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Thüringer Grüne sind für Gespräche mit der Linken

Die Zeichen stehen auf einen Politikwechseln in Thüringen: Nach der SPD hat sich auch der Vorstand der Grünen für Koalitionsverhandlungen mit der Linken ausgesprochen.

Dieter Lauinger, Thüringer Landesvorsitzer der Grünen ist für die Aufnahme von Koalitionsverhandlungen mit SPD und Linken

Dieter Lauinger, Thüringer Landesvorsitzer der Grünen ist für die Aufnahme von Koalitionsverhandlungen mit SPD und Linken

Seit 24 Jahren stellt die CDU in Thüringen die Ministerpräsidentin oder den Ministerpräsidenten. Damit könnte es bald vorbei sein. Auch die Thüringer Grünen-Spitze strebt ein rot-rot-grünes Bündnis in dem Bundesland an. Der Landesvorstand beschloss am Donnerstagabend in Erfurt einstimmig, Koalitionsverhandlungen mit der Linken und der SPD aufzunehmen. Es gebe damit die Möglichkeit zum Politikwechsel, begründete Grünen-Vorstandssprecher Dieter Lauinger die Entscheidung. Zuvor hatten sich bereits die Spitzen von Linken und SPD für Verhandlungen über eine rot-rot-grüne Koalition ausgesprochen.

Der Thüringer SPD-Landesvorstand hatte am Montag einstimmig eine solche Koalitionsempfehlung abgegeben. Allerdings muss diese noch durch eine Mitgliederbefragung bestätigt werden. Anfang November soll deren Ergebnis vorliegen. Die Spitze der Thüringer Linken hatte bereits vergangene Woche grünes Licht für Koalitionsverhandlungen mit SPD und Grünen gegeben.

Hauchdünne Mehrheit

Die Linken-Landesvorsitzende Susanne Hennig-Wellsow zeigte sich erfreut über das deutliche Votum der Grünen. "Der Zug zum Regierungswechsel nimmt Fahrt auf", erklärte sie am Donnerstagabend. "Das ist ein weiterer Schritt auf dem Weg zu einer stabilen neuen Landesregierung."

Sollte es zu einem rot-roten-grünen Bündnis kommen, könnte mit Bodo Ramelow erstmals ein Politiker der Linken Ministerpräsident eines Bundeslandes werden. Allerdings hätte die Koalition nur eine hauchdünne Mehrheit von einer Stimme.

Grünen-Chef Lauinger zeigte sich mit Blick auf die knappen Mehrheitsverhältnisse überzeugt, dass die Wahl des Regierungschefs nicht an den Grünen scheitern werde. Er rechnet nach eigenen Worten bei erfolgreichen Koalitionsverhandlungen mit der Wahl des Ministerpräsidenten Anfang Dezember.

ono/AFP/AFP

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