgeordneten - diesen Minister stützt, gelingt es der Opposition nicht, ihn aus dem Amt zu hebeln.

stern.de-Blog

stern.de-Blog Sabine Leutheusser-Schnarrenberger, rechtspolitische Sprecherin der FDP-Bundestagsfraktion und frühere Bundesjustizministerin, ist Autorin des stern.de-Blogs So ist's Recht! Zu den aktuellen Grundgesetzänderungsplänen des Verteidigungsministers schreibt sie: "Jung braucht juristische Nachhilfe." Diskutieren Sie hier mit!

Interview: Florian Güßgen
 
 
KOMMENTARE (10 von 28)
 
Fox59Fire (23.09.2007, 05:47 Uhr)
Abschießen oder fliegen lassen?
Fakt ist, das sich mutmaßliche Terroristen nicht um ihr eigenes Leben sorgen, sondern ihren Auftrag erfüllen bzw. ihr Ziel erreichen wollen. Wie dieser Auftrag bzw. ihr Ziel aussieht, das wissen nur die Terroristen selbst. Wer weiß schon mit absoluter Sicherheit, ob die Terroristen mit Angaben zu ihrem Auftrag und/oder Ziel nicht die Unwahrheit sagen? Eine Evakuierung ist nur dann sinnvoll, wenn das Ziel unzweifelhaft feststeht. Solange sich jedoch ein Flugzeug in der Luft befindet, solange ist es nicht nur eine Gefahr für das angebliche Ziel, den Impact-Point, sondern auch für die gesamte Region, die das Flugzeug nach einer unvorhergesehenen und nicht angekündigten Richtungsänderung überfliegen könnte. Will man halb Deutschland evakuieren, nur weil das Flugzeug aufgrund einer nur schätzbaren möglichen Flugstrecke in besagtem halben Deutschland von Terroristen zum Absturz gebracht werden könnte? Schon mal daran gedacht, dass die Terroristen lügen könnten, um ihre wahren Absichten zu verschleiern? Piloten werden bis zuletzt die Hoffnung haben, das die lebensbedrohliche Aktion irgendwie doch noch zu einem guten Ende führt, denn auch sie haben in aller Regel eine Familie bzw. Angehörige, die sie wieder sehen möchten. Den Helden, der sich im Kinofilm für seine Kameraden oder Freunde selbstlos opfert, wird man in solch einer Situation wohl mit der Lupe suchen müssen. Eine Fernsteuerung, die im Inneren des Fugzeugs nicht manipuliert werden kann, wäre sicherlich eine Möglichkeit, die Maschine z. B. über wenig bewohntem Gebiet kreisen zu lassen, doch was wäre, wenn der Sprit alle ist? Die Maschine ferngesteuert zu landen, wäre ein Ausweg, doch was wäre, wenn die Terroristen sie an bestimmten Stellen so sehr demolieren, das die Fernsteuerung keinerlei Auswirkungen mehr zeigen würde und ein unkontrollierter Absturz unausweichlich wäre? Es hilft alles nichts: Abwarten und die Maschine solange fliegen lassen, bis der Auftrag bzw. das Ziel der Terroristen aufgrund des Einschlagkraters deutlich und unzweifelhaft erkennbar ist, kann nicht der richtige Weg sein. Er wäre höchstwahrscheinlich der Weg, der zur größten Anzahl an Opfern führen würde.
Spocks_Kommentar (21.09.2007, 20:49 Uhr)
Hofffentlich
Hoffentlich behält Frau Leutheusser-Schnarrenberger recht!
Wenn sich dieses Gruselkabinett endlich selbst hochjagen und einer vernünftigen (links-)Regierung Platz machen würde, hätte die Wundertüte Jung wenigstens eine historische Tat mit Größe vollbracht!
Also, auf zum letzten Gefecht, Herr Minister.....
Nostradamus (21.09.2007, 20:00 Uhr)
Struck hat im übrigen recht
Das Grundgesetz ist eine Sache. Herr Struck hat das Dilemma erkannt.
Letztendlich ist das eine Art persönlicher Notstand und alle inkl. der Piloten müssen dann als wahre Staatsbürger in Uniform entscheiden.
Grundsätzlich ist die Geschichte mit dem Stadion aber nur konstruiert. Wenn man das Ziel kennt kann man evakuieren.
Weiterhin ist das Risiko, dass eine einfache Entführung durch Überreaktion eskaliert.
Jedenfalls ist es ein ganz anderer Schnack wenn die Luftwaffe in die Luft geht und dann als Manöver des letzten Augenblickes das Schlimmste verhindert.
Herr Struck hätte da seinen Mann gestanden und Verständnis dafür gehabt, dass er unter extrem widrigen Umständen eine schwere Entscheidung treffen mußte!
Ob Leute wie Herr Schäuble noch das richtige Augenmaß haben möchte ich bezweifeln.
Im Übrigen finde ich es schön, dass die FDP wieder eines ihrer Kernthemen entdeckt:
Hüter der Verfassung.
Dank dafür.
Nostradamus (21.09.2007, 19:51 Uhr)
Schäuble als Nostradamus
Frau Leutheusser-Schnarrenberger mir ist zugetragen worden, dass Sie Herrn Schäuble als modernen Nostradamus bezeichneten.
Herr Schäuble ist allenfalls eine Cassandra. Er unkt nach belieben und er manipuliert um sein Ziel zu erreichen.
Ich bin kein Jurist aber meines Wissens ist die Vorgehensweise von Herrn Schäuble in der letzten Terroraufdeckungsaktion nach deutschem Recht illegal.
Soweit ich weiß müssen die Ordnungskräfte unmittelbar einschreiten wenn eine Straftat begangen wird. Was nicht geht ist das sammeln von Straftatbeständen. Meines Wissens gilt das sogar als Begünstigung einer Straftat. Ich kenne da mindestens einen Kripo Mann der auf diesem Weg in den 70'igern zum Streifenpolizisten geworden ist.
So gesehen hat Herr Schäuble die Großtat erst möglich gemacht indem nicht früh genug eingeschritten wurde.
Damit ist er aber das Risiko eingegangen, dass der Sprengstoff evtl. doch hergestellt worden wäre wenn die "Terroristen" schlauer gehandelt hätten.
Was eine schmutzige Bombe anbelangt. Diese ist in Deutschland recht einfach herzustellen. Man bekommt sogar radiokatives Material im Supermarkt nur kaum einer der Käufer weiss wo es drin ist. ;-)
In Deutschland kann man mit wenig Kenntnis auch problemlos Uran aus Pechblende gewinnen, die es hier "reichlich" gibt.
Herr Schäuble, die alte Unke, ist jedenfalls kein Nostradamus. Nostradamus ist ein historischer Person, die mit Zuversicht versucht hat gegen die Pest und alles anzukämpfen und den Menschen Mut für eine schöne Zukunft zu geben aber aufzuzeigen welche schwieriger Weg bis dahin bevorsteht.
Das hat er so gut er konnte gemacht und aus meiner Sicht mit mehr oder minder erstaunlichem Geschick denn seine Werke haben in jeder Zeit Menschen inspiriert diese zu interpretieren und an Hand aktuell erkennbarer Entwicklungen "zu deuten".
Dass das alles mehr oder minder Humbug ist, da müssen wir bitte nicht diskutieren.
Ich glaube nur an die Macht der Statistik, Mathematik und Logik mit der man unter Berücksichtigung von Wahrscheinlichkeiten vieles ziemlich gut vorhersagen kann. Dies versuchen die Menschen seit Jahrtausenden ( Auguren, Sybillen, das Orakel von Delphi etc.) seien genannt und heute versucht man sich sogar in Wettervorhersage, obwohl man dieses komplexe Gleichungssystem mit einer unbekannten Zahl von Unbekannten nur unzureichend kennt.
Bitte nennen Sie den Mann nie wieder Nostradamus. Das wäre eine Beleidigung für jemanden, der wirklich etwas für die Menschen getan hat.
Malt (21.09.2007, 17:44 Uhr)
@guenti2477
Naja... das WTC war ja nun, mit seinen hunderten Firmensitzen von banken und Versiucherungen, ein nicht unerhebliches Symbol des Weltkapitalismus!
.
Und, ehlich gesagt, glaube ich, es ist wahrscheinlicher dass wir von Aliens angegriffen werden, als dass sich so ne Geschichte mit gekaperten Linienfliegern, die als Bomben benutzt werden, wieerholt. DENN OHNE DIE PILOTEN WÄRE AUCH DER 09/11 NICHT MÖGLICH GEWESEN! Die hielten das ganze damals sicher für ne normale Flugzeugentführung, und sind deshalb auf die Forderungen der Terroristen eingegangen, die sicher nicht lauteten, sie mögen doch bitte in das WTC rasen... sondern halt nach NY... und in Sichtweite des WTCs haben die dann die Piloten erledigt und das Steuer übernommen!
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D.h. wenn man Flugzeuge so sicher macht, dass ausser den Piloten und der Copiloten keiner ein solches Flugzeug steuern kann, hat man die Problematik schon aus der Welt geschafft. Denn ein Flugzeug, dass sich nciht von terroristen lenken lässt, lässt sich auch nicht zur Bombe umfunktionieren. Am ebsten gekoppelt mit einem Autopiloten, der eine Notlandung auf unbebautem Gebiet vornehmen kann. Problem gelöst!
guenti2477 (21.09.2007, 11:01 Uhr)
@stiller Beobachter
Du kannst es Dir also nicht vorstellen, dass Terroristen das Leben von zig-tausend Menschen zerstören wollen? Warst Du in den letzen Jahren eingefroren? Was war den mit dem World-Trade Center, der Londoner U-Bahn, dem Flughafen London und den Anschlägen in Madrid. Sowie der unzählig vielen kleineren Attentante in diversen Urlaubsgebieten? Ganz zu schweigen von den Versuchen.
Achso - ja, stimmt, das war kein Fußballstadion - weil Terroristen sind ja Fans und das wäre keine gute Publicity. Dann lieber ein Bankenkomplex, denn da arbeitet ja niemand. Glaubst Du allen ernsten dass es einen Terroristenschwachkopf interessiert, welchen Freizeitaktivitäten die Opfer nachgehen?
Was ist das überhaupt für ein gerede. "Man darf die Grundprinzipien und das höchste Gut nicht über Bord werfen" - aber wenn es dann doch eintritt ist es ja auch nicht so schlimm, wenn man sie dann über Bord wirft. Man darf eben nur vorher nicht darüber sprechen.
Manche Beobachter sind besser wirklich still.
Ginnungagap (20.09.2007, 22:37 Uhr)
@Roy
Du kennst die Grube Messel. Ich fühl mich geehrt. Wie klein die Welt doch ist^^
schlotti (20.09.2007, 22:25 Uhr)
@StillerBeobachter
Ich stimme Ihnen zu wenn Sie sagen, dass man um einer hypothetischen Bedrohung willen nicht einfach das GG - insbesondere Art. 1 - über Bord werfen darf.
Aber Ihrem Argument, Terroristen würden doch mit einem Flugzeug nicht in ein Stadion stürzen wollen (um der Zivilisten willen), sondern eher in ein "Machtzentrum", kann ich nicht ganz folgen.
Genau das, nämlich Zivilisten umzubringen, macht doch Terror erst aus! Terroristen sind verblendete Arschlöcher. Jeder Vernunft unzugänglich. Mit normalen Maßstäben nicht zu messen.
Terroristen glauben zum Beispiel, dass es "um der Sache willen" in Ordnung ist, wenn unschuldige Menschen dran glauben müssen (Bei den Armeen dieser Welt nennt man genau dies Kollateralschaden).
Unser Grundgesetz lässt das nicht zu! Und zwar auf ewig. Unverhandelbar.
Wer als Minister etwas anderes fordert, handelt entgegen seines Amtseides.
Und ist damit untragbar.
MfG,
Schlotti
Blahblub (20.09.2007, 22:06 Uhr)
...
Kann man die Diskussion nicht überflüssig machen, indem man von allen Fluggesellschaften verlangt, ihr Cockpit zu sichern, so dass von Außen niemand ins Cockpit eindringen kann? Dann gäbe es nur noch die Möglichkeit, das von Anfang an Terroristen im Flugzeug als Flugzeugkapitäne sitzen, aber dann müsste die gesamte Crew aus solchen Elementen bestehen und dies ist doch recht unwahrscheinlich.
Also lieber die Pilotenkanzeln besser sichern. Außerdem ist es ein Unding, dass ein Minister (!!!) sich über die Entscheidung des BVerfG einfach so hinwegsetzt und missachtet, dies schon ankündigt, dann soll er sich liber von Anfang an für eine Änderung des GG aussprechen. Aber dieses Verhalten war und ist eines Mitgliedes einer Regierung unwürdig. An Stammtischen kann man so reden, aber nicht als Minister.
Das die CDU trotz Schäuble (der Clown ist auch eine Nummer für sich) und Jung in den Umfragen so gut abschneidet, zeigt wie unfähig und verloren die SPD ist.
StillerBeobachter (20.09.2007, 21:45 Uhr)
Das sind doch alles nur hypothetische Gedankenspiele!
Ich kann mir nicht vorstellen, dass Terroristen das Leben von zigtausenden Menschen zerstören wollen.
Was immer wieder vergessen wird - auch diese Terroristen, die ja aus dem Untergrund agieren, brauchen für ihre politischen Ziele die Unterstützung in weiten Teilen ihrer Gesellschaft, wenn sie den Kapitalismus und Imperialismus bekämpfen wollen. Da sucht man sich doch nicht ein Fußballstadion als Angriffsziel aus, sondern vielleicht den Reichstag oder einen Bankenkomplex in Frankfurt (z.B. den der Deutschen Bank oder der EZB), eben die Zentren der Macht und des Kapitalverkehrs.
Natürlich wird im Ernstfall ein gekaptertes Flugzeug abgeschossen, sofern es als Waffe für terroristische Zwecke missbraucht wird. Aber deswegen kann man nicht einfach eherne Grundprinzipien der Verfassung über Bord werfen, so z.B. dass das menschliche Leben als höchstes Rechtsgut weder quantifizierbar noch qualifizierbar ist und es zu keiner Güterabwägung kommen darf.
Der BGH wird einen solchen Abschuss nach intensiver Prüfung des Sachverhaltes sicher entschuldigen, wenn die Gefahr für das Leben einer hohen Anzahl an Menschen dadurch verhindert werden konnte und der Abschuss das wirklich einzige Mittel der Gefahrenabwehr sein sollte.
Diese Praxis auf eine gesetzliche Grundlage zu stellen und damit eherne verfassungsrechtliche Grundprinzipien über Bord zu werfen, ist hingegen völlig absurd. Aber irgendwie spinnen sie zur Zeit alle in der CDU, von Stasi-Schäuble bis hin zu Kriegsminister Jung. Und auch einem Struck trau ich zu, dass er in diese Richtung noch einschwenkt.
Solche Hysteriker braucht kein Mensch!
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