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22. November 2010, 12:07 Uhr

Israel bestreitet Agenten-Mord an Barschel

Haben Mossad-Spione den früheren schleswig-holsteinischen Ministerpräsidenten Uwe Barschel ermordet, weil er von geheimen Waffengeschäften wusste? Israel weist die Theorie eines Toxikologen zurück, stellt den deutschen Behörden aber neue Ermittlungen frei.

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Mitwisser bei geheimen Waffengeschäften? Uwe Barschel wurde 1987 tot in einer Genfer Badewanne gefunden© Carsten Rehder/DPA

Hat Israel den früheren schleswig-holsteinischen Ministerpräsidenten Uwe Barschel (CDU) töten lassen, weil er zuviel wusste? Was sich wie der Plot eines Spionage-Krimis liest, hat durch den aktuellen Bericht eines Schweizer Toxikologen reale Auswirkungen auf die deutsch-israelischen Beziehungen. Der israelische Außenamtssprecher Jigal Palmor bezog am Montag Stellung: "Es gibt keine Basis, auf der man den Fall mit Israel in Verbindung bringen kann." Deutschland stehe allerdings frei, den Fall neu aufzurollen. "Wir können den deutschen Behörden nicht sagen, was sie zu tun oder zu lassen haben", sagte Palmor.

Der Schweizer Toxikologe Prof. Hans Brandenberger hatte in einem Beitrag für die "Welt am Sonntag" über sein neues Gutachten in dem Fall Barschel geschrieben. Die chemischen Analysedaten stimmten bis in Details mit einem Mordablauf überein, den der ehemalige Mossad-Agent Victor Ostrovsky in einem Buch schildere.

Israel: "Lügen und Erfindungen"

Als mögliches Mordmotiv war in der Vergangenheit über angebliche Verstrickungen Barschels in Waffengeschäfte spekuliert worden. Laut Ostrovsky soll Barschel Kenntnis von angeblichen Rüstungsgeschäften Israels mit dem Iran gehabt haben, die über Schleswig-Holstein abgewickelt worden seien. Der israelische Außenamtssprecher Palmor beschrieb Ostrovsky jedoch als extrem unglaubwürdig: "Die Hälfte von dem, was er sagt, sind Lügen, und die andere Hälfte sind Erfindungen."

Der frühere Chefermittler im Fall Barschel, Heinrich Wille, sieht den Verdacht erhärtet, dass Barschel von einem professionellen Killerkommando getötet wurde. Brandenbergers Aufsatz enthalte neue Erkenntnisse, die geprüft werden sollten, wurde der ehemalige Leitende Oberstaatsanwalt von Lübeck zitiert. Der CDU-Politiker Barschel war am 11. Oktober 1987 tot in einer Badewanne des Genfer Luxushotels Beau Rivage gefunden worden. Viele Fachleute gehen von einem Selbstmord aus, die Todesumstände wurden aber nie zweifelsfrei geklärt.

fw/DPA
 
 
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