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2. März 2009, 20:06 Uhr

Althaus soll Spitzenkandidat bleiben

Ein offizielle Stellungnahme gab es bisher zwar nicht, doch im Kabinett ist man sich offenbar einig: Dieter Althaus soll die CDU Thüringen trotz der Anklage gegen ihn in den Landtagswahlkampf führen. Wie groß seine Schuld am Tod der Skifahrerin Beata Christiandl ist, wird weniger diskutiert als die Frage, ob Althaus den Anforderungen der Politik noch gewachsen ist.

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Dieter Althaus: Die CDU Thüringen steht bisher zu ihrem Spitzenkandidaten© Jens-Ulrich Koch/DDP

Die Thüringer CDU reagiert gelassen auf die Anklage gegen ihren schwer verletzten Ministerpräsidenten Dieter Althaus. "Er bleibt weiterhin unser Spitzenkandidat", heißt es einstimmig aus dem Kabinett und der CDU-Parteiführung in Erfurt. "Das ändert nichts", stellte Thüringens Sozialministerin Christine Lieberknecht gegenüber der "Mitteldeutschen Zeitung" fest. Jürgen Gehb, rechtspolitischer Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion ergänzte in derselben Zeitung: "Schuld ist nicht gleich strafrechtliche Verwerflichkeit. Deshalb würde ich jetzt nicht vorschnell sagen: Damit ist Herr Althaus aus dem Rennen." Sollte Althaus rechtskräftig verurteilt werden, müsse "jeder für sich selbst die Konsequenzen ziehen", meinte Gehb.

Die Union hofft jetzt auf ein schnelles Verfahren, das möglichst noch vor der heißen Phase des Wahlkampfs im Sommer beendet ist. Schwerwiegender ist für die Christdemokraten nach wie vor die Frage, ob Althaus wieder fit wird und wann er auf die politische Bühne zurückkehrt. Im Freistaat wird am 30. August ein neuer Landtag gewählt.

Der Schritt der Staatsanwaltschaft Leoben in Österreich kommt nicht überraschend. Seit dem Skiunfall in der Obersteiermark am 1. Januar, als die 41 Jahre alte Beata Christandl nach einem Zusammenstoß mit Althaus starb, ermittelt die Behörde gegen den sportlichen CDU-Ministerpräsidenten. Dieser erlitt bei dem Zusammenstoß selbst ein Schädel-Hirn-Trauma - und kann sich nach eigenen Angaben nicht mehr an den Unfallhergang erinnern.

Althaus übernimmt Verantwortung

Die Staatsanwaltschaft geht inzwischen offiziell davon aus, dass Althaus auf einer Pistenkreuzung falsch abgebogen ist. Deshalb fuhr er Beata Christandl auf ihrer Piste ein Stück entgegen und verursachte so den Unfall. Dafür hat er laut Staatsanwaltschaft in einer schriftlichen Erklärung trotz seiner Erinnerungslücken die Verantwortung übernommen. Was das im Prozess bedeutet, ist offen. Für den Unfallhergang gibt es keine Zeugen. Ein Skifahrer will gesehen haben, wie Althaus und Christandl nach dem Zusammenprall mehrere Meter auseinander geschleudert wurden.

Bereits Anfang Februar hatte Staatsanwalt Walter Plöbst angedeutet, dass Althaus nicht mit einem erhöhten Strafmaß rechnen müsse. Ein besonders schweres Verschulden sei ihm nach den vorliegenden Fakten nicht vorzuwerfen. Das würde nur gelten, "wenn Althaus etwa unter Alkoholeinfluss oder bei Dunkelheit mit stark überhöhter Geschwindigkeit abgefahren wäre. Beides können wir aber ausschließen." Die Anwälte von Althaus und der Familie des Opfers sind außerdem auf dem besten Wege, die Schadenersatzfrage außergerichtlich zu klären.

CDU rechnet mit glimpflichem Ausgang

Die CDU rechnet deshalb fest damit, dass der Prozess für Althaus ein glimpfliches Ende nimmt. "Das war ein tragischer Unfall, da war ja kein böser Wille dabei", erklärt Staatskanzleiminister Klaus Zeh (CDU) immer wieder und erinnert daran, dass Althaus ein guter und besonnener Skifahrer sei.

Die rechtliche Frage wird in den Gängen des Parlaments auch kaum diskutiert. Sowohl Parteifreunde als auch politische Gegner machen sich vielmehr Gedanken über die moralischen und seelischen Folgen für Althaus: Wie er es verkraftet, für den Tod einer Frau und Mutter verantwortlich zu sein. Althaus müsse jetzt "sein Gewissen befragen, ob er sein Amt als Ministerpräsident unter den gegebenen Voraussetzungen weiterführen kann", sagt SPD-Landeschef Christoph Matschie. "Diese Entscheidung kann ihm niemand abnehmen."

Wird Althaus mit seiner Schuld fertig?

Von Seiten der Ärzte gibt es zu dieser Frage keine eindeutigen Antworten. Sicher ist, dass sie Althaus von den fatalen Folgen des Unfalls erzählt haben. Unklar bleibt aber, in wie weit der Ministerpräsident in der Lage ist, mit den tragischen Ereignissen umzugehen.

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DPA
 
 
KOMMENTARE (6 von 6)
 
amorchen (03.03.2009, 15:13 Uhr)
Althaus Unfall
also wenn ich einen kommentarschreiber lese der den unfall für eine Lapalie hält, dreht sich mir der magen um.
ein vorbestrafter politiker hat absolut nichts im amt eines MP su suchen.
pitiplatsch (03.03.2009, 03:39 Uhr)
Althaus wird wegen
fahrlässiger Tötung angeklagt, nicht wegen eines Bagatellunfalls. Deshalb frage ich mich schon, ob alles wieder bagatellisiert werden soll. Er hat fahrlässig eine Mutter getötet, und ob solche Leute, die fahrlässig töten, die richtigen Vorbilder und Minister sind wage ich zu bezweifeln. "Das war ein tragischer Unfall, da war ja kein böser Wille dabei", erklärt Staatskanzleiminister Klaus Zeh (CDU) immer wieder und erinnert daran, dass Althaus ein guter und besonnener Skifahrer sei". Dieses Gewäsch von dem Klaus Zeh will schon wieder alles verharmlosen, er hat getötet und sonst nichts. Wäre er vernüftig gefahren wäre nichts passiert dies ist Fakt. Fertig.
Wanderflke (03.03.2009, 00:24 Uhr)
Geisterfahrer
Ein Geisterfahrer mehr oder weniger unter unseren Politikern, das fällt doch kaum auf! Todesfälle gab es auch schon, sogar mit 1,75 Promille im Auto; hat dem Täter nicht wirklich geschadet. Das Vertrauen der Wähler ist nicht zu erschüttern, im Gegensatz zu dem des Arbeitgebers zu seinen Angestellten: das endet bei 1,30 Euro, gerichtlich bestätigt.
manesse (02.03.2009, 23:03 Uhr)
Mir tut dieser Althaus
einfach nur Leid. Gleichfalls ist der Tod dieser slowakischen Skifahrerin ein sehr trauriges Ereignis. Es stellt sich zweifelsohne die Frage, ob jemand, der in den Tod eines Menschen möglicherweise durch Fahrlässigkeit verwickelt und überdies verletzungsbedingt gesundheitlich beeinträchtigt ist, den Belastungen eines bedeutenden öffentlichen Amtes gewachsen ist. Althaus steht vor einer wichtigen Entscheidung, die er bald zu fällen hat. Man kann nur hoffen, dass Althaus im privaten Umfeld gute und lebenskluge Freunde hat, die ihm raten und helfen können.
Gisella (02.03.2009, 22:41 Uhr)
Wieso-hannes_schinder????
Otto Normal Verbraucher wäre längst "dran". Da würde wahrscheinlich noch nichtmal eine Rechtschutz-Versicherung helfen-oder??Diese Leute "kleben" an der Macht und am Geldtropf-wer sich nicht erinnern kann oder will-sollte sein Amt abgeben.-Ein Kraftfahrer hätte jetzt diverse Punkte in Flensburg verpasst bekommen und wäre seinen Job los-so, was ist der Unterschied zwischen ihm und uns?????????????-
hannes_schinder (02.03.2009, 22:20 Uhr)
Das ist schon gut so,
es wäre nicht gut Herrn Althaus vor zu verurteilen. Zudem ist es auch gut in der Not zu Menschen zu stehen. Wenn es da eine Entscheidung gäbe, wird Herr Althaus die sicher selbst machen. Es ist auch nicht gut einen Unfall, wie immer er auch verursacht wurde politisch auszuschlachten, es ist schrecklich genug für alle Beteiligten.
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