Dass Oskar Lafontaine ins Saarland zurückkehren will, findet der dortige Grünen-Chef Hubert Ulrich gar nicht lustig. Er zeigt sich völlig überrascht - und sieht das rot-rot-grüne Projekt gefährdet. Schließlich lockt auch Jamaika.
Ich bin völlig überrascht und sehe das alles andere als positiv. Wir haben wochenlang mit Lafontaine Sondierungsgespräche geführt. Darin war immer klar, er geht nach Berlin. Nun wird ohne die leiseste Andeutung im Vorfeld über die Presse eine solche Meldung verkündet. Das empfinde ich als merkwürdige Vorgehensweise und als Affront gegen eine potentielle rot-rot-grüne Landesregierung...
Oskar Lafontaine erweckt durch diese Vorgehensweise für mich den starken Eindruck, dass er als Neben-Ministerpräsident neben Heiko Maas auftreten will. Das kann so nicht gehen.
Das ist ein Punkt, über den am Sonntag bei unserem Landesparteitag bestimmt intensiv diskutiert wird.
Das sehen wir Sonntag, ich jedenfalls halte es für problematisch.
Auf jeden Fall schadet er einem potentiellen rot-rot-grünen Projekt.
Oskar Lafontaine hat im Landtagswahlkampf mit aller Gewalt und massiv versucht, die Grünen aus dem Landtag zu drängen. Das war eine Strategie, wie ich sie noch in keinem Wahlkampf erlebt habe. Das war mehr als ein Affront gegen die Grünen und damals schon gegen die Zusammenarbeit. Das hat bei uns viele, viele verärgert.
Das werde ich Ihnen heute nicht sagen. Das werde ich am Sonntag auf dem Landesparteitag sagen.