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Gutachter machen der Bahn Stress

Die Bahn hatte vergangene Woche die Nachricht gestreut, dass ihr Prestigeprojekt Stuttgart 21 den Stresstest bestehen werde. Doch so klar ist das offenbar nicht. Einem Medienbericht zufolge haben Gutachter Zweifel an der Kapazität des Tiefbahnhofs.

Die Verwirrung um den sogenannten Stresstest zum Bahnhofsprojekt Stuttgart 21 geht weiter. Unabhängige Gutachter des Schweizer Planungsbüros SMA bezweifeln nach einem Bericht des SWR, dass das Projekt den Leistungstest in allen Punkten bestehen werde. Der Sender beruft sich auf einen ihm vorliegenden SMA-Zwischenbericht für den Lenkungskreis des Projekts vom 16. Juni. Die Deutsche Bahn AG hatte vergangene Woche mit Blick auf den SMA-Zwischenbericht in Umlauf gebracht, dass der Stresstest nicht scheitern und der neue Tiefbahnhof die geplante Leistungsfähigkeit von 49 Zügen in Spitzenzeiten erbringen werde.

Dem SWR zufolge prüfte das Planungsbüro die meisten Vorgaben der Bahn zum Stresstest bis Mitte Juni zwar noch nicht abschließend. Vorbehalte machten die Prüfer demnach aber bereits bei der Frage geltend, ob mit dem simulierten Fahrplan Verspätungen wirklich aufgefangen werden können, die im Normalbetrieb oder bei einem Störfall entstehen. Die Prüfer schlugen demnach in dem Papier vor, von vorneherein längere Mindesthaltezeiten auf wichtigen Regionalbahnhöfen zu berechnen. Solche Vorgaben gelten als entscheidend für die Gesamtberechnung, weil längere Haltezeiten die Kapazität des Fahrplans verringern könnten.

"Voreilig und bei Weitem nicht aussagekräftig"

Die regierenden Grünen in Baden-Württemberg sehen sich nun in der Auffassung betätigt, dass der Stresstest noch nicht abgeschlossen und sein Ergebnis offen sei. Die von der Bahn in Umlauf gebrachten Informationen und Bewertungen, die ein "Bestehen" des Tests suggerieren sollten, seien voreilig und bei Weitem nicht aussagekräftig, erklärte der Vizefraktionschef der Grünen im Stuttgarter Landtag, Andreas Schwarz.

Auch die SPD verwies in einer Aktuellen Stunde im Bundestag darauf, dass die SMA den Stresstest noch nicht abschließend bewertet habe. Die Bahn selbst habe ihm dazu mitgeteilt, dass sie der SMA die vollständigen Unterlagen erst am 21. Juni zugestellt habe und mit dem Abschlussergebnis nicht vor dem 11. Juli rechne, sagte der Bundestagsabgeordnete Uwe Beckmeyer. Er wies damit ebenso wie Vertreter der Grünen und Linken Vorwürfe von CDU und FDP zurück, die grün-rote Landesregierung in Stuttgart würde den angeblich positiven Ausgang des Tests nicht akzeptieren.

Der Stresstest zu dem rund 4,5 Milliarden Euro teuren Bahnhofsumbau war in der Schlichtung zu dem Bahnhofsprojekt unter der Leitung des CDU-Politikers Heiner Geißler vereinbart worden. Darin soll eine Computer-Simulation zeigen, ob der geplante unterirdische Bahnhofsneubau im Vergleich zum bestehenden Kopfbahnhof genug Kapazitäten für den morgendlichen Berufsverkehr hat. Besteht er den Test nicht, was die Projektgegner hoffen, würden Nachrüstkosten das Budget sprengen und die Bahn müsste das Projekt beerdigen.

mad/AFP/AFP
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