. .
Politik in Deutschland
Schlagzeilen Themen Mobil iPad Blogs Investigativ Hefte
 
Fotocommunity
Fotocommunity

Treffpunkt für ambitionierte Amateurfotografie. Bilder hochladen und bewerten, sich mit anderen Austauschen. mehr...

Weblogs bei stern.de
Weblogs bei stern.de

Die Online-Tagebücher bei stern.de: Freie Autoren schreiben hier persönlich, direkt und eigenständig. mehr...

Information und Unterhaltung mit Steffen Hallaschka
sternTV - Information und Unterhaltung mit Steffen Hallaschka

Vertiefende Informationen zu der aktuellen und den vergangenen Sendungen von sternTV. mehr...

stern Investigativ
stern Investigativ

Das Recherche-Team des stern. Erfahren Sie mehr über die Recherchespezialisten und ihre Enthüllungen von Terrorismus bis Wettmanipulation. mehr...

 
9. Juli 2007, 11:05 Uhr

"Handy-Verbot geht nur im Überwachungsstaat"

Innenminister Schäuble hat radikale Islamisten ins Visier genommen, sogar gezielte Tötungen ins Gespräch gebracht. Dafür erntet er heftige Kritik vom Koalitionspartner und der Polizei. Für SPD-Fraktionschef Struck sind es Maßnahmen, die nur in einem Überwachungsstaat durchzusetzen seien. Aber es gibt auch Zustimmung.

SPD-Fraktionschef Struck gehen Schäubles Terrorabwehrpläne zu weit© Franka Bruns/AP, Marcus Brandt/DDP

Mit seinem Vorstoß für ein härteres Vorgehen gegen radikale Islamisten hat Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble den Koalitionspartner SPD verärgert. Der CDU-Politiker wolle die Sozialdemokraten als unsichere Kantonisten hinstellen, kritisierte SPD-Fraktionschef Peter Struck in der "Frankfurter Rundschau". "Das gehört sich nicht in einer Koalition", fügte er hinzu. Abgesehen davon ließen sich Schäubles Vorschläge für ein Handy-Verbot für islamistische Gefährder nur in einem Überwachungsstaat durchsetzen.

Auch Kritik von Opposition und Polizei

Schäuble hatte angeregt, ein Handy-und Internet-Verbot gegen Gefährder zu verhängen, die nicht abgeschoben werden können, und einen Straftatbestand der Verschwörung einzuführen. Außerdem will er offene rechtliche Fragen über die gezielte Tötung Verdächtiger durch den Staat klären lassen.

Mit seinen Plänen erntete Schäuble auch in der Opposition und bei der Gewerkschaft der Polizei (GdP) scharfe Kritik. "Man muss Herrn Schäuble daran erinnern, dass er als Innenminister auch Verfassungsminister ist", mahnte der FDP-Innenexperte Max Stadler der "Westdeutschen Allgemeinen Zeitung". In Deutschland gelte ein Tötungsverbot. "Schäuble versucht, eine Rechtsgrundlage für Guantanamo in Deutschland zu schaffen", warnte die Grünen-Innenexpertin Silke Stokar. Auch die Gewerkschaft der Polizei kritisierte den Minister. "Unser Problem sind nicht mangelnde Gesetze, sondern ihre mangelnde Umsetzung", sagte GdP-Chef Konrad Freiberg der gleichen Zeitung. "Wir kennen etwa 100 Gefährder. Aber wir sind aus Personalmangel nicht in der Lage, diese Personen rund um die Uhr zu bewachen".

Zustimmung für Schäubles Pläne kam jedoch von führenden CDU-Politikern. Der hessische Ministerpräsident Roland Koch sagte vor einer Präsidiumssitzung, es könne nicht sein, dass die deutschen Sicherheitsbehörden "deutliche Ermittlungsnachteile" gegenüber ihren Kollegen in anderen europäischen Staaten hätten. Ähnlich äußerten sich auch die Ministerpräsidenten von Baden-Württemberg und des Saarlandes, Günther Oettinger und Peter Müller. Schäuble hatte unter anderem für einen neuen Straftatbestand der Verschwörung und Kommunikationsverbote per Internet und Handy für Gefährder plädiert.

Als Gefährder stufen die Sicherheitsbehörden potenzielle Attentäter aus dem Islamisten-Milieu ein. Es handelt sich um Menschen, bei denen zwar Anhaltspunkte vorliegen, dass sie in die Planung von Anschlägen verwickelt sein könnten, bei denen die Hinweise aber nicht für die Einleitung eines förmlichen Ermittlungsverfahrens ausreichen.

Ihre Meinung

Schäuble und die Terrorabwehr: Geht der Innenminister zu weit oder hat er Recht?

Diskutieren Sie mit! Bisherige Beiträge (23)
Reuters/DPA
 
 
MEHR ZUM ARTIKEL
Terrorabwehr Schäuble diskutiert gezielte Tötung

Aufgrund der Terrorgefahr will Innenminister Schäuble schärfere Gesetze: Denkbar sei ein Internet- und Handyverbot für so genannte Gefährder, auch müsse die juristische Grundlage einer gezielten Tötung geklärt werden. Kritiker werfen Schäuble vor, er leide unter "Verschwörungstheorien". mehr...

Innere Sicherheit Schäuble macht bei Online-Durchsuchung Druck

Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble will die Online-Durchsuchung verdächtiger Computer möglichst schnell regeln - notfalls auch ohne Zustimmung von SPD-Justizministerin Zypries. Doch die Bedenken beim Koalitionspartner bleiben. mehr...

Wolfgang Schäuble "Bedrohung wie vorm 11. September"

Das Innenministerium schlägt Alarm: Angeblich gebe es diffuse Bedrohungshinweise, die an die Zeit kurz vor dem 11. September 2001 erinnerten. Wolfgang Schäuble bezeichnet die Sicherheitslage in Deutschland deshalb als ernst. mehr...

 
stern testen, Serie sichern

Jetzt den stern inklusive der aktuellen Gesundheits-Serie testen! Jetzt sichern!

 
 
 
 
 
stern - jetzt im Handel
stern (8/2012)
Whitney Houston