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Entsetzen über Osterfest voller rechtsextremer Übergriffe

Am Osterwochenende ereigneten sich in den neuen Bundesländern vielerorts fremdenfeindliche Vorfälle, in Sachsen-Anhalt brannte ein Flüchtlingsheim. Politiker fordern nun mehr Einsatz zur Zivilcourage.

Gewalttätige Übergriffe auf drei Asylbewerber in Mecklenburg-Vorpommern, ein Brandanschlag auf eine geplante Flüchtlingsunterkunft in Sachsen-Anhalt und die Schändung einer Gedenktafel eines früheren Außenlager des KZ Buchenwald in Thüringen: Das ist die bisherige Bilanz rechtsextremer Vorfälle an diesem Wochenende.

Am Morgen des Karfreitag war laut NDR in Rostock ein 26 Jahre alter Mann aus Kamerun von drei anderen Männern auf offener Straße zusammengeschlagen und rassistisch beleidigt worden. Wie ebenfalls berichtet wird, wurden in der Nacht zum Ostersamstag in Wismar, ebenfalls in Mecklenburg-Vorpommern, zwei Asylbewerber aus Ägypten von acht Männern verprügelt und beschimpft - in beiden Fällen fehlen bisher konkrete Hinweise auf die Täter. Die Polizei ermittelt.

Ihren Hass gegenüber Fremden hatten zuvor auch Unbekannte in Tröglitz freien Lauf gelassen: In dem 2700-Einwohner-Dorf in Sachsen-Anhalt brachen mehrere Personen in die geplante Flüchtlingsunterkunft ein, legten Brandbeschleuniger auf dem Dachboden aus und sorgten dafür, dass der Dachstuhl des Hauses komplett zerstört wurde und das Haus nun unbewohnbar ist. Da sich zum Tatzeitpunkt zwei Menschen in dem Gebäude befanden, spricht die zuständige Staatsanwaltschaft von einer "gemeingefährliche Straftat schlimmster Art."

"Wir weichen keinen Schritt zurück"

Nur wenige Stunden nach dem Brandanschlag wurde auch das Mahnmal im früheren Außenlager des KZ Buchenwald angegriffen. Nach Angaben der Polizei wurden die Gedenktafel und ein Blumengebinde im Jonastal bei Arnstadt beschädigt. Die Tafel war gerade neu gestaltet worden, das Gebinde bei einer Gedenkveranstaltung niedergelegt worden. Denn der Anschlag geschah just zum Jahrestag der Befreiung des Lagers vor 70 Jahren, dem 4. April 1945, durch US-Truppen.

"Die Schlagzeilen dieses Osterwochenendes aus Mitteldeutschland entsetzen viele Menschen", kommentierte Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) die Übergriff. Alle Demokraten seien aufgerufen, sich der Gefahr von rechts gemeinsam entgegenzustellen. Sein Amtskollege aus Sachsen-Anhalt, Reiner Haseloff (CDU), nannte den Anschlag in Tröglitz ein "gemeines Verbrechen". "Hier geht es um unsere Demokratie. Wir weichen keinen Schritt zurück."

"Müssen gemeinsam dagegen halten"

Zum Anschlag in Tröglitz äußerte sich auch die Bundesregierung bestürzt und forderte Konsequenzen. Innenminister Thomas de Maizière (CDU) verlangte eine rasche Aufklärung des Attentats. "Die Täter gehören hinter Schloss und Riegel." Justizminister Heiko Maas (SPD) rief die Bürger auf, Position zu beziehen gegen Rechtsextremismus. "Wenn Flüchtlingsheime brennen, ist das beschämend", sagte Maas der "Welt am Sonntag". "Wo immer Rechtsextreme Stimmung machen gegen Ausländer, müssen wir gemeinsam dagegen halten."

he/DPA/DPA
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