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Stromkunden müssen kräftig draufzahlen

Stromkunden in Deutschland müssen sich für das kommende Jahr auf kräftige Preiserhöhungen einstellen. Auf einen Vierpersonenhaushalt könnte eine Erhöhung von 50 Euro im Jahr zukommen.

  Das wird teuer: Die Ökostrom-Umlage steigt um 50 Prozent.

Das wird teuer: Die Ökostrom-Umlage steigt um 50 Prozent.

Die Förderung des grünen Stroms dürfte die deutschen Verbraucher im Jahr 2013 teuer zu stehen kommen. Die Ökostromumlage wird für das kommende Jahr wohl über fünf Cent liegen. Das sagte der Präsident der Bundesnetzagentur, Jochen Homann, der "Süddeutschen Zeitung". Nach 3,6 Cent in diesem Jahr wäre dies ein Anstieg von rund 50 Prozent. Für einen Vierpersonenhaushalt würde das Mehrkosten von 50 Euro pro Jahr bedeuten.

Der genaue Wert der Ökostromumlage für 2013 soll am 15. Oktober bekanntgegeben werden.

Die Probleme bei der Versorgungssicherheit nach der Energiewende hält Homann noch nicht für gelöst. "Die Gefahr eines Engpasses besteht", sagte er der Zeitung. Die Bonner Regulierungsbehörde werde deshalb "noch mehr Reserve vorhalten als im vergangenen Winter, weil wir uns zusätzlich auch noch gegen extreme Kälteperioden und beschränkte Gaslieferungen wappnen". Die Bundesnetzagentur sei aber "ziemlich sicher, dass wir den Bedarf decken können".

Nach Plänen der Bundesregierung soll die Bundesnetzagentur künftig auch direkt in den Strommarkt eingreifen und "systemrelevante" Kraftwerke in Notsituationen unter staatliche Aufsicht stellen können. Laut Homann treibt die Behörde diese Vorbereitungen derzeit voran. "Die Netzbetreiber haben uns inzwischen eine Liste von 51 Gaskraftwerken erstellt, die sie für systemrelevant halten. Diese sollten möglichst nicht abgeschaltet werden", sagte er der "Süddeutschen Zeitung". Es sei auch möglich, dass noch andere Kraftwerkstypen dazukommen.

Im vergangenen Winter hatte das deutsche Energieversorgungssystem angesichts einer mehrwöchigen extremen Kältewelle an seiner Leistungsgrenze gearbeitet. Nur durch das Anzapfen auch ausländischer Kraftwerke und -netze konnte die Sicherheit der Versorgung nach Angaben der Netzbetreiber gewährleistet werden.

Trittin wirft Altmaier Symbolpolitik vor

Umweltminister Peter Altmaier (CDU) will heute an einem Runden Tisch mit Experten über Maßnahmen für mehr Stromeinsparungen in Deutschland beraten und über eine Ausweitung kostenloser Energieberatungen sprechen.

So soll der starke Anstieg der im Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) festgelegten Umlage zur Förderung von Ökostrom aufgefangen werden. Erwartet wird, dass die auf den Strompreis aufgeschlagenen Förderkosten bei einem Verbrauch von 3500 Kilowattstunden von 125 auf bis zu 185 Euro pro Jahr steigen können.

Grünen-Fraktionschef Jürgen Trittin hat die geplante Stromspar-Initiative von Bundesumweltminister Peter Altmaier (CDU) als reine Symbolpolitik kritisiert. "Was nützt es, wenn der Arbeitslosengeld-II-Bezieher lernt, wie er seine Energiekosten senken kann, wenn im gleichen Atemzug die Energieverschwendung woanders steuerlich begünstigt wird", sagte er der Deutschen Presse-Agentur. "Herr Altmaier ist offensichtlich eher für symbolische Politik als dafür, eine tatsächliche Energieeinsparung auf den Weg zu bringen."

Trittin betonte, Union und FDP trieben die Strompreise der Verbraucher, weil sie auch Hähnchenmäster und Rechenzentren von der Zahlung der Umlage zur Förderung erneuerbarer Energien befreiten.

kmi/DPA/AFP/DPA
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