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27. April 2009, 16:27 Uhr

Regierung garantiert stabile Renten

Ein Bericht über drohende Rentenkürzungen hat die Politik auf den Plan gerufen. Trotz Wirtschaftskrise werde es dazu nicht kommen, versicherten SPD und CDU unisono. Bundessozialminister Olaf Scholz will eine Kürzung sogar gesetzlich verbieten lassen.

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Die Regierung beruhigt: Die Rentner in Deutschland haben keine Kürzung ihrer Bezüge zu befürchten© Ralf Hirschberger/DPA

Bundessozialminister Olaf Scholz hat Rentenkürzungen für die kommenden Jahre ausgeschlossen. Der SPD-Politiker sagte am Montag in Berlin, die Bundesregierung gehe aktuell davon aus, "dass trotz der Krise in diesem Jahr die Löhne und Gehälter sogar leicht steigen", erklärte Scholz. Schon deshalb müssten die Rentner nichts befürchten.

"Vertrauen ist wichtig für die Rente. Ich habe deshalb mein Ministerium angewiesen, eine gesetzliche Formulierung zu entwickeln, die klarstellt: In Deutschland werden die Renten nicht gekürzt. Nicht im nächsten Jahr, auch nicht in späteren Jahren", sagte Scholz. Regierungssprecher Ulrich Wilhelm räumte grundsätzlich ein, dass die Aussichten angesichts der Konjunktur- und Beschäftigungsprognosen nicht sonderlich gut seien, wies entsprechende Berichte jedoch zum jetzigen Zeitpunkt als Spekulation zurück.

Das "Handelsblatt" hatte unter Berufung auf Kreise der Sozialversicherung berichtet, den 20 Millionen Rentnern könnten die gesetzlichen Altersbezüge als Folge der Krise um mehr als zwei Prozent gekürzt werden. Die Entwicklung der Renten orientiert sich an den Lohnsteigerungen des Vorjahres. Es wäre die erste Rentenkürzung seit Einführung der dynamischen Rente 1957.

SPD und CDU wollen Rentenkürzungen in jedem Fall vermeiden. "Wir wollen keine Rentenkürzung für 2010", sagte CDU-Generalsekretär Ronald Pofalla. Der Unions-Rentenexperte Peter Weiß sagte der "Frankfurter Rundschau": "Ich kann mir nicht vorstellen, dass es zu einer Rentenkürzung kommt." Die Bundesregierung könne diese per Gesetz verhindern. Bereits 2006 hatte die Regierung beschlossen, dass es bei sinkenden Löhnen im Vorjahr eine Nullrunde für die Rentner im laufenden Jahr geben solle.

SPD-Generalsekretär Hubertus Heil sagte, er gehe von einem Konsens aller Parteien und politischen Kräfte aus, die Renten stabil zu halten. Zu Spekulationen, flächendeckende Kurzarbeit könne sich kürzend auf die Renten auswirken, sagte Heil: "Wir wollen nicht, dass Rentner unter dieser Entwicklung und statistischen Effekten zu leiden haben." Zugleich sprach er sich für die Kurzarbeit aus: Sie wirke schon jetzt erfolgreich und müsse, wenn es notwendig sei, auch fortgesetzt werden.

Sozialverband fordert "Schutzschirm für Rentner"

Der Sozialverband VdK forderte einen "Schutzschirm für Rentner". "Was angesichts der Finanzkrise bei Banken möglich ist, muss auch für die gesetzliche Rentenversicherung möglich sein." Auch der Sozialverband Deutschland erwartet, dass die Regierung gegensteuert.

Der stellvertretende Vorsitzende der Linksfraktion im Bundestag, Klaus Ernst, forderte von der Bundesregierung "eine Staatsgarantie für die Leistungen aus der Sozialversicherung". Die Negativentwicklung werde nicht nur die Renten, sondern auch die Krankenversicherungen vor große Probleme stellen, sagte er der "Leipziger Volkszeitung".

2009 können sich Rentner über Erhöhung freuen

Regierungssprecher Wilhelm erklärte, die Berechnung für die Rentenentwicklung werde grundsätzlich im März jedes Jahres angestellt und zum 1. Juli dann entsprechend den Beschlüssen umgesetzt. Man könne heute noch nicht sagen, wie die Berechnungen im kommenden Jahr aussehen, sondern müsse erst die Daten im nächsten Frühjahr abwarten. Zum jetzigen Zeitpunkt sei jede Prognose spekulativ.

Angesichts der angespannten Lage der Sozialkassen und Haushalte mussten die Rentner bis 2007 mehrere Nullrunden hinnehmen. 2007 wurde die Rente dann wieder moderat angehoben. Für 2009 hat die Bundesregierung in der vergangenen Woche die höchste Rentenerhöhung seit mehr als zehn Jahren beschlossen: Zum 1. Juli steigen die Ruhestandsbezüge im Westen um 2,41 Prozent, im Osten um 3,38 Prozent. Höher fiel die Anpassung zuletzt 1994 im Westen und 1997 im Osten aus.

AP/DPA
 
 
KOMMENTARE (10 von 15)
 
Westerle.Merkwelle (29.04.2009, 10:21 Uhr)
Die Wahllügen von CDU/CSU, SPD und FDP
Seit Wochen will man uns einschläfern mit der Behauptung, dass die Wirtschaftskrise nicht so schlimm sei und bis zum Jahresende alles wieder so weiter gehen können wie früher. Leider fallen darauf die meisten Leute herein und geben ausgerechnet denjenigen im Herbst wieder ihre Stimme, die durch ihre neoliberale Politik der letzten Jahre die Wirtschaftskatastrophe zu verantworten haben.
Bis heute belügen uns die Politiker über das wahre Ausmaß der Katastrophe. Sie tun alles, um bis zur Bundestagswahl die Ursachen und Folgen zu vertuschen und schön zu reden.
[B]Staatsbankrott[/B] droht in mehreren Ländern
Da hier auch EU Länder betroffen sind, könnte dies das Ende des Euro sein - mit unübersehbaren Folgen für unsere Ersparnisse!
[url]http://www.heute.de/ZDFheute/inhalt/16/0,3672,7527184,00.html[/url]
[B]Verbrennt der Staat unser Geld?[/B]
Während für Bildung, Gesundheit, Arbeitslose und Rentner kein Geld da ist, werden mehrere Billionen € bzw. $ für die Alimentierung von Banken bereitgestellt. Machen wir uns nichts vor: Das kann nur in einer [B]Hyperinflation[/B] enden.
[B]Die große Rechnung[/B] der Politiker kommt noch: Am Montag nach der Bundestagswahl. 08:00 Uhr!!
Schamlose Wahlversprechen und Wahlgeschenke
Die Politiker versuchen uns Wähler systematisch einzulullen. Zum Beispiel die [B]Rentenerhöhung[/B] zum 1. Juli ist exakt auf den Wahltermin zugeschnitten. Es ist jetzt schon klar, dass diese Extrazahlung im nächsten Jahr zurückgeholt wird.
Es gibt weitere Wahllügen, die ich hier aus Platzgründen nicht aufführen kann. Fortsetzung folgt!
sportartmakler (28.04.2009, 09:48 Uhr)
leider werden viele rentner
ihre wahl am kernthema rente festmachen, man kanns dem einzelnen noch nichtmal verdenken. ein echter wandel wird mit dieser immer größer werdenen wählergruppe nicht möglich sein.
@testsieger2006: wann sterben eigentlich solche meinungen, um nicht leute schreiben zu wollen, wie du aus?
gustrau (28.04.2009, 09:26 Uhr)
Zusammenhang
Es hat nichts mit dummer Ossi oder ach so kluger Wessi zu tun. Wie banal sind manche Hirnwindungen doch angelegt, dass dies noch immer suggeriert wird.
Im deutschen Rentensystem, dass auf Geburten setzt und im Pillenknick [http://de.wikipedia.org/wiki/Pillenknick] liegt einzig das Problem. Schon 20 Jahre vor der Wiedervereinigung, die übrigens im Grundgesetz der BRD verankert war, entstand der Grund für die heutige Situation UND nicht zu letzt, dass der Dicke die Rentenkasse geplündert hat.
LG.JG
ganzbaf (28.04.2009, 08:31 Uhr)
Wäre einen Versuch wert...;-)

Aber Stadt,Land,Fluß müßte man den Ossis natürlich auch wieder vollumfänglich zurückgegeben = Bodenreform.
Könnte was Schönes draus werden...?! (-:
testsieger2006 (28.04.2009, 08:10 Uhr)
Rückabwicklung der Enteignung!
Einfach die Ostdeutschen, die ohne jemals eine Mark in die Rentenkassen einbezahlt hatten, 1990 in das westdeutsche Rentensystem gedrückt wurden wieder rückwirkend ausgliedern. Dann sind im Westteil Deutschlands die Geldprobleme gelöst und die Ostdeutschen wissen per se viel besser wie man Geld(aber bitte eigen erwirtschaftetes) verteilt und ein neues System supersozialgerecht aufbaut. Wie Lafontaine schon sagt: "wir haben kein Ausgabeproblem, wir haben ein Einnahmeprobleme". Auf geht´s Leute!
Countryjoe (28.04.2009, 05:52 Uhr)
Auf welchem Niveau?
Stabile Renten vielleicht, aber auf welchem Niveau? Wer glaubt eigentlich noch an die Rentenlügen? Leider wohl immer noch genug um als Hammelherde die Macht des Parteienfilzes zu ermöglichen.
utospatz (27.04.2009, 23:35 Uhr)
Wer verlacht heut Wen?
Ein christlich-soziales Arschloch, oder wen? Einen Ex-Supermimnister, einen Ex-Versicherungsriester? Eine parteipolitische Arschgeige wie Clement? Das sind nun mal die pyramident-Idioten, dießer Welt!Sozialpoliotische Arschlöcher dießer Welt werden immer auferstehn, denn das wählende Arschloch hat angeblich sie gewählt!
Westerle.Merkwelle (27.04.2009, 20:05 Uhr)
@all: Blüm ist nicht der Bad Guy! Die heissen Miegel, Biedenkopf & Co
Also eins müsst Ihr mit glauben: Blüm würde ich niemals wählen: Er ist in der falschen Partei und grenzenlos naiv. Denn daran, was er einst aussprach, glaubte er auch. Nur ahnte er nicht, dass zur gleichen Zeit die neoliberalen Parteifreunde zusammen mit SPD, FDP und der Versicherungswirtschaft unser Rentensystem mit faustdicken Lügen und zahlreichen Gesetzen diskreditiert und sturmreif geschossen haben. Mehr Details gibt es hier: http://www.google.de/search?q=Rentenangst
Westerle.Merkwelle (27.04.2009, 19:56 Uhr)
Rentenerhöhung 2009: Der Betrug liegt auf der Hand
Kaum ist dieses durchsichtige Wahlmanöver in die Öffentlichkeit lanciert, da kommen schon die ersten Lobbyisten und Oberliberalen. Sie fordern den im Wahljahr suspendierten Riester-Faktor in den Folgejahren doppelt und dreifach nachzuholen.
http://www.heute.de/ZDFheute/inhalt/17/0,3672,7536657,00.html
Die Rentenerhöhung der Folgejahre wird also nur aus Wahlkampfgründen vorgezogen, um Rentner bei ihrer Entscheidung zu beeinflussen.
Skillet4 (27.04.2009, 19:34 Uhr)
Die Renten sind sicher!
ABER SICHER!
Fragt sich nur, wie lange noch.
Und in welcher Höhe.
Man muss das Alles nur ein wenig differenzierter betrachten.
Schlimm genug, dass der CDU – Profallala dem am nächsten kommt.
Glaub niemals einem Sozen, die sind die ärgsten Lügner.
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