. .
Politik in Deutschland
Schlagzeilen Themen Mobil iPad Blogs Investigativ Hefte
 
Fotocommunity
Fotocommunity

Treffpunkt für ambitionierte Amateurfotografie. Bilder hochladen und bewerten, sich mit anderen Austauschen. mehr...

Weblogs bei stern.de
Weblogs bei stern.de

Die Online-Tagebücher bei stern.de: Freie Autoren schreiben hier persönlich, direkt und eigenständig. mehr...

Information und Unterhaltung mit Steffen Hallaschka
sternTV - Information und Unterhaltung mit Steffen Hallaschka

Vertiefende Informationen zu der aktuellen und den vergangenen Sendungen von sternTV. mehr...

stern Investigativ
stern Investigativ

Das Recherche-Team des stern. Erfahren Sie mehr über die Recherchespezialisten und ihre Enthüllungen von Terrorismus bis Wettmanipulation. mehr...

 
23. Februar 2008, 13:26 Uhr

Union droht mit Ende der Koalition

Die SPD-Debatte über eine Zusammenarbeit mit der Linken in Hessen belastet zunehmend die Große Koalition in Berlin. Unionspolitiker drohen mit ernsten Konsequenzen bis hin zum Bruch der Koalition, für den Fall, dass sich Andrea Ypsilanti mithilfe der Linken zur Ministerpräsidentin wählen ließe.

Haben die Union gegen sich aufgebracht: Andrea Ypsilanti und Kurt Beck© Markus Schreiber/AP

Die Gedankenspiele in der SPD, Andrea Ypsilanti mit Hilfe der Linken zur hessischen Ministerpräsidentin wählen zu lassen, belasten zunehmend die Große Koalition in Berlin. Nach Informationen der "Bild"-Zeitung verständigte sich Bundeskanzlerin Angela Merkel am Mittwoch in einem vertraulichen Gespräch mit Unionsfraktionschef Volker Kauder auf ein Ende der "Friedenspflicht", sollte die SPD in Hessen mit der Linkspartei zusammenarbeiten. In einem solchen Fall könne die SPD von der Union kein Entgegenkommen mehr in Sachfragen erwarten.

"Spiel mit dem Feuer"

Der CSU-Vorsitzende Erwin Huber warnte offen vor unabsehbaren Folgen für die Große Koalition, sollte sich Ypsilanti mit Stimmen der Linken wählen lassen. "Ein Pakt mit der kommunistischen Linken wäre eine schwere Belastung für die Große Koalition", sagte Huber dem Blatt und warf der SPD ein "Spiel mit dem Feuer" vor. Niedersachsens Regierungschef Christian Wulff sagte, man könne mit einem Partner nicht erfolgreich zusammenarbeiten, wenn er Wähler derart täusche. CSU-Präsidiumsmitglied Markus Ferber forderte sogar, in diesem Fall das Bündnis mit der SPD im Bund aufzukündigen. Nach einem solchen Wählerbetrug gäbe es keine Grundlage für eine Zusammenarbeit mehr, sagte er der Zeitung. "Dann sollte die Kanzlerin die SPD-Minister entlassen und Neuwahlen ansteuern."

Klare Konsequenzen verlangte auch der frühere Unionsfraktionschef Friedrich Merz. "Ich halte es für unvorstellbar, dass wir in Berlin mit Herrn Beck und der SPD nach einer solchen Regierungsbildung so tun, als wenn nichts gewesen wäre, und die Koalition fröhlich weiter fortsetzen", schrieb Merz nach "Bild"-Informationen in einer E-Mail an die CDU-Mitglieder seines Wahlkreises Hochsauerland. Der wirtschaftspolitische Sprecher der Unionsfraktion, Laurenz Meyer (CDU), sagte dem Blatt, die Vertrauensbasis für eine Zusammenarbeit in Berlin werde zerstört, wenn die SPD in dieser Frage Wortbruch begehe.

SPD-Vorstand Scheer: Es ist kein Wortbruch

Bei den Sozialdemokraten gibt es darüber andere Ansichten. SPD-Bundesvorstandsmitglied Hermann Scheer hat sich offen dafür ausgesprochen, die hessische Landesvorsitzende Andrea Ypsilanti mit Stimmen der Linkspartei zur Ministerpräsidentin an die Spitze einer rot-grünen Minderheitsregierung wählen zu lassen. Es sei kein Wortbruch, wenn SPD und Grüne als Minderheitsregierung ohne inhaltliche Absprachen mit der Linkspartei anträten, sagte Scheer, der Superminister für Wirtschaft und Umwelt in einer Regierung Ypsilanti werden soll, der "Bild am Sonntag". "Es ist der Appell an das Parlament, die eigentliche Wahlsiegerin Andrea Ypsilanti zur Ministerpräsidentin zu wählen", unterstrich Scheer, der auch Träger des Alternativen Nobelpreises ist und als ausgewiesener Energieexperte gilt. "Ein Nichtantreten von Andrea Ypsilanti käme der Selbstaufgabe der SPD als gestaltende Kraft gleich." Die ganze Diskussion darum sei pharisäerhaft und trage gespenstische Züge.

Auswirkungen hatte der Streit auch auf den Wahlkampf in Hamburg. Dort prägte die Debatte über den Umgang der SPD mit der Linken den Endspurt der Parteien vor der Bürgerschaftswahl in Hamburg an diesem Sonntag. SPD-Spitzenkandidat Michael Naumann beteuerte, im Gegensatz zu Überlegungen für Hessen würde er sich nicht von den Linken zum Bürgermeister wählen lassen. Amtsinhaber Ole von Beust (CDU) konterte, er glaube zwar Naumann, aber nicht der SPD. Bei Sozialdemokraten in der Hansestadt löste die von Parteichef Kurt Beck ausgelöste Diskussion Verärgerung aus.

AP
 
 
KOMMENTARE (10 von 53)
 
Reality (24.02.2008, 14:24 Uhr)
Nichtwähler - warum ?
Kann man es einem Nichtwähler eigentlich übel nehmen, daß er nicht oder nicht mehr zur Wahl geht ?
Wenn man nachdenkt wie oft er doch belogen wurde.
Daß Versprechen nicht eingehalten wurden.
Wenn man das Posten geschachere den Klüngel der letzten Jahre revue passieren lässt.
Wer kann eigentlich so naiv sein und meinen, daß der Wähler dies alles toleriert, daß er nicht ein Mindestmaß an Ehrlichkeit will.?
Aber selbst, wenn nur noch 1 % des Wahlvolkes, oder soll ich sagen Stimmviehs; zur Wahl gehen würde, würden sich die Vertreter der Parteien nur wundern und Schelte für jene die sich erdreisten, nicht zu Wählen, übrig haben.
Mir ist bewußt, daß es nie den Idealzustand von Ethik und Moral geben kann und wird, doch was uns die letzten Jahre vorgelogen wurde geht einfach zu weit.
Es scheint nur noch die Politik gemacht zu werden die den Lobbyisten recht erscheint.
cobdet (24.02.2008, 13:39 Uhr)
@manesse
Es muss natürlich heissen " NICHT ANTWORTEN"
cobdet (24.02.2008, 13:22 Uhr)
@manesse
So ist es richtig ! Auf keine konkrete Frage antworten aber allen mit substanzlosen Geblubber auf die Nerven gehen.
Verschonen sie uns irgendwann mal mit ihren selbstgefälligen Halbwahrheiten ???
Ginge das ?? Oder reicht es dafür unter dem Trachtenhut auch nicht ?
manesse (24.02.2008, 12:50 Uhr)
@suvari
Da in unserem Staat die laufenden Kosten von Leuten, die nicht arbeiten, übernommen werden, kann man mit 345 Euro Taschengeld zwar keine großen Sprünge machen und ebensowenig im Luxus leben, aber man kommt über die Runden. Eine Grundversorgung ist hierzulande garantiert. Es ist nicht Aufgabe der Gesellschaft, für weitergehende Alimentierung aufzukommen.
oscarherz (24.02.2008, 11:22 Uhr)
überschätzt
Die Union überschätzt sich und weiß nicht wer dann ihr zur Macht verhilft. Man kann heute schon mit einem konstruktiven Mißtrauensvotum ala Kohl Frau Merkel entlasten. Die SPD hat die besseren Karten und Beck mag unscheinbar sein, aber dafür sehr gerissen. Und Neuwahlen bringen Schwarzgelb auch keine Mehrheit, denn die Reublik steht mehrheitlich links davon. Wie soll es dann weitergehen?
oper1979 (24.02.2008, 11:15 Uhr)
Gleichmacherei
Gleichmacherei ist doch das Letzte, was wir uns wünschen. Wir möchten aber mehr Gerechtigkeit. Sollen ruhig die Manager an ihren Millionen ersticken, das ist mir egal. Ich bin aber dafür, daß es endlich mal mit den vielen Nullrunden aufhört, daß wir vom angeblichen Aufschwung auch etwas merken, daß nicht alle Last auf die arbeitende Bevölkerung gelegt wird, daß nicht Firmen mit Riesengewinnen geschlossen werden. Ich bin auch ganz bestimmt nicht dafür, daß unser Sozialsystem von einigen (um Gottes Willen nicht von allen)als bequeme Hängematte genutzt wird - aber ich bin gegen den gegenwärtigen Turbokapitalismus - das kann so nicht weitergehen. Natürlich bin ich mir darüber klar, daß das "Linkewählen" nicht das Nonplusultra ist, ich möchte auch nicht, daß sie über 50 % bekommen. Aber wir haben doch nur diese einzige Möglichkeit, uns zu wehren. Das Kapital muß doch einfach wieder mehr Respekt vor der Bevölkerung bekommen.
Stefan1974 (24.02.2008, 08:49 Uhr)
Die Linke
Liebe Linke-Wähler,
wählt ruhig weiter die leeren Versprechungen der Linke. Ich werde es nicht tun: Ich möchte nicht, dass weiter Unsummen in die Sozialsystem gesteckt werden, jeder soll arbeiten, um seinen Lebensunterhalt selbst zu verdienen und nicht nur auf Almosen des Staates hoffen. Ich wäre dafür, für alle die Länder, in denen die Linke regiert, den Soli abzuschaffen, denn mit meinem Lohn werde ich keinen neuen Sozialismus unterstützen. Gleichmacherei ist eben keine soziale Gerechtigkeit!
Viele Grüße
Asteriskina (24.02.2008, 08:40 Uhr)
Probleme hausgemacht
Die Probleme sind doch hausgemacht. Ein vorgetäuschter Aufschwung, den vor allem Arbeitssuchende nicht erreicht, weil sie in zwangsarbeitsähnliche prekäre Beschäftigungsverhältnisse genötigt werden. Da sschadet sowohl CDU als auch SPD und schafft es, dass die Linke zu einer Volskpartei wird.
---------------------
Die Geschichte mit Beck ist m.E. medial aufgepusht, denn die Medien, im Schulterschlag mit der Großen Koalition, möchte Menschen einfach nur dahigehend umstimmen, die SPD in Hamburg nicht zu wählen, um einem weiteren Linksruck entgegen zu treten. Das wird kaum gelingen, die rote Welle rollt und die Verursacher wudern sich.
------------------
Politik, aber auch Medien müssen zu einer Neutralität aller Interessensvertretungen, bzw. neutralen Berichterstattung zurück kehren, anderenfalls wird es immer roter.
peterdevries (24.02.2008, 08:11 Uhr)
Politik machen
Ich finde es schon seitdem ich Beck zum ersten mal sah, erschreckend dass er immer von "Politik machen" redet. Als ob es das ziel ist warum er auf diese Position sitzt. Politik machen (meine Meinung nach) ist nicht das Ziel, sondern die Methodik um das Ziel zu erreichen. Dass er dabei offensichtlich den Weg verloren hat ist jetzt endgueltig klar geworden. Ich hoffe die Deutsche Waehler werden dass jetzt auch verstehen. Mit Ihm an der Spitze geht die Tahlfahrt SPD weiter.
gmathol (24.02.2008, 07:06 Uhr)
Nicht drohen! Machen!
Die grosse Koalition hat nichts bewegt, nichts geleistet ausser das die Armuts- und Militaerpolitik von Schroeder Kaspar fortgesetzt wurde.
7,4 Millionen Hartz IV Arme, hohe Arbeitslosigkeit nach wie vor und die Realkaspar Clowns meinen das Deutschland sich in Afghanistan zwecks Vernichtung von Steuergeldern dazu noch verfassungsmaessig illegal aufhalten sollte.
Hier kann wirklich nur noch die Linke helfen diesen Augias-Stall auszumisten.
MEHR ZUM ARTIKEL
Hessen Hauptsache gewählt

Während in Berlin alle streiten, ob sich Andrea Ypsilanti mit den Stimmen der Linkspartei zur Ministerpräsidentin wählen lassen soll, ist die Sache für die hessischen Genossen klar: Sie wollen, dass die 50-Jährige das Amt von Roland Koch übernimmt - ob mit den sechs Stimmen der Linkspartei oder ohne. mehr...

CDU-Fraktionschef Kauder "Dann hat die SPD die Linken am Hals"

Lässt sich Andrea Ypsilanti in Hessen mit Hilfe der Linkspartei zur SPD-Ministerpräsidentin küren? Selbst wenn, meint Unionsfraktionschef Volker Kauder im stern.de-Interview, würde die CDU auf Dauer davon profitieren. Seiner eigenen Partei rät er, die Finger von schwarz-grünen Koalitionen zu lassen. mehr...

Gastbeitrag Kurt Becks Strategie der Angst

Kurt Beck hat seine SPD in eine Sackgasse manövriert. Ängstlich drücken sich die Genossen vor einer offenen und ehrlichen Auseinandersetzung mit der Linkspartei. Stattdessen wollen sie sich verschämt dulden lassen. Gut gehen kann das nicht. Die SPD muss sich entscheiden: Für ein offenes Bündnis mit der Linken - oder für eine große Koalition. mehr...

 
Leser werben Leser

Jetzt den stern empfehlen und attraktive Prämie sichern!

 
 
 
 
 
stern - jetzt im Handel
stern (23/2012)
Rettet die Liebe