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30. Oktober 2007, 12:19 Uhr

Deutsche Lehrer die ältesten der Welt

Nicht nur die Pisa-Studien rücken die deutsche Bildungspolitik regelmäßig in ein zweifelhaftes Licht - nun schlägt eine Untersuchung eines Wirtschaftsinstituts Alarm: Die deutschen Lehrer sind zu alt. Die Hälfte aller Pädagogen sei bereits 50 Jahre oder älter.

In Bremen und Hamburg sind fast 40 Prozent der Lehrer älter als 55 Jahre© Patrick Seeger/DPA

Deutschlands Lehrer sind nach einer Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) zu alt. Eine "kurzsichtige Personalpolitik der vergangenen Jahre" habe dazu geführt, dass in Westdeutschland im Schuljahr 2005/2006 gut die Hälfte der Lehrer an allgemein bildenden und beruflichen Schulen älter als 50 Jahre war.

In Ostdeutschland seien 60 Prozent mindestens 45 Jahre alt, wie das arbeitgebernahe IW in seinem "Bildungsmonitor 2007" berichtete. Im internationalen Vergleich gehörten Deutschlands Lehrer damit zu den ältesten der Welt. Da es zu wenig Nachwuchs-Pädagogen gebe, drohe an vielen Schulen in den kommenden Jahren verschärfter Lehrer-Mangel.

Zwar hätten die Bundesländer einige bildungspolitische Hausaufgaben gemacht, bei der Personalplanung bestehe aber noch Nachholbedarf, meint das Institut. Am deutlichsten sei die Überalterung der Lehrerschaft in Bremen und Hamburg, wo fast 40 Prozent der Pädagogen älter als 55 Jahre alt sei. Da viele Lehrer bereits vor dem regulären Pensionsalter von 65 Jahren ausscheiden, verschärft sich das Problem des Lehrer-Mangels laut IW. Von gut 15.500 pensionierten Lehrern im Schuljahr 2005/2006 waren laut "Bildungsmonitor" fast 30 Prozent vorzeitig wegen Dienstunfähigkeit ausgeschieden. Aus den Universitäten komme zu wenig Nachwuchs, um in der Personaldecke drohende Löcher zu stopfen. Besonders an den weiterführenden Schulen der Sekundarstufe I und an den beruflichen Schulen seien große Lücken zu erwarten.

DPA
 
 
KOMMENTARE (10 von 17)
 
Styrbjoern (31.10.2007, 10:29 Uhr)
Wurde ich irgendwie falsch verstanden?
@Schwaebin
Im Prinzip habe ich doch das Gleiche wie Sie gesagt, nur anders formuliert. Zu wenig junge Lehrer und damit verbunden eine hohe Belastung der älteren. Von Ersetzen war bei mir nicht die Rede, eher von Ergänzen.
@romeodelta
Bin über 50 und habe zwei von der Misere betroffene Kinder, denke also, ich weiß, wovon ich schreibe. Von Abschieben habe ich nie etwas gesagt, eher davon, daß es zuwenig jüngere Lehrer gibt. Allerdings vermisse ich bei den älteren Semestern manches Mal die Bereitschaft zur Fortbildung. Insofern, romeodelta, am Thema leicht vorbei.
romeodelta (30.10.2007, 17:12 Uhr)
@Punito
Im Grunde genommen haben Sie recht - aber Qualität muss bezahlt werden und da ist der Knackpunkt! Wir brauchen mehr Lehrer (das Alter müsste egal sein) und kleinere Schulklassen. Wenn wir hier in Deutschland zu den führenden Ländern gehören wollen, müssen wir ausbilden und das fängt bereits in der Grundschule an. Lehrer müssen in der Lage sein (ob jung oder alt) auf die Bedürfnisse der Schüler einzugehen - nur so kann die Qualität der Ausblildung für die Schüler verbessert werden. Lehrer müssen sich der Herausforderung stellen und ihre Leistung regelmässig prüfen lassen. Allerdings muss der Staat dafür sorgen, dass sie sich ausreichend weiterbilden können. Ich abeite als Pädagoge für die Industrie und, wenn ich nicht dafür sorgen kann, dass meine Schüler qualitativ gut in meinem Fach ausgebildet werden, dann kommen die Schüler nicht voran und ich bin sofort weg. Damit habe ich persönlich kein problem - allerdings muss ich hinzufügen - ich habe höchstens 10-12 in meiner Klasse und wenn einer nicht mitkommt, habe ich dafür Sorge zu tragen, dass genau das erkannt und ein Programm für ihn ausgedacht und implementiert wird, damit er Erfolg hat - so einfach ist das und das schaffe ich im Alter von 50 oder 60 auch! Wenn nicht bin ich weg - dafür sorgt mein Arbeitgeber!
Punito (30.10.2007, 16:52 Uhr)
Zugegeben.....
es gibt Lehrer die mit 50 Jahren
beruflich mit den Nerven am Ende sind .
Das Problem betrifft in Wirklichkeit nicht alle 50jährigen dieses Berufstandes .
Nun gibt es zum Beispiel in Hessen
ein neues Leitbild für Lehrer zur
Umsetzung der längst überfälligen
Schulreform.
Das heißt im Klartext:
Noch mehr Arbeitsstunden und Fortbildungsseminare .
Abdecken an Unterrichtseinheiten
in benachbarten Schulen , fals dort
aus Krankheitsgründen der Kollege die Unterrichtsgarantie nicht einhalten kann .
Diese und andere Neuerungen werden
von jüngeren als auch älteren Kollegen bewältigt , obwohl auf Defizite innerhalb des System Schule
den Mitgliedern der Kultusministerkonferenz mitgeteilt wurde .
Es geht doch gar nicht um die 50jährigen Pädagogen .
Vielmehr geht es um Kosteneinsparungen innerhalb des Schulsystem .
Statt beamtete Lehrer sollen junge,
preiswerte Pädagogen im Angestelltenstatus den Unterricht managen.
Die Herren der Wirtschaft sollen erst mal ihren"Laden" besser organisieren.
Demnach müßten Herr Hundt und Konsorten schon längst in den Ruhestand geschickt werden.
belzebub99 (30.10.2007, 16:52 Uhr)
Das Alter spielt keine Rolle,
jedoch die Einstellung zum Lehren, die macht den Unterschied.
Gerade da hapert es in Deutschland auf der ganzen Linie! Beamtenstatus, keine Leistungskontrolle, keine Anreize, kein Interesse, keine Lust, alles egal, sowieso.....
Wir führen eine Diskussion über Schulsysteme und deren "Gliederung", als wenn es irgendjemanden weiterbrächte.
Organisieren Sie Unterricht mit interessierten und begeisterungsfähigen Lehrern und Sie werden Erfolg und Leistung erleben. Egal in welcher Schule.
Noch ein Satz: Nach 13 Jahren Schule in BW und BJ kann ich Ihnen hier versichern, erinnere ich mich nur an 2 Lehrer, die in die Kategorie "tauglich" einstufen würde. Einer davon fiel vor vielen Jahren dem Radikalenerlaß zum Opfer.
dbreuer (30.10.2007, 16:43 Uhr)
Das Alter ist nicht egal
Für den einzelnen Lehrer betrachtet ist das Alter natürlich egal.
Aber wenn die Gesamtheit der Lehrer betrachtet wird, ist es für einzelne Schulen existenzbedrohend, wenn das Kollegium veraltet.
Folge ist dann ein Wegfall vieler Lehren in kurzer Zeit, wenn diese dann das Verrentungsalter (oder die Altersteilzeit) erreichen.
Man könnte dann auch sagen: Der Letzte schliesst die schule ab.
Garnet (30.10.2007, 16:03 Uhr)
Alte
Mein Chef ist 67 und top drauf. Unser Elektroniker ist 69 und immer noch im Auslandseinsatz. Wir finden keine leute welche den Herausforderungen gewachsen waeren oder Willens waeren sich diesen zu stellen. Ob junge Lehrer oder alte Lehrer, das scheint bei der total verfahrenen Bildungssituation in Deutschland eher Nebensache. Vielmehr duerfte der Verfall der Gesellschaft, disziplinlosigkeit und Leistungverweigerung schon im jungen Alter hier eine uebergeordnete Rolle spielen. Im Prinzip verbloedet ein grosser Teil der Jugend. Das ist nicht die Schuld der Lehrer sondern der Eltern und der Politik. Wenn solche SPD und Gewerkschaftfritzen selbst keine Bildung haben, wie sollen die dafuer sorgen das Deutschlands Jugend eine Bildung bekommt. Schaut Euch die Typen doch nur an. Zum Glueck haben wir uns entschlossen unsere Ersparnisse und das geplante neue Auto in die Bildung unseres Sohnes zu investieren. In Australien.
romeodelta (30.10.2007, 15:57 Uhr)
@Styrbjoern
eine sechs bekommen Sie mein Lieber und das bekommen Sie von einem Lehrer! Ich bin Ihrer Meinung, wenn's um die Weiterbildung und Qualitätsprüfung der Lehrer geht aber einfach sie abzuschieben, nur weil sie 50 sind? Ich nehme Sie sind (noch) nicht 50? Und was für eine Gruppe recht und billig ist, muss auch für die anderen gleich sein oder? Es werden die Leistungen der Politiker und Manager auch nicht fortlaufend geprüft und sie machen mehr Mist als die meisten Lehrer!
Frei_Talk (30.10.2007, 15:41 Uhr)
Das Alter ist egal
Es ist egal ob ein Lehrer 25 oder 55 ist. Die Qualifikaton und die Motivation ist entscheidend. Und das Problem ist das nicht genug eingestellt werden. Und das Hauptübel hinter dieser Misere ist das in Deutschland Bildungspolitik Ländersache ist.
Und noch ein Wort zu den modernen Medien...Mein Gott hört doch auf diesen Mist ständig als etwas höheres zu klorifizieren. Das lenkt nur ab. An Mathematik oder Grammatik ändert sich rein gar nichts...nur weil eine Schule tolle neue Rechner bekommen hat und die älteren sie angeblich nicht bedienen können. Was nicht stimmt. Einen PC bedienen kann jeder Idiot...aber rechnen und schreiben und denken, dass lernt man vom Lehrer. Vor allem vom älteren...
Roy05441 (30.10.2007, 15:15 Uhr)
So sangen schon die Nibelungen,...
was hinterlass ich meinen Jungen!
Aus dem Arbeitsprozess schmeiß raus die Alten, die nie in der Lage, neues zu gestalten! Jetzt gehen Alle sie in Pension, was haben nun die Jungen davon?
hiro42 (30.10.2007, 14:55 Uhr)
Alt gegen Jung
Es geht hier nicht um "Alt gegen Jung" soderen darum, das nach wie vor die Bildungspolitik sträflich vernachlässigt wird und das es in Deutschland wohl nicht möglich ist ein gutes und stimiges Verhältniss vin alten UND jungen Lehrern herzustellen.
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