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29. Juni 2008, 15:42 Uhr

Deutsche sind demokratiemüde

Die Deutschen setzen nicht mehr auf die Demokratie: Jeder Dritte glaubt nicht mehr daran, dass die jetzige Staatsform Probleme löst. Und auch die Mitbestimmungsmöglichkeiten in der Demokratie können die Deutschen nicht mehr locken.

Selbst bei einer Bundestagswahl wollen die Deutschen nicht mehr unbedingt zur Urne gehen© Ralf Hirschberger/DPA

Jeder dritte Bundesbürger glaubt einer Umfrage zufolge nicht mehr daran, dass Demokratie Probleme löst. Fast jeder Zweite kann sich vorstellen, bei der Bundestagswahl im kommenden Jahr nicht abzustimmen, wie der Bremer "Kurier am Sonntag" und der Berliner "Tagesspiegel am Sonntag" unter Berufung auf eine Studie im Auftrag der Friedrich-Ebert-Stiftung (FES) berichteten.

Demnach sprachen sich rund 57 Prozent der Befragten für eine Reformpause oder eine Rücknahme der Veränderungen aus. Das Münchner Institut Polis/Sinus hatte für die Erhebung 2500 Bundesbürger befragt. "Ich fürchte, rund ein Drittel der Menschen hat sich schon von der Demokratie verabschiedet", wurde Frank Karl von der FES zitiert. Während der Studie zufolge im gesamten Bundesgebiet jeder Dritte glaubt, dass Demokratie keine Probleme mehr löst, sind in Ostdeutschland rund 53 Prozent dieser Ansicht. Insgesamt zweifelten vier von zehn Bundesbürgern daran, dass die Demokratie überhaupt noch funktioniere.

Überraschend war dem Bericht zufolge für die Forscher, dass sich nicht nur wirtschaftlich schwächere Schichten demokratiekritisch äußerten, sondern der Glaube an das politische System offenbar insgesamt dramatisch zurückgegangen ist. "Das deutet darauf hin, dass viele Menschen fürchten, demnächst abzurutschen, und sie machen das System dafür verantwortlich", erklärte Karl. Der Umfrage zufolge fühlen sich sich nur 62 Prozent der Bürger gerecht behandelt, während jeder Vierte angab, ungerecht behandelt zu werden. Nur knapp jeder Dritte geht demnach optimistisch in die kommenden Jahre.

Der große Rest befürchte Einschränkungen oder sehe die Gefahr, gesellschaftlich oder finanziell abzurutschen. Trotzdem sind unter den Demokratiekritikern dem Bericht zufolge besonders viele Arbeitslose und Hartz-IV-Empfänger. "Aus persönlichem Misserfolg wird Staatsferne", erklärte Karl. Unter diesem Vertrauensverlust litten besonders die Volksparteien. "Die Menschen glauben nicht mehr an den Aufstieg."

AP
 
 
KOMMENTARE (10 von 34)
 
MamfredBuchholz (01.07.2008, 23:21 Uhr)
ja natürlich Dieter
jeder, der sich nicht dem hier üblichen dümmlichen Pauschalieren anschließt, ist selbstverständlich selbst einm Abgeordneter. Ja ne, ist klar. Ich würde bestimmt nicht in die Politik gehen, um mich für ein dürftiges Salär von Leuten wie Ihnen dumm anpöbeln lassen zu müssen.
Dieter37 (01.07.2008, 20:20 Uhr)
@ MamfredBuchholz
na sie Oberschlauer; wohl selbst so ein Abgeordneter/Absahner - da kann man gut Sprüche klopfen!
Wir haben Politiker gewählt, von dehnen wir erwarten, dass sie dem Volke zum Nutzen dienen und nicht dem Volke immer ungenierter in die Taschen greifen ! Sie vertreten nur eine Gruppe - die Gruppe der Geldsäcke !
MamfredBuchholz (01.07.2008, 17:23 Uhr)
ich empfehle jedem,
der hier überschäumend herumschwadroniert, entweder selbst etwas zur Demokratie beizutragen oder aber mal die Lebensverhältnisse in anderen Ländern auszuprobieren. Allem Dummbratzen, die hier nur rummeckern, selbst aber keinerlei Beitrag zum Funktionieren unserer Demokratie leisten, lege ich das nach wie vor sehr zutreffende Zitat von Kennedy nahe: Frage nicht was dein Land für dich tun kann, sondern was du für dein Land tun kannst!
stoern999 (30.06.2008, 22:48 Uhr)
Demokratiemüde????
Das übertrifft an Schwachsinn sogar noch das Geschwätz unserer Politiker. Die Deutschen sind ganz und gar nicht demokratiemüde, das Gegenteil ist der Fall, die Deutschen sind so demokratiehungrig wie noch nie: man kann überhaupt nicht von etwas müde sein, was man nie gehabt hat. Der Unterschied zwischen einer richtigen Demokratie und dem politischen System in der BRD ist ungefähr so wie der zwischen einer Jacke und einer Zwangsjacke. Statt Demokratie haben wir hier mittlerweile eine Art Neo-Feudalismus, in der die Kaste der Politiker und die der Wirtschaftsbosse, letztere mit überaus effizienter Hilfe Ihrer Lobbyisten, sich gegenseitig dabei unterstützen, gemeinsam dieses Land und einen Großteil der Bevölkerung zum eigenen Vorteil auszuplündern und auszurauben, um sich mit der Beute die eigenen Taschen vollzustopfen. Alle vier Jahre darf sich diese Bevölkerung großzügigerweise die Gesichter der Plünderer und Räuber für die nächsten 4 Jahre aussuchen. Das war's dann auch schon mit dieser sogenannten Demokratie. Wer wirklich wissen will, wie tatsächliche und funktionierende Demokratie ausschaut, braucht nur einmal einen Blick in die Schweiz zu werfen. Also weshalb zu Pseudowahlen gehen, wenn diese doch sowieso nur als Alibi für weitere 4 Jahre von keines Volkes Willen gestörte Raub- und Beutezüge dienen sollen? Mittlerweile wird es allerdings sogar manchen Politikern schon leicht mulmig. Dabei zeigt sich dann, dass eine gewisse politische Weitsicht bei unseren Politikern durchaus vorhanden ist und auch immer dann zum Tragen kommt, sobald es um den eigenen Vorteil und/oder um die Absicherung der eigenen Position geht: Die von einigen dieser Absahner so überaus hartnäckig angestrebte Verfassungsänderung, die den Einsatz der Bundeswehr im Inneren erlauben soll, kommt nicht von ungefähr, ebenso wenig wie die bereits stattfindende permanente Einschränkung von Meinungs- und Versammlungsfreiheit. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt!
ganzbaf (30.06.2008, 22:12 Uhr)
Kapitaldemokratie-müde...?

Ganz sicher.
Direktdemokratie-hungrig sind wir aber irgendwie auch!
.
Die repräsent. Demokratie hat versagt!
Machen wir es den Schweizern nach! Überholen nicht ausgeschlossen...?! ;-))
Is2a3bella (30.06.2008, 13:10 Uhr)
Completion.....
Derjenige schrieb desweiteren an mich, daß bereits Winston Churchill folgendes sagte "Demokratie ist ein schlechtes System, aber ich kenne kein besseres".
Meine Reaktion darauf.....
Das Stehenbleiben, das Sichfügen in eine gegebene Situation ist ein einfacher Weg. Eine Art von Aufgeben.
Is2a3bella (30.06.2008, 13:05 Uhr)
Alternative zur derzeitigen Demokratie
Heute wurde ich auf einem anderen Forum nach einer realistischen Alternative zur derzeitigen Demokratie gefragt.
Da meine Anwort an diejenige Person zensiert wurde, hier meine Reaktion auf die Frage.....
Manchmal ist es klüger, etwas für sich zu behalten. Oder glauben Sie nicht, daß die derzeitige "Politik-Elite" sich hier und da gerne unrechtmäßig der Ideen anderer bedient?
Nur soviel.....
http://es.wikipedia.org/wiki/Imagen:Escudo_Reyes_Catolicos.png
http://www.youtube.com/watch?v=I540IM8nB-A
http://commons.wikimedia.org/wiki/Image:Isabel_I_de_Castilla.jpg
Is2a3bella (30.06.2008, 11:45 Uhr)
CONGRATULATIONS!!!!!
@ H.P.
Guter Kommentar
@ Loewenherz_XL
Guter Kommentar
edy1454 (30.06.2008, 10:52 Uhr)
Selbstbedienungsladen Deutschland
Leute geht zur Wahl und beendet diesen Zustand Politiker sollen zb Rentenbeträge einzahlen Gruß Edy1454
endbenutzer (30.06.2008, 09:42 Uhr)
Diese Entwicklung...
..beunruhigt mich. Die Herrschaften im "Raumschiff" Berlin sollten langsam aufwachen, bevor es zu spät ist. Macht endlich wieder Politik für's Volk und jagt die Lobbyisten zum Teufel. Ihr ganz alleine habt es in der Hand..
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