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12. Juli 2009, 11:18 Uhr

Blüm wettert über Rentenpfusch

Eigentlich sollte die Rentengarantie Klarheit schaffen und Millionen von Senioren beruhigen. Doch nach den deutlichen Worten von Finanzminister Steinbrück rücken immer mehr Politiker von der Zusage ab. Auch Wirtschaftsminister Guttenberg äußerte sich kritisch. Norbert Blüm sprach gar von "Pfusch".

Rentengarantie, Guttenberg, Steinbrück

Früher war er der größte Fürsprecher der Rente, doch selbst Norbert Blüm mag der aktuellen Rentenpolitik der Regierung nichts Gutes abgewinnen© Nigel Treblin/DDP

Nach Bundesfinanzminister Peer Steinbrück hat auch Wirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg die Rentengarantie infrage gestellt. Angesichts der Wachstumsprognose der Bundesregierung sei die "sogenannte Rentengarantie" für das nächste Jahr "rein deklaratorisch", sagte der CSU-Politiker der "Welt am Sonntag". Darauf sei Arbeitsminister Olaf Scholz schon bei der Verabschiedung des Vorhabens hingewiesen worden. "Rechnen hilft", empfahl Guttenberg seinem SPD-Kabinettskollegen.

Die Grünen-Spitzenkandidatin Renate Künast kritisierte beide großen Parteien scharf. "Union und SPD veräppeln die jüngere Generation", bemängelte sie gegenüber der Zeitung. "Sie haben einseitig eine Generation bedient und hinterlassen den Jüngeren die höchsten Schulden seit 60 Jahren".

"FÜr spätere Generationen wird es teuer"

Auch vom Bund der Steuerzahler kam Kritik. Präsident Karl Heinz Däke sagte "Bild am Sonntag": "Die Rentenerhöhung und die Aussetzung der Rentenformel sind auf lange Sicht Fehler, die für spätere Generationen sehr teuer werden. Schon jetzt werden ja fast 80 Milliarden Euro Steuermittel jährlich für die Rente ausgegeben. Das entspricht 25 Prozent des Bundeshaushalts, und der Anteil wird weiter steigen."

Für den früheren Arbeitsminister Norbert Blüm (CDU) ist die Rentengarantie "nichts als ein Ablenkungsmanöver. Die Rentenpolitik der letzten Jahre ist Pfusch, und Pfusch wird nicht durch Vertuschung besser." Blüm weiter: "Die Renten sollten den Löhnen in guten wie in schlechten Zeiten folgen, allerdings bräuchten wir dazu die Rückkehr zum alten soliden System. Auf einer falschen Grundlage ist alles falsch."

"Umverteilung zugunsten der Rentner"

Renten-Experte Bernd Raffelhüschen, Direktor des Forschungszentrums Generationenverträge, sieht in der Rentengarantie "eine Umverteilung zugunsten der Rentner auf Kosten zukünftiger Generationen und der heutigen Jugend." Raffelhüschen: "Das ist ein eklatanter Bruch des Gleichbehandlungsgrundsatzes zwischen Erwerbstätigen und Rentnern. Die Lohnsteigerungen der Erwerbstätigen werden zwar 1:1 an die Rentner weitergegeben, die aktuellen Lohnsenkungen aber nicht."

Der Vorsitzende des Sachverständigenrats der Bundesregierung, Wolfgang Franz, stärkte Steinbrück in der Sache den Rücken. "Diese Äußerungen hätte ich mir von Peer Steinbrück früher gewünscht", sagte er. "Ich halte die Rentengarantie für einen Sündenfall".

Steinbrück hatte die Berechtigung der Rentengarantie infrage gestellt. Er habe große Zweifel, ob dies für nachfolgende Generationen das richtige Signal sei, sagte der SPD-Politiker. Den heutigen Rentnern gehe es so gut wie keiner Generation zuvor. Die Leidtragenden seien dagegen die heute 25- bis 35-Jährigen. Die Rentengarantie sieht vor, dass die mehr als 20 Millionen Rentner künftig auch bei sinkenden Löhnen keine Kürzung ihrer Bezüge fürchten müssen.

Reuters/DPA

 
 
KOMMENTARE (10 von 78)
 
utospatz (13.07.2009, 16:32 Uhr)
Mein lieber Norbert, für deine
eigene Steuerzahler finanzierte Pension hast Du millionen Beiträge erbracht, erzälst jetzt christlich, warum es vollbracht. Was für eine Demokratie, christlich und angeblich sozial, was für ein Land! Christlich?
Mikelm (13.07.2009, 07:01 Uhr)
Die, die niemals von einer normalen Rente leben ....
Herr Blühm hat sein Herz entdeckt, was er zu seiner Amstzeit, Herrn Kohl, geschenkt hatte. Schön für Ihn aber das Hilft nun auch nicht mehr man sollte den abgehalfterten Ministern nicht auch noch eine Bühne geben. Jetzt nach dem Sie nichts mehr zu sagen haben wollen Sie alles anders machen. Lächerlich!!!!
arniston (13.07.2009, 05:31 Uhr)
jauche predigen und wasser trinken
werden sie doch einfach kanzler in der spd, so sichert man auch seine rente.
dann lässt man den arbeitenden bürger mit leiharbeit hartz4 und euro job einfach über die klinge springen und hat lupenreine freunde.
allerdings müssen sie aus kleinem hause sein, so mutter putzfrau, nur dann können sie ihren aufstieg und die rente so richtig geniessen, der altersruhesitz in der 5.ehe , havanna und villa in hannover.
seien sie sozial sichern sie sich ihre rente , werden sie kanzler...
AST61 (13.07.2009, 01:28 Uhr)
nicht jammern..
bitte wählen gehen.
Und wenn man einen grossen Bogen um die Etablierten macht, dann klappts auch wieder mit der Verhinderung von Überhangmandaten, die den Wählerwillen ins Gegenteil verkehren können.
In der Hoffnung, dass das ganz wenige wissen, soll die Wahlrechtsänderung ja auch erst nach Sept09 kommen.
Aber wie ich die kenne, jaulen spätestens am Montag die ersten der Verlierer, dass die Wahl ja genau aus diesem Grunde ungültig wäre.
Wetten?
n8g8 (13.07.2009, 00:46 Uhr)
Bis wann???
Bei uns i der Prärie is nämlich ab zwölfe Schicht im Schacht.
Hier im CSU-Paradies Bayern gibts also noch einiges zu verbessern, so verwaltungsmäßig...
Sternchen2020 (13.07.2009, 00:00 Uhr)
@n8g8: schöner Witz;-)
hier in Berlin rappeln sich die Herrschaften so gegen 10 Uhr vormittags auf zu frischen Taten. Da ist mein Arbeitstag schon seit Stunden im Gang.
n8g8 (12.07.2009, 23:25 Uhr)
@sternchen
Ok, dann hoffe ich für Sie, dass Sie sich in Zukunft auch ne Privatklinik leisten können - ohne dass Ihnen alle Schwestern dort weh tun.
Ich verstehe SIE wirklich NICHT.-
Das Argument mit dem Bläh-Apperat würde ich ja noch gelten lassen - und auch den mangelnden Service aufm Landratsamt. Aber WIE soll denn bitteschön eben gerade dieser MALUS einigermaßen von der Verwaltung ausgeglichen werden?
Da hilft doch nur ne gute Bezahlung der Verwaltungsangestellten, damit sie auch gute Dienste leisten können.
Oder liege ich da falsch?!? *ironie*
Sternchen2020 (12.07.2009, 23:17 Uhr)
@n8g8 : Klares Nein!
Was uns an Bürokratie geboten wird, ist jenseits aller Akzeptanz.Vor allem hinsichtlich der Kosten.
.
Irgendwelche nennenswerten Hilfestellungen habe ich nie erfahren.
.
Ich verzichte auch gerne, wenn es dann endlich kostengünstiger wird. Wir brauchen diesesn Blähapparat in dieser Form keinesfalls. Er ist nichs als eine untragbare Last.
n8g8 (12.07.2009, 23:12 Uhr)
Bürokratie-Kosten
@gleichmann und @sternchen:
Wäre es nicht einfach schön, wenn Sie beide im Landratsamt sofort dran kämen - auch nach 16 Uhr? Weil dann könnten Sie beide da auch hin außerhalb ihrer Job-Zeiten...?
Und wäre es nicht schön, wenn im Fall einer Kündigung einer von Ihnen ohne Job dasteht, man sich bereits am zweiten Tag nach der Kündigung seiner Qualifikation angemessen vom Sachbearbeiter in der "Kartei" vermerken lassen könne?
Und wäre es nicht schön, wenn ein Härtefall eintritt und das Attest des Amtsarztes übernacht benötigt wird???
Dabei ist noch nicht einmal das Wichtigste, die Bildung, miteibezogen.
Eins steht fest: Wer im Öffentlichen Dienst einsparen will, der tut dies IMMER zulasten der Bürger.
Und dabei kann man über das Recht der Menschen, aus Bequemlichkeit in vollautomatischen U-Bahnen und S-Bahnen zu essen oder eben nicht, leicht lamentieren solange es nicht den eigenen Arbeitsplatz kostet!!!
WO BLEIBT DIE SOLIDARITÄT???
L.Gleichmann (12.07.2009, 22:45 Uhr)
@Sternchen
Das haben die Eidgenossen sdchon vor Jahren erledigt,per Volksentscheid wurde da das Berufsbeamtentum abgeschafft. Aber, Deutschland hat ja eine parlamentarische Diktatur...
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