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11. November 2006, 15:01 Uhr

Schlägt Al Kaida an Weihnachten zu?

Das Terrornetzwerk Al Kaida plant nach Angaben eines US-Fernsehsenders Anschläge in Europa zur Weihnachtszeit. Generalbundesanwältin Harms und Bundeskanzlerin Merkel haben die Bürger zur Wachsamkeit aufgerufen.

Die Al Kaida von Terroristenführer Osama bin Laden plant angeblich Anschläge in Europa© DPA

Das Terrornetzwerk Al Kaida plant nach Informationen des US-Fernsehsenders CBS offensichtlich Anschläge in Europa zur Hauptreisezeit um die Weihnachtsfeiertage. Danach hätten es die Terroristen insbesondere auf den Luft- und Eisenbahnverkehr abgesehen, berichtete CBS unter Berufung auf Geheimdienstmitarbeiter, arabische Diplomaten und pakistanische Sicherheitskräfte. Al Kaida wolle mit den Anschlägen den Druck auf die europäischen Länder erhöhen.

Darüber hinaus plant das Terrornetzwerk nach Informationen von CBS auch mehr Anschläge auf Erdöleinrichtungen wie Pipelines und Raffinerien in arabischen Ländern. Weil der Erdölpreis dann steige, könnten damit auch die Vereinigten Staaten hart getroffen werden.

Al Kaida-Mitglieder verlassen Trainingscamps

Nach Informationen aus Geheimdienstkreisen haben mehrere hundert Mitglieder des Terrornetzwerkes in den vergangenen Monaten ihre Trainingsbasen in den Bergen Afghanistans verlassen. Sie seien entweder in den Irak oder aber in ihre arabischen Heimatländer zurückgekehrt. Terrorchef Osama bin Laden glaube, dass diese gut ausgebildeten arabischen Kämpfer nützlicher seien, wenn sie in ihren Heimatländern Anschläge auf Ziele des Westens verübten.

Generalbundesanwältin Monika Harms hat die Bürger angesichts der Bedrohung durch Terrorismus zu größerer Wachsamkeit aufgerufen. "Die Gefahr liegt darin, dass die Gesellschaft möglicherweise nicht wachsam genug ist", sagte Harms der "Bild am Sonntag". "Die Bevölkerung in Deutschland möchte einerseits maximalen Schutz. Auf der anderen Seite ist sie oftmals nicht bereit, Einschränkungen hinzunehmen - etwa eine stärkere Videoüberwachung auf Bahnhöfen."

Generalbundesanwältin Harms sagte, die Deutschen wähnten sich in einer sichereren Position als die Menschen in den USA oder Großbritannien. "Aber die versuchten Kofferbombenanschläge in diesem Sommer haben gezeigt, dass die Ruhe in Deutschland trügerisch sein kann. Ich ziehe gerne den Vergleich zu einem Geysir, der lange ruhig ist und plötzlich hochkocht. Wir müssen sehr, sehr wachsam sein." Von zentraler Bedeutung im Kampf gegen den Terrorismus sei die Überwachung des Internets. "Wir müssen uns rüsten, um hier auf Augenhöhe zu kommen. Dazu bedarf es einer entsprechenden personellen und technischen Ausstattung - auch bei der Bundesanwaltschaft."

Merkel fordert Zivilcourage

Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) forderte von den Bürgern Zivilcourage und Wachsamkeit gegenüber Terrorgefahr, Rechtsextremismus und Jugendgewalt. "Wir brauchen wachsame Bürgerinnen und Bürger, und wir brauchen die richtigen Mittel zur Bekämpfung von Kriminalität", sagte Merkel am Samstag in ihrer wöchentlichen Videobotschaft. Es gehe nicht um "immer nur neue Gesetze", sondern darum, mit den entsprechenden Mitteln einzugreifen. Hier sei die Video-Überwachung von Plätzen ein besonderes Beispiel. Sie allein reiche aber nicht aus, um etwa dem internationalen Terrorismus zu begegnen.

Das Thema innere Sicherheit werde auch bei der deutschen EU-Ratspräsidentschaft im ersten Halbjahr 2007 ganz oben auf der Tagesordnung stehen. "Wir brauchen Polizistinnen und Polizisten, aber wir brauchen genauso Bürgerinnen und Bürger mit Zivilcourage. Lassen Sie uns alles dafür tun, damit unser Land noch sicherer wird.

DPA
 
 
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