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1. Juni 2010, 14:01 Uhr

CSU freundet sich mit von der Leyen an

Arbeitsministerin Ursula von der Leyen kristallisiert sich immer mehr zur Kandidatin für das Amt des Staatsoberhauptes heraus. Auch die CSU hätte nichts gegen eine Bundespräsidentin von der Leyen. Die FDP auch nicht: Sie verzichtet auf einen eigenen Kandidaten.

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Gilt als Frau mit großem Durchsetzungsvermögen: Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen© Michael Gottschalk/DDP

Bei der Suche nach einem neuen Staatsoberhaupt mehren sich die Hinweise auf eine Nominierung von Arbeitsministerin Ursula von der Leyen. Kanzlerin Angela Merkel favorisiere die niedersächsische CDU-Politikerin als Nachfolgerin für den zurückgetretenen Bundespräsidenten Horst Köhler, berichten am Mittwoch mehrere Nachrichtenagenturen unter Berufung auf Koalitionskreise.

Dies stößt in der Union offenbar auf breite Zustimmung. Auch die CSU-Spitze würde eine Kandidatur der Arbeitsministerin unterstützen. Es habe bei einer Telefonkonferenz des Partei-Präsidiums mehrere Stimmen gegeben, die sich mit von der Leyen anfreunden könnten, hieß es nach Informationen der Nachrichtenagentur DPA in der Partei. Zugleich machte die CSU-Spitze deutlich, dass sie nicht jeden Kandidaten der CDU als Nachfolger für den zurückgetretenen Horst Köhler akzeptieren würde.

Das CSU-Präsidium sicherte Merkel zu, es werde einen "geeigneten Vorschlag der CDU" unterstützen. "Dafür werden jetzt Abstimmungsgespräche innerhalb der Union geführt", teilte Generalsekretär Alexander Dobrindt in München mit. Die Christsozialen wollen aller Voraussicht nach nicht versuchen, in der Union einen Kandidaten aus ihren Reihen durchzusetzen. "Die CSU will gemeinsam mit der CDU einen gemeinsam abgestimmten Kandidaten für das Bundespräsidentenamt finden", sagte Dobrindt.

Rüttgers Nachfolger als Arbeitsminister?

Der "Kölner Stadt-Anzeiger" hatte zuvor unter Berufung auf führende Unionskreise gemeldet, Merkel habe sich bei einem Treffen mit dem FDP-Vorsitzenden Guido Westerwelle und CSU-Chef Horst Seehofer am Dienstag für von der Leyen starkgemacht. Die Zeitung schreibt zudem, der Arbeitsministerin könnten im Kabinett der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Jürgen Rüttgers oder Kanzleramtsminister Ronald Pofalla (beide CDU) nachfolgen.

Die FDP will keinen eigenen Kandidaten ins Rennen um das Amt des Bundespräsidenten schicken. "Nein, das wird wohl so nicht kommen", sagte der haushaltspolitische Sprecher der Bundestagsfraktion, Otto Fricke, im Deutschlandfunk. Fricke sagte, von der Leyen sei eine Möglichkeit für das Amt, genauso wie Bundestagspräsident Norbert Lammert oder der niedersächsische Ministerpräsident Christian Wulff (beide CDU). Wichtig sei, dass es jemand sei, der mit der Medienwelt klarkomme, auch bei einem Angriff - ein klarer Seitenhieb auf Köhler.

Böhrnsen für überparteilichen Kandidaten

Unterdessen hat sich erstmals der kommissarische Bundespräsident, der Bremer Bürgermeister Jens Böhrnsen (SPD), in die Debatte eingeschaltet und sich für einen überparteilichen Kandidaten ausgesprochen. "Warum sollten wir nicht versuchen, jenseits parteipolitischer Zuordnung eine geeignete Kandidatin oder einen Kandidaten zu finden?", sagte Böhrnsen dem "Hamburger Abendblatt". Das Amt des Bundespräsidenten solle nicht ein Ergebnis parteipolitischer Festlegungen sein.

Böhrnsen räumte ein, noch keine konkreten Vorstellungen über seine Amtsführung bis zur Präsidentenwahl am 30. Juni zu haben. "Niemand hat eine Vorstellung davon, was eigentlich geschieht, wenn ein Bundespräsident zurücktritt. Auch ich muss mich darin einfinden", sagte er, versicherte aber: "Ich werde die Verantwortung, die mit dieser Stellvertretung verbunden ist, sehr ernst nehmen. Das Amt des Bundespräsidenten muss handlungsfähig bleiben."

Ex-CSU-Chef Huber attackiert Köhler

Böhrnsen bezeichnet den Rücktritt Köhlers in der "Bild"-Zeitung als gravierendes Ereignis. Die Bürger würden seiner Einschätzung nach mit Fassungslosigkeit und Unverständnis darauf reagieren. Schärfere Worte fand der frühere CSU-Vorsitzende Erwin Huber: "Der erste Mann im Staat sollte ein Vorbild sein, auch was Pflichterfüllung angeht", sagte er der "Passauer Neuen Presse". "Durch seinen Schritt ist neben der wirtschaftlichen Krise auch noch eine krisenhafte Zuspitzung in der Politik eingetreten."

Köhler war am Montag nach sechs Jahren völlig unerwartet vom höchsten Amt des Staates zurückgetreten. Er verabschiedete sich am Dienstag im Amtssitz Schloss Bellevue von seinen engsten Mitarbeitern.

DPA/Reuters/AFP
 
 
KOMMENTARE (10 von 137)
 
chatahootchee (02.06.2010, 15:28 Uhr)
@DR. STRANGELOVE
Beweise!
knilch_59 (02.06.2010, 14:48 Uhr)
Die Vorsitzende der CDU zieht ein paar Strippen, ...
... und alle kuschen. Wohl bemerkt: Nicht die Bundeskanzlerin schlägt das Bundespräsidentenwesen (m/w) vor, ein besonderes Gestaltungsrecht der Regierung ist nicht vorgesehen.
.
Wir erleben gerade wieder live die Merkel-Show: In perfekter Art und Weise sind in ihr die Machtmechanismen von Honecker und Kohl vereint, und es wirkt. Nur Nutzen stiftet es nicht ...
Kippi (02.06.2010, 14:48 Uhr)
Der neue Bundespräsident....
sollte in jedem Fall ein Mann sein.
Den großen Reinfall, den wir mit einer Frau als Bundeskanzlerin erleben mussten, müssen wir ja nun wirklich nicht wiederholen - oder ??
Mein Wunschkandidat wäre der frühere
Bremer Bürgermeister Henning Scherf.
Der Mann hat Format , besitzt Bürgernähe und steht mit beiden Füßen auf der Erde. Jürgen Rüttgers wäre auch
nicht schlecht. Auch er ist eine ehrliche Haut und gehört zu den wenigen " anständigen " Politikern, die unser Land
noch besitzt. +++
Bajazet (02.06.2010, 14:45 Uhr)
Ungeeignet
Frau von der Leyen hat sich bisher weder durch besondere Unabhängigkeit noch durch integrative Kraft hervorgetan. Ich sehe auch keine Vordenkerin, und schon gar keine herausragende Rednerin ihr. Sie ist eine aalglatte Karriere-Politikerin. Nicht mehr. Deswegen halte ich sie für nicht geeignet für das Amt des Bundespräsidenten. Aber darum geht es offenbar gar nicht, sondern darum, dass sie aus der richtigen Partei kommt und bedingungslos loyal zur Kanzlerin ist. Und Herr Rüttgers muss ja auch noch versorgt werden.

Wenn die Opposition klug ist, wird sie versuchen, eine starke Gegenkandidatin ins Rennen zu schicken. Warum nicht Margot Käßmann (so sie denn will)? Die wäre unabhängig, integrativ, intelligent und wortmächtig. Und über alle Parteigrenzen hinweg anerkannt und beliebt. Also bestens geeignet für diese Amt.
schade77 (02.06.2010, 14:42 Uhr)
Und macht sie danach?....
ich finde das Amt des BP sollte der Abschluss eines erfolgreichen Berufs- oder Politikerlebens sein.

Spielen wir das doch mal durch, sie macht die beiden maximalen Perioden als BP durch. Dann ist sie knapp über 60.
Was bitte soll sie denn danach noch machen? Erneut Ministerin, als ehemalige BP?! Jeder, der dann ihr Chef ist, kommt doch in ein moralisches Dilemma...hallo, der, der ich was sage, die war mal mein Staatsoberhaupt...auch vergleichbare Minister, die sich dann ebenfalls auf gleicher Augenhöhe mit ihrem ehemaligen Oberhaupt um Finanzen streitet?

Egal ob sie es macht, aber für mich is sie danach verbrannt für jedwede andere Tätigkeit.
Prologo (02.06.2010, 14:40 Uhr)
Merkel bricht ständig ihren Amtseid, oder, denn....
.....sie macht Deutschland in der Weltöffentlichkeit nur noch lächerlich, denn unter ihrer Führung als Kanzlerin treten...

.....Politiker, Ministerpräsident und dann auch noch der Bundespräsident zurück, Merkels Laden fällt auseinander, oder?

Vorher die Chaoscomboministerriege unter Merkel, und jetzt auch noch das?

Deutschland wird dann in Europa und weltweit vertreten und repräsentiert von,??....

Bundespräsidentin, Hartz IV Befürworterin und Zwangsstraßenreinigungs Hartzer, Datenschutzaufhebungsbefürworterin, Gebährmutter der Nation, .....

BP Frau...von der Leyen ?

142 Milliarden Verschuldungs - Aussitzer Kanzlerin,

......Angela Merkel ?

Hotelkeller Klientelaussenminister

.....Guido Westerwelle ?

So konnte man es jetzt dauernd in der Presse lesen, so wurden uns oben genannte Politiker von der Presse vorgeführt, das ist ja nicht meine Erfindung, oder?

Das ist aus Deutschland geworden, und die Presse, wie auch der Stern ist daran nicht unschuldig, oder?

Die Frage ist doch, wer soll denn endlich zurücktreten, zum Wohle und für die Zukunft Deutschlands, ja, wer denn.....??

MFg,
T.
auwei (02.06.2010, 14:26 Uhr)
Viel interessanter ist doch
...wen sehen wir demnächst im Arbeitsministerium? Koch oder Rüttgers? Nunja, vielleicht ein ganz ganz passender Ort für Verlierer - zu gewinnen gibt es dort jedenfalls auch nichts.
Kokolemle (02.06.2010, 14:10 Uhr)
Von der Leyen ist eine Lachnummer und Hartz 4 Befürworterin
Bloß nicht. Das wäre eine absolute Lachnummer. Schlimmer noch, weil sie Hartz 4 befürwortet. Das wäre die absolute Katastrophe für Deutschland.
dr.strangelove (02.06.2010, 14:01 Uhr)
Angeber !
>>>chatahootchee
Die Sprache der Liebe kann ich auch.
80blatt (02.06.2010, 13:52 Uhr)
Und dann...
empfiehlt sich doch auch noch Eva Hermann.

Sie sieht verhältnismäßig gut aus, ist über vierzig (glaube ich) und hat auch eine konkrete Vorstellung über den Status der Frau in der Gesellschaft.

Eventuell könnten v.d.L und sie sich den Posten ja teilen. So als Hanni und Nanni oder New Jacob Sisters für repräsentative Aufgaben im In- und Ausland.

Ironie Ende.
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