. .
Politik in Deutschland
Schlagzeilen Themen Mobil iPad Blogs Investigativ Hefte
 
Fotocommunity
Fotocommunity

Treffpunkt für ambitionierte Amateurfotografie. Bilder hochladen und bewerten, sich mit anderen Austauschen. mehr...

Weblogs bei stern.de
Weblogs bei stern.de

Die Online-Tagebücher bei stern.de: Freie Autoren schreiben hier persönlich, direkt und eigenständig. mehr...

Information und Unterhaltung mit Steffen Hallaschka
sternTV - Information und Unterhaltung mit Steffen Hallaschka

Vertiefende Informationen zu der aktuellen und den vergangenen Sendungen von sternTV. mehr...

stern Investigativ
stern Investigativ

Das Recherche-Team des stern. Erfahren Sie mehr über die Recherchespezialisten und ihre Enthüllungen von Terrorismus bis Wettmanipulation. mehr...

 
3. März 2009, 17:35 Uhr

CDU Thüringen stützt Althaus

Überraschend schnelles Urteil im Prozess gegen Dieter Althaus: Das Bezirksgericht Irdning hat den thüringischen Ministerpräsidenten wegen fahrlässiger Tötung zu einer Geldstrafe von 33.000 Euro verurteilt. Althaus und seine Partei reagierten prompt.

Althaus, Dieter, Skiunfall, Urteil, Dieter Althaus, CDU Thüringen, Ministerpräsident

Hatte die "Verantwortung für sein Handeln" übernommen: Thüringens Ministerpräsident Dieter Althaus© Jens-Ulrich Koch/DDP

Zwei Monate nach seinem Skiunfall in Österreich ist Thüringens Ministerpräsident Dieter Althaus (CDU) am Dienstag wegen fahrlässiger Tötung zu einer Geldstrafe von 33.000 Euro verurteilt worden. Althaus, der wegen seines schlechten Gesundheitszustandes an der Verhandlung vor dem Bezirksgericht im obersteirischen Irdning nicht teilnahm, muss außerdem 5000 Euro Schmerzensgeld an den Ehemann der 41-jährigen Beata Christandl zahlen, die bei dem Unfall am Neujahrstag getötet worden war.

Althaus reagierte am Abend auf das Urteil: "Ich stehe zu meiner Verantwortung, die sich aus der Rekonstruktion des Unfallhergangs ergibt, auch wenn ich mich an den Skiunfall am Neujahrstag nicht erinnern kann", heißt es in einer am Dienstag von der Erfurter Staatskanzlei verbreiteten Erklärung des schwer verletzten Regierungschefs. Seine Partei reagierte ebenso prompt: "Die CDU Thüringen steht zu Dieter Althaus. Er ist und bleibt unser Spitzenkandidat und wird in die Politik zurückkehren", sagte ein Sprecher und schlussfolgerte: "Damit sind alle Spekulationen beendet."

Althaus hoffe, dass der zügige juristische Abschluss des Skiunfalls auch den Interessen der Angehörigen diene und die Würde von Beata Christandl wahre. Die 41-Jährige war bei dem Zusammenstoß am Neujahrstag ums Leben gekommen. "Wichtig ist mir, dass sich zumindest der materielle Ausgleich gegenüber den Hinterbliebenen von Beata Christandl nicht verzögert."

Das Gericht verhängte für den Fall, dass die Geldstrafe nicht gezahlt würde, 90 Tagen Ersatzfreiheitsstrafe. Althaus muss die Kosten des Strafverfahrens tragen. Bei der Geldstrafe wurden 180 Tagessätze zu jeweils 185 Euro zugrunde gelegt.

Der Anwalt von Althaus habe im Namen seines Mandaten das Urteil angenommen, sagte eine Gerichtssprecherin. Der Staatsanwalt habe dies noch nicht getan. Das Urteil sei daher noch nicht rechtskräftig. Die Höchststrafe für fahrlässige Tötung liegt in Österreich bei einem Jahr Gefängnis.

Der Prozess fand völlig überraschend nur einen Tag nach der Anklageerhebung statt. Althaus hatte zuvor in einer schriftlichen Stellungnahme die "Verantwortung für sein Handeln" bei dem Unfall übernommen, bei dem der 50-Jährige selbst ein schweres Schädel-Hirn-Trauma erlitt. Wegen der "Geständigkeit" seines Mandanten hatte dessen Verteidiger Walter Kreissl am Dienstagmittag unerwartet die sofortige Ansetzung der Verhandlung beantragt. Der Vorsitzende Bezirksrichter akzeptierte dies. Die CDU hatte erklärt, sie halte ungeachtet des Verfahrens an Althaus' Spitzenkandidatur für die Landtagswahl am 30. August fest.

Laut Gutachten ist Althaus an einer Kreuzung zweier Pisten ein Stück bergauf gefahren und so mit der ihm entgegenkommenden Beata Christandl zusammengestoßen. Die Staatsanwaltschaft ging deshalb von einem Bruch der für die Pisten geltenden Verhaltensregeln des internationalen Skiverbandes FIS aus. Diese schreiben Skifahrern unter anderem vor, sich "beim beabsichtigten Einfahren in eine Skiabfahrt und Hangaufwärtsfahren nach oben und unten zu vergewissern, dass dies ohne Gefahr für sich und andere möglich ist". Althaus habe bei hohem Tempo von rund 40 Stundenkilometern auf der Piste nicht sorgfältig genug auf mögliche Gefahren geachtet.

Althaus, Dieter, Skiunfall, Urteil, Dieter Althaus, CDU Thüringen, Ministerpräsident

DPA/AP/Reuters
 
 
KOMMENTARE (10 von 71)
 
vegefranz (04.03.2009, 11:34 Uhr)
zum Glück hat er einen Helm getragen
aber: Kinderarbeit aus China????
BBoldiesBB (04.03.2009, 09:32 Uhr)
Das Beste am Urteil ist.....
daß endlich mal die Zeitung mit den 4 großen Buchstaben weitgehend die Klappe hält.
Wenn das dem Spd-Ministerpräsidenten Beck passiert wäre, wäre das natürlich ganz anderst!
mupfeline (04.03.2009, 09:06 Uhr)
Ich finde die Aufregung hier nur lustig ...
Leute - habt Ihr eigentlich wirklich noch nicht gemerkt dass die berühmte Dame mit der Augenbinde sehr wohl unterscheiden kann WER VOR ihr steht und welcher Klasse der/die sie um eine Entscheidung ersuchenden angehören? Es geht doch nicht um einen wirklich tragischen Unfall - niemand unterstellt hier Absicht. Es geht um die Sonderbehandlung. Ich bin ganz bestimmt kein Rechsexperte - aber dass diese Verhandlung durchgewunken wurde und hier anders als im Fall "Otto Normalo" blitzschnell entschieden wurde das müssen doch sogar absolute Laien wie wir erkennen. Da hat doch sogar unsere Gerichtsverhandlung - Streit mit gegnerischer Versicherun wegen eines Autounfalls - länger gedauert. Bei der gab es übrigens keine Verletzten, keine Verletzungen, keine schweren Schäden - einfach nur Blechschaden.
Und hier kam ein Mensch zu Tode und ein führender Politiker war darin verwickelt - ob es einigen passt oder nicht.
Ich hoffe, die Wähler in Thüringen werden sich zur Landtagswahl im Sommer an diese Farce erinnern. Und ja, es ist ein Skandal. Ich stehe zu meiner Meinung: Es ist einfach nur ein Skandal wie unterschiedlich die Rechtssprechung gehandhabt wird.
DAS ist es, was ein Gschmäckle hat - und was für eins.
Corazito3333 (04.03.2009, 09:05 Uhr)
Otto Normalverbraucher
Krankenkasse hätte schon Schwierigkeiten gemacht, er muß ja eine hohe Geschwindigkeit darauf gehabt haben, wenn gleich die Frau zu Tode kommt. Hätte er keinen Helm getragen, wäre die Frau nicht tot, aber er schwerer verletzt. Das würde man Otto Normalverbraucher erzählen und natürlich Job weg.
Silbador (04.03.2009, 09:01 Uhr)
Ich kann mich an nichts erinnern ...
aber meinen Job kann ich wieder machen.
Danke Österreich!
Dieter A.
-
PS: hätte das mit dem Schmerzensgeld sein müssen?
djchrisi (04.03.2009, 08:56 Uhr)
@ endbenutzer
Sie haben ja keine Ahnung. Die 5000€ haben überhaupt nichts zu sagen. Es wirn noch ein Zivilrechtsverfahren auf Althaus zukommen wo das Schmerzensgeld erst verhandelt wird. Allerdings gehe ich davon aus, dass man sich außergerichtlich einigen wird, so dass wir die Höhe nie erfahren werden.
endbenutzer (04.03.2009, 08:42 Uhr)
Na das...
...ging ja fix. Schnell Mal durchgewunken und Feierabend. Und die 5000 Euro Schmerzensgeld an die Angehörigen setzen dem ganzen noch die Krone auf. Wiederlich..
michianso (04.03.2009, 08:31 Uhr)
Paradox
Ohne alle vorherigen Kommentare gelesen zu haben: Das ist mal wieder typisch für die Politik.
.
Ein Ottonormalverbraucher wäre für ein paar Jahre auf Bewährung verknackt oder gar eingebuchtet worden.
.
Aber bei Politikern war es ja schon immer so. Was man TUT, ist egal, nur was man SAGT zählt.
.
Beispiel: Milliarden an Steuern zu verschwenden ist i.O. (viel schlimmere Dinge scheinbar auch), dafür musste noch kein Politiker seinen Hut nehmen. Aber ein gar nicht mal so falsches, aber politisch vielleicht nicht ganz korrektes Wort (aber aus menschlicher Sicht nachvollziehbares Wort) und die Karriere ist von heute auf morgen beendet. Paradox!
babylon (04.03.2009, 07:56 Uhr)
Ein normaler Bürger wäre
hoher bestraft worden, warscheinlich sogar in Haft genommen worden. Typischer Politikerbonus, eine Sauerei!
missbeazley (04.03.2009, 07:50 Uhr)
Unglaublich
Ob Herr Altohaus sich mit diesem Kuhhandel einen Gefallen getan hat? Der Wähler wird ihm am 30.8. eine Antwort erteilen.
MEHR ZUM ARTIKEL
Tödlicher Ski-Unfall Althaus räumt lediglich Mitschuld ein

Mitschuld ja, volles Schuldeingeständnis nein: Der Anwalt von Dieter Althaus hat der Darstellung der Staatsanwaltschaft widersprochen, dass sein Mandant die volle Verantwortung für den tödlichen Ski-Unfall übernommen habe. Die thüringische CDU stellte sich trotz Anklage wegen fahrlässiger Tötung voll hinter ihren Spitzenkandidaten. mehr...

Trotz Anklage Althaus soll Spitzenkandidat bleiben

Ein offizielle Stellungnahme gab es bisher zwar nicht, doch im Kabinett ist man sich offenbar einig: Dieter Althaus soll die CDU Thüringen trotz der Anklage gegen ihn in den Landtagswahlkampf führen. Wie groß seine Schuld am Tod der Skifahrerin Beata Christiandl ist, wird weniger diskutiert als die Frage, ob Althaus den Anforderungen der Politik noch gewachsen ist. mehr...

Anklage gegen Althaus Die CDU muss handeln

Thüringens Ministerpräsident Dieter Althaus muss sich wegen fahrlässiger Tötung vor Gericht verantworten. Und das vollkommen zu Recht. Wer sich wie ein Pistenrowdy benimmt, muss auch so behandelt werden. Althaus' Partei, die CDU, muss nun aus der Anklage Konsequenzen ziehen. mehr...

Nach Skiunfall Staatsanwalt klagt Dieter Althaus an

Der Skiunfall von Dieter Althaus hat ein juristisches Nachspiel: Sieben Wochen nach dem Zusammenstoß, bei dem eine 41-Jährige starb, hat die österreichische Staatsanwaltschaft Anklage gegen Thüringens Ministerpräsidenten erhoben. Althaus hatte zuvor die Verantwortung für den Tod der Frau übernommen. mehr...

 
Leser werben Leser

Jetzt den stern empfehlen und attraktive Prämie sichern!

 
 
 
 
 
stern - jetzt im Handel
stern (23/2012)
Rettet die Liebe