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17. November 2009, 17:44 Uhr

Bund der Vertriebenen stützt Steinbach

Der Bund der Vertriebenen hat die Bundesregierung aufgefordert, der Berufung von Erika Steinbach in den Beirat des Vertriebenen-Zentrums nicht im Weg zu stehen. Außenminister Guido Westerwelle lehnt die Berufung im Hinblick auf das deutsch-polnische Verhältnis ab.

Das Video ist nicht mehr verfügbar!


KOMMENTARE (1 von 1)
 
VolkerRockel (18.11.2009, 07:45 Uhr)
Typisch für die deutsche Politik...
Man stellt sich, ob der Diskussion über die Besetzung des Stiftungsrats ?Flucht, Vertreibung, Versöhnung? , schon die Frage, welchen Stellenwert man Vertriebenenorganisationen über 60 Jahre nach dem Ende des zweiten Weltkrieges politisch eigentlich noch beimessen sollte?

Klar, für die die Vertreibung erlebt haben (eigentlich müßte man wohl von den geflohenen und zwangsausgesiedelten Deutschen aus Osteuropa sprechen!), mögen Erinnerungen an die alte ?Heimat? weiterhin einen Stellenwert besitzen.

Unter Einbezug der biologischen Uhr, ist es aber vielleicht nicht ganz unwichtig der Frage nachzugehen, wer denn tatsächlich noch "Vertriebener" ist und wer überhaupt noch für sich in Anspruch nimmt ?Vertriebener? zu sein?

Denn für viele die heute noch für sich in Anspruch nehmen könnten ?Vertriebene? zu sein gilt, dass sie zum Zeitpunkt von Flucht oder Vertreibung Heranwachsende oder Kinder waren!- Die wenigsten dürften daraus für sich, über 60 Jahre nach dem Ende des zweiten Weltkrieges, den Anspruch ableiten wollen als ?Vertriebene? zu gelten!?


Die Vertriebenenorganisationen haben 1950 Ziele und Zweck ihres Zusammenschlusses in der ?Charta der deutschen Heimatvertriebenen? definiert.

Mißt man an der gesellschaftlichen Integration der Vertriebenen (geschätzte acht Millionen Menschen waren in die Bundesrepublik gekommen (etwa ein Sechstel der Gesamtbevölkerung), weitere vier Millionen in die ehemalige DDR!) den Grad der Erfüllung der Ziele und dem Zweck ihres Zusammenschlusses in Vertriebenenorganisationen, dann müßte man nun über 60 Jahre nach Gründung der Vertriebenenorganisationen eigentlich feststellen: ?Ziel und Zweck erfüllt?!- Damit haben sich die Vertriebenenorganisationen selbst überflüssig gemacht.

Mithin stellt sich sicherlich 2009 nicht unberechtigt die Frage: Wen oder was repräsentieren eigentlich die Vertriebenenorganisationen noch?


Und damit scheint mir das Dilemma, der Diskussion über die Besetzung des Stiftungsrats auf den Punkt gebracht!- Offensichtlich verweigern sich die Vertriebenenorganisationen ? oder sind es deren Funktionäre(?) ? zu Kenntnis zu nehmen, das sie obsolet geworden sind.- Und offensichtlich traut sich die Politik nicht, es ihnen zu sagen...