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9. Mai 2007, 21:42 Uhr

Elternbeirat pro Ex-RAF-Terroristin

Überraschende Wendung im Streit um den Lehrer-Job einer Ex-RAF-Terroristin in Bremen: Der Elternbeirat der Schule will Susanne Albrecht halten. Sie solle "ihre sehr erfolgreiche Tätigkeit für die Kinder unserer Schule fortsetzen".

Ein Fahndungsplakat der Polizei zeigt die Fahndungsfotos der damaligen RAF-Terroristen, auch Susanne Albrecht war dabei© DDP

Die frühere RAF-Terroristin Susanne Albrecht soll nach dem Willen der Eltern weiter Sprachunterricht an einer Bremer Grundschule geben. Dafür habe sich der Elternbeirat einstimmig ausgesprochen, teilte ein Sprecher von Bildungssenator Willi Lemke am Mittwoch mit. Am Dienstagabend hätten sie zudem eine schriftliche Erklärung abgegeben, in der die Eltern Bestürzung und Empörung darüber geäußert hätten, dass mit der Vergangenheit von Albrecht Wahlkampf gemacht werde. Albrecht solle "ihre sehr erfolgreiche Tätigkeit für die Kinder unserer Schule fortsetzen".

Die Beschäftigung Albrechts war Anfang Mai dieses Jahres bekannt geworden. Die Bremer CDU hatte die Lehrtätigkeit als untragbar bezeichnet. Der stellvertretende Vorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Wolfgang Bosbach, hatte erklärt, es könne nicht sein, "dass eine Ex-RAF-Terroristin ausgerechnet durch die Arbeit mit Kindern resozialisiert werden soll".

Albrecht war unter anderem für ihre Beteiligung an der Ermordung des Bankiers Jürgen Ponto 1977 im Jahr 1991 zu einer Freiheitsstrafe von zwölf Jahren verurteilt worden. Seit April 1992 saß sie in der Justizvollzugsanstalt Bremen, wie das Bremer Justizressort auf Anfrage der CDU-Bürgerschaftsfraktion Ende vergangener Woche mitteilte. 1996 wurde Albrecht demnach auf Bewährung entlassen. Seit 1993 war sie im offenen Vollzug und arbeitete unter ihrem Ehenamen als Teilzeitkraft für einen freien Träger, der Lehrkräfte an Schulen vermittelt. Seither gab die Pädagogin an drei Grundschulen Sprachunterricht für Kinder mit schlechten Deutschkenntnissen.

AP

 
 
KOMMENTARE (10 von 13)
 
Topspin (10.05.2007, 14:13 Uhr)
Terror in der Schule ?
Die Mittel der Radikalen ändern sich. Statt Kugeln heute die neue Deutsche Rechtschreibung ;-)
Spass beiseite - Frau Albrecht hat ihre Strafe abgesessen und wäre ohne positive Beurteilung nicht auf Bewährung entlassen worden. Und damit ist für mich Ende der Debatte. Wenn wir Menschenrechte hochhalten, dann bitte auch in besonderem Masse die Rechte von denen die gefehlt haben und nun den Rückweg in unsere Gesellschaft suchen. Wenn Frau Albrecht ihren Job gut und engagiert tut, dann würde auch ich ihr meine Kinder anvertrauen !
Es ist eigentlich schade dass ein Aufruf zu Vergebung und offenherzigem Vertrauen von einem bekennenden Atheisten und nicht von den Mitgliedern einer christlichen Partei kommt. Meine Hochachtung vor den betroffenen Eltern, die erkennbar von Frau Albrecht überzeugt sind und für sie einstehen.
powdercat (10.05.2007, 11:13 Uhr)
Hexenjagd ??
Niemand will die Taten der RAF Terroristen schönreden. Aber in einem Land, in dem verurteilte und nicht verurteilte Straftäter Bundestagsabgeordnete sein können muss jeder nach verbüßter Strafe eine neue Chance haben. Das ist auch ein "christliches" Gebot; meine Damen und Herren von der Partei mit dem C am Anfang.
Wer Hass säht..
GordonBleu (10.05.2007, 11:08 Uhr)
Es gibt so viele beispiele, wo leute sich um 180° gedreht haben.
das schreibt richtigerweise ryan2k.
gleich nach dem zusammenbruch der nazi diktatur gab's in deutschland plötzlich nur noch widerstandskämpfer. gleich nach dem ende der ddr lebte dort plötzlich ein volk von demokraten. und man hatte ja auch von allem nichts gewußt, und wenn man etwas doch gewußt hatte, gab's diesen unerquicklichen befehlsnotstand. doch einverstanden ist man mit diesen systemen nie gewesen!! sicher hat die cdu noch irgendwo ein paar alt-nazis oder ost-blockflöten sitzen. die sollten die hüter aller moral mal der öffentlichkeit vorwerfen. aber halt, damit muß doch irgendwann mal schluß sein. landesvater öttinger hat dann auch nazi richter fillbinger quasi posthum begnadigt.
wallerer (10.05.2007, 10:45 Uhr)
Mehr Vertrauen
"Der stellvertretende Vorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Wolfgang Bosbach, hatte erklärt, es könne nicht sein, "dass eine Ex-RAF-Terroristin ausgerechnet durch die Arbeit mit Kindern resozialisiert werden soll"."
Herr Bosbach, vertrauen Sie den Eltern: Sie wissen besser, wem sie ihre Kinder anvertrauen wollen.
Sie persönlich oder andere, meist männliche CDU-Sprecher, haben aufgrund ihrer zeitintensiven politischen Karriere leider keinerlei Erfahrungen mit dem Schulalltag; die Eltern, die eine Lehrkraft täglich erleben, jedoch schon.
Raknarak (10.05.2007, 10:42 Uhr)
übliches gemecker.....
die dame hat ihre strafe verbüßt und wurde danach als lehrerin eingestellt. sollte sie den kindern bei bringen können für das ein zu stehen woran sie glauben, und ihnen auch noch den richtigen weg zeigen, nähmlich nicht den, den sie gegangen ist. dann ist sie ein riesiger gewinn in der gemeinde der lehrer die vor lauter frust nicht mehr lehren können oder wollen. da die eltern der kinder ihre arbeit als lehrerin würdigen....sollten die meckerer hier vielleicht noch einmal in sich gehen... und mal nachdenken ob die eltern der kinder nicht eher wüsten wo von sie reden und über wen sie reden!
NORDSEEFAN (10.05.2007, 10:35 Uhr)
Unverantwortlich gegenüber der Gesellschaft
Ich finde es unverantwortlich gegenüber der Gesellschaft, dass mit diesem Artikel über das Votum der Eltern zur Ex-Terroristin Albrecht der Eindruck erweckt wird, als wenn ELTERN(!) darüber entscheiden, wer ihre Kinder unterrichtet. Das paßt nicht in meine Wertewelt, so funktioniert Schule und Bildung in Deutschland zum Glück eben nicht!
Und überhaupt ist es verwunderlich, dass die SPD-geführte Bildungsbehörde in Bremen die Personalakten der Stadtteilschule e.V. nicht kennt oder kennen will. Da fragt man sich, ob da nicht auch noch ehemalige Linksextreme mit Berufsverbot im öffentlichen Dienst auf diese Weise doch unsere Kinder unterrichten. Dem sollte mal schleunigst von der Politik oder der Journaille nachgegangen werden!
Außerdem fragt sich, warum Frau Albrecht eine priviligierte Ausbildung erhalten hat und was sie überhaupt ausbildungsseitig befähigt, Schüler zu unterrichten. Manche Lehramtsanwärter warten ewig auf ein Referendariat und eine Einstellung im Schuldienst. Das ist nicht nur ungerecht, sondern ein Skandal ersten Ranges, was da in Bremen unter SPD-Regierungs- und Ressortverantwortung geschehen ist und gehört umgehend korrigiert.
gudrun13 (10.05.2007, 09:05 Uhr)
Hier habe ich eine Frage:
Dürfte auch ein verurteilter Mörder der meinetwegen eine Bank überfallen hat und zwei Kassierer erschossen hat, als Lehrer arbeiten wenn er seine Strafe abgesessen hat? Wenn ja - dann ist die Sache okay, dann kommt es auf eine Terroristen mehr oder weniger an deutschen Schulen auch nicht mehr an. Gott sei Dank sind meine Kinder übrigens aus der Schule! Wenn Nein, dann sollte das für alle gelten. Keine rechtskräftig verurteilten Raubmörder und keine rechtskräftig verurteilten Terroristen (die ja übrigens auch meist noch Mörder waren). So einfach ist das. Gleiches Recht für alle Mörder!
tagora-sagittara (10.05.2007, 09:00 Uhr)
Kennt denn niemand mehr den Spruch..
man soll sie an Ihren Taten messen!?..und damit meine ich nicht Ihre Vergangenheit,..dafür hat sie bezahlt.
Ryan2k (10.05.2007, 08:59 Uhr)
Gnade?
Meiner Meinung nach zeigt man wahre Größe wenn man auch vergeben kann !
Ich mein Leute können sich ändern. Es gibt so viele beispiele, wo leute sich um 180° gedreht haben. Die Eltern werden Susann persönlich kennen und vertreten daher her die Meinung sie sei gut für deren Kinder. Und warum sollte das nicht der Fall sein ? Jemand der eine Person nicht kennt sollte sich kein Urteil darüber bilden, Wer ?Wie ? Was? jemand ist...
catchme (10.05.2007, 07:59 Uhr)
Lehrer ...
Lehrer in Deutschland suchten schon immer die beamtete Sicherheit und gingen dann das " Risiko " einer linken Tendenzhaltung ein ... es gilt in Lehrerkreisen als chic links zu denken. Es gilt in Lehrerkreisen aber leider nicht als chic Leistung zu erbringen , dafür stehen die Ergebnisse der PISA-Studien !
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