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16. März 2009, 14:47 Uhr

Althaus verärgert Parteifreunde

Ende der Schonfrist für Dieter Althaus: Seine öffentliche Rückmeldung per Zeitungsinterview hat scharfe Kritik bei Parteifreunden und Gegnern ausgelöst. Von "inakzeptabler Inszenierung" ist die Rede. Wenn der CDU-Politiker fordere, seinen Ski-Unfall aus dem Wahlkampf herauszuhalten, müsse das auch für ihn gelten.

Althaus, Opposition, Kritik, Zeitungsinterview

Dieter Althaus vor seinem Unfall: Dass er jetzt der "Bild"-Zeitung ein großes Interview gegeben hat, verstört Thüringens Politiker© Martin Schutt/AP

Mit dem ersten Zeitungsinterview nach seinem schweren Skiunfall hat Thüringens Ministerpräsident Dieter Althaus (CDU) politische Freunde und Gegner gleichermaßen verärgert. "Ich halte nichts davon", sagte CDU-Landesgeschäftsführer und Wahlkampfchef Andreas Minschke am Montag in Erfurt. Herausforderer Bodo Ramelow von der Linken befürchtet jetzt eine tägliche Seifenoper um die Gesundheit von Althaus, mit der die CDU von ihren politischen Problemen ablenken wolle. SPD-Chef Christoph Matschie warf Althaus vor, sich fragwürdig in Szene zu setzen.

Ein ausführliches Interview der "Bild"-Zeitung mit Althaus wird seit Montag in mehreren Folgen gedruckt. Darin erzählt der Regierungschef, dass er sich nicht mehr an den Zusammenprall mit der 41 Jahre alten Beata Christandl erinnern kann, die an ihren schweren Verletzungen starb. "Es war ein furchtbarer Schock. Es lässt mich auch jetzt noch nicht los, dass ein so schreckliches Unglück passieren konnte."

Durch sein Schädel-Hirn-Trauma sei er vor allem in seinem Sprachfluss stark beeinträchtigt gewesen, erzählt Althaus. Inzwischen müsse er nur noch wenige Medikamente nehmen und sei weitgehend wiederhergestellt. Sein Glaube habe ihm geholfen, den tragischen Unfall zu verarbeiten, sagte der bekennende Katholik weiter.

Minschke sieht Althaus vorerst nicht in weiteren Medienauftritten etwa in Talkshows. "Das kann er machen, wenn er fit und wiederhergestellt ist und die Amtsgeschäfte führt." Zugleich verteidigte der Wahlkampfleiter die Entscheidung, bei der Delegiertenversammlung am vergangenen Samstag auf eine Videobotschaft von Althaus zu verzichten. "Althaus ist noch krank, da besteht nicht der Zwang zum Fotoshooting." Die CDU habe keine Inszenierung gewollt, die einer Heldenverehrung gleichkomme. Die Delegierten hatten Althaus zum Spitzenkandidaten für die Landtagswahl Ende August gewählt.

Ramelow kritisierte, Althaus lasse es an der nötigen Zurückhaltung fehlen. "Er erwartet vom politischen Gegner Fairness, lässt aber selbst jeden Genesungsfortschritt von seinen Hofberichterstattern wie einen Staatsakt feiern." Althaus habe eine "inakzeptable Inszenierung" geliefert, sagte er der "Thüringer Allgemeinen". Wenn der Regierungschef die Opposition auffordere, den Skiunfall und dessen Folgen aus dem Wahlkampf herauszuhalten, müsse er das "bitteschön auch selbst tun".

SPD-Chef Matschie erwartet eine klare Entscheidung von Althaus. "Auf der einen Seite fordert er seine Ruhe, auf der anderen hat er die Kraft für ein umfangreiches Interview. Beides zusammen geht nicht."

DPA/AP
 
 
KOMMENTARE (10 von 22)
 
mupfeline (17.03.2009, 13:58 Uhr)
@FleurdeLis
"Politiker sind auch Menschen wie Sie und ich und sollten auch dementprechend behandelt werden, in guten wie in schlechten Zeiten."
Ihre eigenen Worte!
Und genau das geht nicht. Denn das müsste dann auch die Privilegien betreffen. Die Rentenversorgung. Die medizinische Versorgung usw.
Sie wollen mir doch nicht erzählen dass dieses "gleich-gleich" nur teilweise funktioniert.
Die Crux ist dass unsere Politiker einen Sonderstatus haben. Sollen sie von mir aus auch haben. Aber sie haben die verdammte Pflicht nachzudenken bevor sie sich öffentlich äußern. Sie haben Vorbild zu sein - das erwarte ich von Politikern. Diese Spezies die öffentlich Wasser predigt und danach ebenso öffentlich Champagner trinkt die können wir nicht gebrauchen und das ist auch unangemessen. Sie leben von Uns. Vom Volk. WIR sind der oberste Souverän und wir bezahlen die Herrschaften. Deshalb haben sie die Pflicht ein Vorbild zu sein. Sind sie das nicht dann müssen sie zurücktreten.
Was Herr Althaus hier inszeniert hat ist peinlich. Was die CDU gemacht hat - diese Beifallstürme der CDU-Mitglieder das ist Gehirnwäsche pur und eigentlich nur noch bemitleidenswert. Ich wiederhole mich gerne: Der Mann ist nicht mehr tragbar für ein öffentliches Amt. Er ist eben nicht nur einer von Uns - er sollte Vorbild sein und ist es nicht.
Georgien (17.03.2009, 13:47 Uhr)
CDU enttäuscht Wähler
Diese CDU enttäuscht die Wähler, denn sie täuscht vorsätzlich ! Die falsche Beurteilung der Situation, das taktierende Verhalten von Althaus sind unerträglich. Sich selbst in der Zeitung mit den großen Buchstaben "bedeutsam", "erhaben" und im Vollbesitz der "Erinnerung" zu befinden, sind schlechtes Theater. Dieser CDU-Politiker entwickelt eine Eigeninzenierung, die vom Wähler mit Sicherheit entsprechend quittiert wird. Wenn es nur diesen einen unersätzlichen Politiker geben sollte, steht es doch reichlich schlecht um diese Partei. Auf diesen sich selbst überschätzenden Machtpolitiker, der auch sonst viel Arroganz erkennen ließ, sollte man im Sinne des Freistaates Thüringen verzichten. Wenn auch sein Ziehvater Vogel ihn in übertriebener Weise lobt.
Georgien (17.03.2009, 13:38 Uhr)
CDU-Thüringen ohne Alternative
Diese CDU enttäuscht die Wähler, denn sie täuscht vorsätzlich ! Die falsche Beurteilung der Situation, das taktierende Vrhalten von Althaus sind unerträglich. Sich selbst in der Zeitung mit den großen Buchstaben "bedeutsam", "erhaben" und im Vollbesitz der "Erinnerung" zu befinden, sind schlechtes Theater. Dieser CDU-Politiker entwickelt eine Eigeninzenierung, die vom Wähler mit Sicherheit entsprechend quittiert wird. Wenn es nur diesen einen unersätzlichen Politiker geben sollte, steht es doch reichlich schlecht um diese Partei. Auf diesen sich selbst überschätzenden Machtpolitiker, der auch sonst viel Arroganz erkennen ließ, sollte man im Sinne des Freistaates Thüringen verzichten. Wenn auch sein Ziehvater Vogel ihn in übertriebener Weise lobt.
pops (17.03.2009, 12:45 Uhr)
Kriegen die eigentlich
gar nicht mehrmit, was sie sageb? Beide? Zitat:"sagt die Ehefrau: "Es war ein Unglück, das jedem hätte passieren können. Trotzdem hat mein Mann die volle Verantwortung für sein Handeln übernommen. Damit hat er auch Größe gezeigt."
Er wurde schuldig gesprochen!!!
Wenn er sein Amt auch mit so viel Realitätsnähe versieht, dann schönen Dank, Marie...
Tag auch: Pops
L.Gleichmann (17.03.2009, 10:58 Uhr)
Altenburg
Bekanntlich liegt diese Stadt in Thüringen und ist das Zentrum der Skatspieler und Skatkartenfabriken. Die Thüringer CDU wird von deren Designeren benötigt:Als Volage für die nächste Luschensammlung.
n8g8 (16.03.2009, 22:58 Uhr)
@kalaehne: Dachschaden
Offenlesbar wird nun klar, dass nicht nur eine Person von DEM Problem betroffen ist, sondern auch diverste Leute hirnlos im Besitz eines schwarzen (@dirk: meinetwegen mit gelben Guido-Streifen versehenes) Parteibuchs sind.
kalaehne (16.03.2009, 22:39 Uhr)
Kann Althaus nicht loslassen oder hat die CDU keine Alternative ?
...Die CDU in Thüringen hat Herrn Althaus als Spitzenkandidaten bestimmt. Nun kann der als Geisterfahrer rechtskräftig verurteilte Herr A. für deie CDU kandidieren. Wählerinnen und Wähler in Thüringen werden entscheiden. Ob Herr Althaus allerdings mit seiner Entscheidung - unter Berücksichtigung der von ihm nun geleugneten Schuld an dem Unfall - gut beraten ist, daran zweifle ich. Denn ich kann all jene Menschen gut verstehen, die einem verurteilten Geisterfahrer nicht vertrauen . Zudem, wer kann derzeit sagen, ob Herr Althaus den von ihm verschuldeten Unfall ohne bleibende eigene Schäden überstanden hat ? Das aber ist wichtig, denn Herr Althaus will auch zukünftig in Thüringen und über den Bundesrat letztlich die Lebensbedingungen für alle Menschen in der Bundesrepublik Deutschland beeinflussen .. Juergen Kalaehne BgM a. D.
n8g8 (16.03.2009, 22:35 Uhr)
Justiz-Klitterung
Schon erstaunlich, dass ausgerechnet ein "im Schnellverfahren" für schuldig Abgeurteilter mit Promi-Bonus eine Trennlinie zwischen Verantwortung und Schuld ziehen will. Nur wird Wähler DAS - im Gegensatz zu IHM und dem, was eben jener in einem Prozess unter Ausschluß der Öffentlichkeit vorgeführt hat, womit er (irrig) weiter spekuliert - nicht vergessen: GROB FAHRLÄSSIGER TOTSCHLAG IST SCHULDHAFTES HANDELN!!!
feingold (16.03.2009, 22:23 Uhr)
Ja, Herr Zorro
schön, daß es viele Gutmenschen gibt.
Sicher auch unter Politikern, und vielleicht ist Herr Althaus auch einer. Das zu beurteilen, bleibt jedem selbst überlassen. Und auch Gutmenschen machen Fehler. Und darum geht es in diesem Fall, um Fehler, die die Öffentlichkeit etwas angehen und deren Konsequenzen.
Natürlich habe ich das Interwiev nicht gelesen, wie sollte ich auch, werde ich doch deswegen nicht zum 1. Mal in meinem Leben die Bildzeitung kaufen. Wen sollten denn im Übrigen die privaten Ansichten von Herrn Althaus interessieren.
Es geht hier um öffentliche Tat-Sachen.
Vielleicht sollten Sie auch nicht jedesmal kotzen, wenn jemand anderer Meinung ist als Sie, das kann nur ungesund sein.
jeanclaude (16.03.2009, 21:25 Uhr)
einbezeichnendes beispiel des zustands unserer politik..
parteiübergreifend,das hat nichts mit den parteien zu tun die zufälligerweise an der macht sind..
das das propagandaorgan nummer eins, finger mit im spiel hat,sei nur am rande erwähnt...
die spd würde nicht anders handeln,jede partei die nicht an der macht ist würde anders handeln..
und jetzt sein wir mal ehrlich,ob die parteien dort ganz oben wirtschaftliche kompetenz,haben oder ob sie sich für die belange des volkes wirklich interessieren...wen interessierts?
da werden wirtschaftliche kompetenz,seriösität schlicht hintenangestellt.
jeder politiker der noch so grossartiges für sein land getan hat,durch fachkompetenz glänzt,sein land zum blühen bringt...
ist ne bratwurst sobald der naziometer anspringt...
oder das er wie herr althaus,einen menschen tötet.
er hätte die möglichkeit gehabt,in ehren aus diesem grauenhaften zusammenstoss herrauszukommen..
sich öffentlich zu seiner schuld bekennen,die schuld eingestehen und falls er nicht im stande gewesen ist nichts zu sagen und sich aus dem politischem leben zurückzuziehen...
das ist nicht geschehen,er ruht sich auf seiner selbstmitleidschiene aus,bringt das übelste schmierenpropagandablatt ins spiel...
und bleibt das phantom...
so wie es aussieht,versucht die cdu durch diesen von althaus verschuldeten zusammenstoss mit todesfolge,mit hilfe der bild ihren nutzen zu ziehen...
>95 prozent an widerwärtigkeit und ehrlosigkeit...
das hätte ich selbst von der cdu nicht erwartete...
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