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7. April 2011, 08:25 Uhr

Kein Grüner will Kanzler werden

Im stern-Wahltrend liegen sie bei 28 Prozent, doch für die Grünen ist das Umfragehoch kein Grund, neue Machtansprüche zu stellen. An einen eigenen Kanzlerkandidaten denkt die Umweltpartei nicht. Die SPD hadert derweil mit den neuen Machtverhältnissen.

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Auf dem Weg zur Volkspartei? Grüne Wahlparty© Florian Schuh/DPA

In jüngsten Umfragen liegen die Grünen vor der SPD. Doch über einen eigenen Kanzlerkandidaten für 2013 will die Umweltpartei nicht debattieren. "Das diskutiert man dann, wenn es ansteht", sagte Parteichef Cem Özdemir der "Passauer Neuen Presse". "Wenn wir das jetzt debattieren würden, würden die Menschen nur die Köpfe schütteln." Sieben Prozent Zuwachs binnen einer Woche in einer Forsa-Umfrage seien zwar "immens" erfreulich. Doch: "Wir haben eine Menge Hausaufgaben vor uns."

SPD rätselt über grünen Siegeszug

Die SPD-Generalsekretärin Andrea Nahles bezeichnete die Umfragewerte als "rätselhaft", nach denen die SPD mit 23 Prozent deutlich hinter den Grünen mit 28 Prozent liegt. "Kein anderes Institut bestätigt diese Forsa-Werte", sagte Nahles der "Rhein-Zeitung". Baden-Württemberg mit einer Grünen/SPD-Koalition werde "eine Ausnahme bleiben. Es ist nicht wahrscheinlich, dass es eine solche Konstellation noch an anderer Stelle geben wird."

Parteienforscher: Grüne sind das Original

Der Politikwissenschaftler Peter Lösche begründet den rasanten Aufstieg der Grünen mit ihrem Ruf als die "Anti-Atom-Partei schlechthin". Die Umfragewerte seien aber als Momentaufnahme "mit besonderer Vorsicht zu genießen", sagte Lösche den Dortmunder "Ruhr Nachrichten". "Alle Parteien versuchen, das Thema Atomausstieg zu besetzen. Aber die Wähler sehen die Grünen als das Original an."

Die Grünen seien "das Scharnier nach rechts und nach links" und versuchten als Macht- und Realpolitiker, "aus ihrer einzigartigen strategischen Position Kapital zu schlagen". Sie könnten mit der SPD regieren, aber auch schwarz-grüne Bündnisse seien kein Tabu mehr. "Bundeskanzlerin Angela Merkel balzt bereits und sucht eine Wiederannäherung", sagte der Wissenschaftler.

kng/DPA
 
 
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