19. November 2010, 06:12 Uhr

Kofferbombe war wohl eine Attrappe

Bei dem Gepäckstück, das auf dem Flughafen Windhuk für Alarm sorgte, soll es sich lediglich um einen Test-Sprengsatz gehandelt haben. In Deutschland werden die Sicherheitsmaßnahmen dennoch verschärft.

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Die Fluggesellschaft Air Berlin hätte ein verdächtiges Gepäckstück transportieren sollen©

Bei dem in Namibia entdeckten verdächtigen Gepäckstück soll es sich Medienberichten zufolge um eine Attrappe handeln. Es solle sich um ein Modell handeln, das von Regierungen und auch Sicherheitsbehörden für Testläufe benutzt werde, berichtete das ZDF am Donnerstag. Auch CNN meldete unter Berufung auf Sicherheitskreise, dass das Gepäckstück keinerlei Sprengstoff enthalten habe. Darauf im ZDF angesprochen wollte sich Innenminister Thomas de Maiziere nicht festlegen. Es müssten Untersuchungen der Experten abgewartet werden.

In Namibia zog die Polizei nach BKA-Angaben ein verdächtiges Gepäckstück aus dem Verkehr, das in ein Passagierflugzeug von Air Berlin verladen werden sollte. Beim anschließenden Durchleuchten des Gepäckstücks seien Batterien sichtbar geworden, die über Kabel mit einem Zünder und einer laufenden Uhr verbunden gewesen seien. Das Gepäckstück sei bei der Verladung in einen Airbus der Fluggesellschaft von Windhuk nach München aufgefallen. Das BKA hat Experten nach Windhuk geschickt, um das Frachtstück zu untersuchen.

Bahnhöfe und Flughäfen besonders gefährdet

Unterdessen hat sich in Deutschland erneut der Chef der Bundespolizei zu Wort gemeldet. Die Terrorgefahr in Deutschland sei derzeit größer als je zuvor, sagte Matthias Seeger. "Da sind sich alle Sicherheitsbehörden in ihrer Einschätzung einig", sagte der Präsident des Bundespolizeipräsidiums der "Bild"-Zeitung. Es gebe ganz konkrete Hinweise auf geplante Anschläge durch militante Islamisten in den nächsten Wochen. "Auf einer Skala von eins - keine Gefahr - bis zehn – akute Anschlagsgefahr - liegen wir im Moment bei 9,0", so Seeger weiter. Zugleich wies er den Vorwurf der Panikmache zurück: "Panik oder Hysterie sind nicht angebracht."

Als besonders gefährdet bezeichnet Seeger Bahnhöfe und Flughäfen. Auch ein Terror-Szenario wie in Mumbai 2008, wo Terroristen unter anderem den Bahnhof der indischen Stadt und zwei Hotels stürmten und wahllos Menschen erschossen, schließt Seeger nicht aus. "Die Al- Kaida-Taktik der letzten Jahre hat gezeigt, dass die Terroristen auf medienwirksame Terror-Spektakel setzen und möglichst viele Menschen töten wollen." Die Bundespolizei sei jedoch vorbereitet. "Etliche unserer Einsatzkräfte haben in den vergangenen Jahren an Spezial- Schulungen teilgenommen, bei denen die Abwehr einer Amoklage simuliert wird", sagte der Chef der Bundespolizei.

kbe/AP/DPA
 
 
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