27. Juni 2012, 12:20 Uhr

Jeder vierte Vater nimmt Babyzeit

Männer an der Windelfront: Für das Elterngeld steigt jeder vierte Vater aus dem Job aus, um sich ein paar Monate um den Nachwuchs zu kümmern. Besonders eifrig sind dabei die Partner erwerbstätiger Mütter.

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Mehr Zeit miteinander: Familien proftieren nach Ansicht von Ministerin Kristina Schröder (CDU) vom Elterngeld.©

Immer mehr Väter beziehen nach der Geburt ihres Kindes Elterngeld. Inzwischen werde für jedes vierte Kind vom Vater die Leistung in Anspruch genommen, sagte der Präsident des Statistischen Bundesamts, Roderich Egeler, am Mittwoch in Berlin. Die Väterbeteiligung habe mit 25,3 Prozent einen neuen Höchststand erreicht und liege deutlich höher als bei dem bis 2006 gezahlten Erziehungsgeld. Dieses sei zuletzt nur von 3,5 Prozent der Väter in Anspruch genommen worden.

Für Kinder, die im Jahr 2010 geboren wurden, haben zwischen Januar desselben Jahres und März 2012 laut Statistischem Bundesamt insgesamt 643.000 Mütter und fast 168.000 Väter Elterngeld erhalten.

Ein Elternteil kann das im Jahr 2007 eingeführte Elterngeld für mindestens zwei und maximal zwölf Monate beziehen. Hinzu kommen zwei weitere Monate, die aber vom anderen Elternteil in Anspruch genommen werden müssen. Die Unterstützung orientiert sich am bisherigen Einkommen und beträgt höchstens 1800 Euro und mindestens 300 Euro im Monat.

Der Auswertung zufolge nutzen Väter nach wie vor größtenteils nur diese sogenannten Partnermonate. Drei von vier Vätern (76 Prozent) bezogen laut Egeler die Leistung für maximal zwei Monate. Nur knapp jeder Fünfzehnte (sechs Prozent) bekam das Elterngeld ein Jahr lang.

Erwerbstätigkeit der Mütter entscheidend

Entscheidenden Einfluss, ob Mutter und Vater die Leistung beziehen oder nur die Mutter, hat die Erwerbstätigkeit von Frauen in den zwölf Monaten vor der Geburt des Kindes. "Wenn Frauen einer Erwerbstätigkeit nachgehen und Nachwuchs bekommen, dann steigt die Wahrscheinlichkeit, dass auch der Vater eine Babyzeit nimmt, in der er Elterngeld bezieht", erläuterte Egeler.

Insgesamt gab es gut 155.000 Paare, bei denen sowohl die Frau als auch der Mann Elterngeld bezogen. Zwei Drittel von ihnen (65 Prozent) erhielten das Elterngeld für einen kurzen Zeitraum zeitgleich - im Durchschnitt für zwei Monate.

Weiter ermittelte das Statistische Bundesamt, dass 38 Prozent der Elterngeldbezieher lediglich den Mindestbetrag von 300 Euro bekamen. Im Durchschnitt lag der Elterngeldanspruch für die im Jahr 2010 geborenen Kinder bei 964 Euro. Allerdings erhielten Väter mit 1201 Euro über ein Drittel mehr als die Mütter mit 878 Euro.

Bundesfamilienministerin Kristina Schröder (CDU) zeigte sich erfreut über die Entwicklung. "Vom Elterngeld profitieren Mütter, immer mehr Väter - und vor allem die Kinder", erklärte Schröder. Die Leistung unterstütze die Eltern dabei, "ihre Aufgaben in Familie und Beruf partnerschaftlich aufzuteilen." Das Elterngeld gebe den Familien damit "die Zeit und die Chance, in der ersten Zeit nach der Geburt eines Kindes enger zusammenzuwachsen."

mlr/Reuters/AFP
 
 
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