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14. März 2009, 10:56 Uhr

CDU wählt Althaus zum Spitzenkanditen

Die CDU in Thüringen hat für Dieter Althaus als Spitzenkandidat für die kommende Landtagswahl gestimmt. Schon vor der Abstimmung hatte der Ministerpräsident, der seit einem Skiunfall die Amtsgeschäfte nicht führt, in Abwesenheit für Begeisterung gesorgt.

Dieter Althaus, Ministerpräsident, Thüringen, Politik

Wird Spitzenkandidat der CDU Thüringen für die Landtagswahl: Dieter Althaus© Eckehard Schulz/AP

Die thüringische CDU hat Ministerpräsident Dieter Althaus zum Spitzenkandidaten für die Landtagswahl im August gewählt. Auf einem Parteitag in Waltershausen stimmten 94,6 Prozent der Delegierten für den 50-Jährigen. Althaus selbst war nicht anwesend. Er erholt sich von seinem schweren Skiunfall in einer Rehabilitationsklinik am Bodensee.

In einer auf dem Parteitag verlesenen Erklärung bekräftigte er seine Bereitschaft, weiterhin als Regierungschef Verantwortung zu tragen. Zudem kündigte er an, bald in die Staatskanzlei zurückzukehren. "Noch vor der Sommerpause werde ich meine Amtsgeschäfte wieder aufnehmen können", erklärte der CDU-Politiker in einer Grußbotschaft, die die stellvertretende Ministerpräsidentin Birgit Diezel zum Auftakt des Parteitags verlas: "Ich bin bereit, dem Freistaat weiter zu dienen."

In der dreiseitigen schriftlichen Erklärung, die von den Delegierten mit langem Beifall bedacht wurde, betonte er, der schwere Skiunfall am Neujahrstag sei für ihn unfassbar. Er würde alles dafür geben, das tragische Unglück ungeschehen zu machen. "Die letzten Wochen waren die schwersten meines Lebens - physisch und psychisch." Der große Rückhalt in seiner Familie, in der Bevölkerung und der Partei habe ihn aber tief berührt und Mut gemacht. Der Zuspruch und die Unterstützung, aber auch die Genesungsfortschritte verpflichteten ihn "nun aber besonders, nicht aufzugeben".

CDU will absolute Mehrheit verteidigen

In der Erklärung schwor Althaus seine Partei auf die bevorstehenden Wahlen ein. Besondere Aufmerksamkeit gelte dem Kampf gegen die Arbeitslosigkeit. Diezel betonte den Anspruch ihrer Partei, bei der Landtagswahl am 30. August die absolute Mehrheit zu verteidigen. Zugleich warnte sie vor einem rot-roten Bündnis. Ein solches "Verhinderungsbündnis" würde Thüringen in eine gescheiterte Vergangenheit zurückführen. Zu Beginn der Vertreterversammlung gedachten die Delegierten mit einer Schweigeminute und stillem Gebet den Opfern des Amoklaufs von Winnenden.

AP
 
 
KOMMENTARE (10 von 32)
 
olga1805 (16.03.2009, 09:04 Uhr)
Wunderbar . .
fand ich übrigens, "ich kann mich an nichts erinnern, bin aber nicht Schuld". PISA ? Heut bittet er GOTT um Vergebung. Nun, mit dem Christ sein ist ja die Fahnenstange bei diesem Menschen noch lange nicht zu Ende, er steht auch auf alles was ASTRO TV Schmiere absondert, also wie erschaffen für so einen Minister Posten. Was soll einen in diesem, einstmals recht schönem Land, noch überraschen ?
kalaehne (15.03.2009, 23:14 Uhr)
Althaus : Ist der CDU - Ministerpräsident ohne Erinnerung oder/und uneinsichtig ?
Althaus : Ist der CDU - Ministerpräsident ohne Erinnerung oder/und uneinsichtig ?
Althaus leugnet Schuld und spricht von Verantwortung für den Unfall. Damit aber bestreitet er Kernpositionen des Urteils, das kurz nach seinem vorbehaltlosen Akzeptieren der Untersuchungsergebnisse zum Unfall in Österreich gefällt wurde. Das Urteil ist rechtskräftig. Deshalb muß gefragt werden dürfen, ob Thüringen mit den Ministerpräsidenten und CDU-Kandidaten Althaus tatsächlich auf Dauer gut beraten ist. Und auch der " Rest " der Republik ist gefragt, denn über den Bundesrat hat Herr Althaus Einfluss auf die Bundespolitik, so wie er Einfluss auf die CDU-Bundespolitik hat...Juergen Kalaehne
BBoldiesBB (15.03.2009, 19:56 Uhr)
Immer neue Varianten!
Neueste Äußerung von Althaus: Ich kann mich an nichts erinnern! Aber schuld bin ich nicht; siehe neuestes Bild-Interview.
Hat der Mann verschiedene Wahrheiten, je nach Erfordernis??
Dirk_37 (15.03.2009, 16:52 Uhr)
Doppelmoral!
Bei allem Verständnis aber mancher Kommentar geht deutlich an der Realität vorbei. Ein Unfall ist ein ungewolltes Ereignis, eine vorsätzlich begangene Tat etwas völlig anderes. Die Todesfolge ist sehr tragisch, jedoch ethisch sehe ich darin weniger ein Problem (im Sinne des ethischen Grundsatzes, nicht, daß ich die menschliche Tragik nicht wahrnehmen würde!)wie wenn jemand mit Vorsatz zu seinen eigenen Gunsten etwas strafbares unternimmt. Viele Politiker führten deswegen Prozesse, manche auch nicht. Ob Kohl, Lafontaine oder Schröder, der sein Amt in nie dagewesender Weise zum eigenen monitären Vorteil benutzte, alle sind sie in meinen Augen schlimmer als Althaus, der einen Unfall erlitt. Alles andere ist doppelzüngig und/oder höchstens von niederen politischen Motiven bestimmt. Mich wundert es daß sein gesundheitlicher Zustand eine Kandidatur erlaubt, aber ansonsten sehe ich darin kein Problem. Sonst müsste ja jeder, der in Folge eines Unfalls mit fahrlässiger Tötung schuldig gesprochen ist, seinen Job an den Nagel hängen. Und nichts anderes ist das Amt: kein Würdenträger,weder von Gottes Gnaden bestimmt noch aufgrund seiner adeligen Herkunft:-), es ist ein Job. Wenn er geistig und körperlich in der Lage ist, ok. Wenn nicht, dann hat er allerdings auch Wählertäuschung betrieben (wie Ypsilanti) und sollte entsprechend gehen müssen. MfG Dirk
pacht45 (15.03.2009, 15:35 Uhr)
Amtsverzicht würde Maßstäbe setzen
Ein Politiker ist kein Heiliger, kein Erwählter. Er ist schlechthin ein Gewählter auf Zeit, von
dem aber man erwarten können muss, dass Wort und Tat übereinstimmen. So Herr Althaus
sich als Christ von dem Slogan "Wo die Politik beginnt, hört die Moral auf" distanziert, sollte er folgerichtig aus menschlichen Gründen sein Amt nicht wieder antreten.
Aus meiner Sicht wäre die Fortsetzung und die erneute Kandidatur ein Schritt, den ich nicht
nachvollziehen könnte, weil das meinem Verständnis sowohl von politischer Ethik als auch vom Ethos eines Politikers zuwiderläuft. Das juristische Urteil ist die eine, die menschliche
Tragik die andere, aber entscheidende Seite.
Ein Amtsverzicht wäre eine Geste, die in einer Zeit immer öfter ausufernden politischen Umgangs neue Maßstäbe setzen könnte. Denn nach einer möglichen Wiederwahl kann Herr Althaus keinen Mitleidsbonus von der Opposition erwarten, dass käme ansonsten einer klaren politischen Wettbewerbsverzerrung gleich.
Das kann in einer Demokratie so nicht gewollt sein !
Reality (15.03.2009, 10:05 Uhr)
Nun - es kann auch sein...
dass Althaus derzeit noch nicht in der Lage ist, eine Rede zu halten.
Möglicherweise lässt dies seine gesundheitliche Verfassung nicht zu.
Dies jedenfalls würde erklären, warum er nicht persönlich anwesend und zu seinen CDU Freunden gesprochen hat.
Möglicherweise ist sein Geisteszustand noch nicht soweit hergestellt, dass er Rede und Antwort problemlos geben kann.
Wenn man dies alles bedenkt, wäre es schon bemerkenswert, ihn trotzdem als Spitzenkandidaten aufzustellen.
Wenn er vor Ort gewesen wäre, und zu den Parteifreunden gesprochen hätte, hätten sich seine Parteimitglieder ein Bild darüber machen können in wieweit sie diesem gesundheitlich angeschlagen Mann vertrauen können.
Ich vermute, dass er einfach noch nicht frei reden, seine Gedanken nicht schnell der jeweiligen Situation zuordnen kann.
Es ist natürlich auch nicht ganz einfach als Vorbestrafter, der ein Menschenleben zu verantworten hat, vor einer Menge Leute hinzustehen und zu sprechen.
Da lastet mit Sicherheit ein unverhältnismäßiger hoher psychischer Druck auf diesem Mann, dem er vielleicht noch auszuweichen versucht.
Das könnte für mich die Erklärung sein, warum er bei seiner Nominierung nicht anwesend war.
Alles aber keine blendenden Aussichten für einen erfolgreichen Wahlkampf.
Er sollte wirklich Anstand zeigen und den Hut nehmen.
petermeyer (15.03.2009, 09:17 Uhr)
finde ich nicht gut
bisher fand ich althaus ein guten vernünftigen mp.
ABER: er ist wegen fahrlässiger tötung verurteilt (und das ist schon ein unterschied zu einem "normalen" unfall ).
ein mp sollte schon gewisse höhere moralische standards erfüllen in meinen augen. leider ist dies nicht der fall. ich sehe kein problem , wenn er z.bsp. normaler abgeordneter wäre, aber als mp ist er in einer sehr exponierten lage.
nun reiht er sich ein, in die reihe höchst zweifelhafter moralischer gestalten wie gas-gerd , zeitarbeits- und energielobbyiest clement usw...
schade.
pitiplatsch (15.03.2009, 08:10 Uhr)
Dann bekommen wir womöglich
einen Ministerpräsidenten der eine Mutter getötet hat und sich Christ nennt. Na ja wundern tut mich bei Politikern nichts mehr, die können sich alles erlauben. Tolle Charaktere.
Dirk_37 (15.03.2009, 01:46 Uhr)
@Sethus
Der Vergleich zu Ypsilanti hinkt in der Tat: da steht auf der einen Seite ein höchst tragischer Unfall und auf der anderen Seite eine bewusste Täuschung der Wähler. Natürlich ist der Tod des Unfallopfers sehr bedauerlich- daß ist es immer, wenn Unfälle so unglücklich ausgehen, leider. Aber Hessens Frontfrau in Sachen Wahlbetrug hat bewusst gehandelt und das macht die Sache an sich so schlimm. Nicht der Wortbruch an sich, daß ist wohl usus bei Politikern aller Couleur, aber das schäbige Trauerspiel in der Folge, an dessen Ende die Dame ihren Hut nehmen musste. Nein, Althaus kann wirklich nicht mit so einer Frau verglichen werden, da haben Sie Recht:-) MfG Dirk
jeanclaude (15.03.2009, 00:41 Uhr)
verkehrte welt.
wer joggen kann, gespräche führen, briefe verfassen etc., der kann doch auch mal eine kurze rede halten.oder nicht? und wenn nicht, dann warum nicht.
wo ist der aufschrei der opposition?
über jeden dreck,falsche formulierungen,etc. wird sich sonst aufgeregt,rücktritte werden gefordert.
und nun wo es durchaus angebracht wäre,hält man die füsse still?!
ein ministerpräsident der sich bis jetzt aus der verantwortung gestohlen hat,wird als held aufgebaut und vermutlich so die denke der cdu,als der erste ministerpräsident in die geschichtsbücher deutscher politik eingeht der aus mitleid gewählt werden könnte.
obwohl er sicherlich der letzte wäre der mitleid verdient hätte...
sind wir wähler wirklich so blöd um dieses schmierentheater nicht zu durchschauen??
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