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11. Juli 2009, 10:13 Uhr

Große Mehrheit will ältere AKWs abschalten

Die erneute Panne im Reaktor Krümmel hat die Debatte über den Ausstieg aus der Atomkraft neu angeheizt. Laut einer aktuellen Umfrage sind fast drei Viertel der Deutschen für eine sofortige Abschaltung älterer Atommeiler. Nicht einmal CDU-Anhänger stehen rückhaltlos hinter der Kernenergie.

Krümmel, Atomkraft, Kernkraft

Der erneute Störfall im AKW Krümmel hat den Deutschen Angst gemacht© Andreas Rentz/Getty Images

Fast drei Viertel der Deutschen sind dafür, dass ältere Atomkraftwerke sofort abgeschaltet werden. Nach einer repräsentativen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Emnid für "Bild am Sonntag" sprachen sich 72 Prozent der Befragten für eine Stilllegung des Atomkraftwerkes Krümmel in Schleswig-Holstein und anderen älteren Atomkraftwerken aus. Nur 26 Prozent der Befragten sind der Ansicht, dass die alten Meiler weiter laufen sollen. In Krümmel hatte es vor einer Woche erneut eine Panne gegeben.

Sogar 68 Prozent der Anhänger von CDU und CSU sind dafür, die älteren Atomkraftwerke sofort abzuschalten. Mehr als jedem dritten Bundesbürger (36 Prozent) und 52 Prozent der Frauen hat der Störfall in Krümmel Angst gemacht. Emnid befragte am 9. Juli insgesamt 501 Personen.

DPA

 
 
KOMMENTARE (10 von 11)
 
DasBertl (12.07.2009, 23:38 Uhr)
@Mikelm
Atomstrom ist entgegen allen aussagen aus der Atomwirtschaft und dem was an KWh-Preis auf Ihrer Stromabrechnung steht alles andere als billig. Wenn man alle Kosten für Atomstrom, die der Steuerzahler aufbringen muss und nicht etwa die AKW-Betreiber, hinzuzieht, kommt ein KWh-preis von etwa 2 Euro heraus. Das ist weit über dem, was die teuerste alternative Energieerzeugung pro KWh kostet. Den Preis würde keiner bezahlen, wenn er real angegeben werden würde. Sie zahlen aber genau eben jenen Strompreis: Nämlich über Subventionen, Entsorgungskosten, Erforschung sicherer Endlagermöglichkeiten, Überwachung der Brennstäbe etc pp... Atomstrom ist eigentlich die unwirtschaftlichste Energieerzeugungsmethode die wir haben. Es käme uns bei weitem billiger den Strom zu importieren. Von daher ist es nicht nur ökologisch sondern auch ökonomisch sinnvoll auf Atomstrom zu verzichten. Sicherlich, kein Mensch fordert einen sofortigen Ausstieg (ja okay, die Linkspartei schon, aber die fordern allerhand unrealistisches), das wäre einfach nicht machbar. Aber bis 2030 ist es locker machbar. und 5-8 Uraltmeiler vom Netz zu nehmen, wäre problemlos sofort machbar. Nur daran sind die 4 großen Energieerzeuger nicht interessiert, da ein UraltAKW steuerfreie 1 Millionen Euro pro TAG erwirtschaftet....
ganzbaf (12.07.2009, 08:52 Uhr)
Dorfdepp

Fotovoltaik ist sogar in Deutschland mittlerweile nach 10 bis höchstens 15 Jahren rentabel.
Bei Garantieleistungen von 25 J.
.
Auf alle geeigneten Dachflächen montiert, sind wir autark, per Solar-Fire...;-)
Mikelm (12.07.2009, 07:21 Uhr)
Öko Strom und seine Herkunft?
Sicher ist es einfach wenn man jetzt den völligen Ausstieg aus der Kernkraft fordert, aber wie dann weiter? Sicher ist auch, dass wir im Moment keine wirkliche Alternative haben. Ich bin auch für den Ausstieg, aber wir sollten doch die Kirche im Dorf lassen und realistich sein. In Schweden wurde nach langer Zeit eine Wende vollzogen und man baut wieder AKW`s. Dieses sicher nicht ohne Grund. Ich halte es für falsch, nach dem "Ausstieg" hinterher Atom Strom im Ausland ein
zu kaufen um bezahlbar zu bleiben. Was wir wirklich brauchen ist eine größere Anstrengungen bei Forschung und Entwicklung anderer Energieformen. Aber der Wahlkampf vergeht auch wieder und dann habe ich die Hoffnung, dass es mit mehr Realismus weiter geht.
DasBertl (11.07.2009, 12:47 Uhr)
Und noch einer:
'Michael Sailer, Mitglied der Reaktorsicherheitskommission (RSK) der Bundesregierung, sprach sich in der "Berliner Zeitung" dafür aus, Atomkraftwerke älterer Bauart schneller vom Netz zu nehmen als geplant. Sie seien technisch anfälliger und schlechter gegen Terrorangriffe geschützt als neue. Im Gegenzug würden die Laufzeiten neuerer Anlagen verlängert. "Mit jedem Jahr, in dem ein Kernkraftwerk länger läuft, vergrößert sich das Risiko", sagte Sailer. "Kein deutsches Kraftwerk erfüllt die modernen Sicherheitsanforderungen, die heute für Neubauten in Europa diskutiert werden."'
(Quelle: http://www.tagesschau.de/inland/vattenfall126.html)
DasBertl (11.07.2009, 12:45 Uhr)
Ach so, ja
dazu empfehle ich: http://frontal21.zdf.de/ZDFde/inhalt/2/0,1872,7380194,00.html
DasBertl (11.07.2009, 12:44 Uhr)
@Countryjoe und @STR_EDDS
Warum hat Deutschland wohl in der Zeit als 7 AKWs gleichzeitig abgeschaltet waren trotzdem noch immer Strom aus 4 mittleren AKWs EXPORTIERT? Und was die CO2-Verpester angeht: Die Betreiber sind die gleichen wie bei den AKWs, was meinen Sie warum Verbesserungen an Filtersystemen so wenig erforscht werden? Ja es gibt sie, als Placebo. Wir könnten allerdings längst viel effektivere Filter haben, die den CO2-Ausstoß von Kohlekraftwerken so weit reduzieren, dass die bessere CO2-Bilanz von AKWs nur noch marginal wäre. Aber dann hätten die Betreiber ja kein Argument mehr ProAKW. Zumal der tatsächliche Preis pro KWh aus einem AKW bei etwa 2 Euro liegt. Wer mag das zahlen? Selbst Mitglieder des Sachverständigenrats für Umweltfragen der Bundesregierung(!) wie Olav Hohmeyer sagen, ohne Subventionen wäre Kernenergie in Deutschland nicht vorstellbar.
Und eben diesen KWh-Preis zahlen wir über unsere Steuern. Da wäre es tatsächlich billiger, den Strom zu importieren. AKWs sind die Goldesel der großen Energieerzeuger und ein weiteres Schröpfsystem für den Steuerzahler, sonst nichts.
STR_EDDS (11.07.2009, 12:10 Uhr)
Mehrheit
Ob diese Mehrheit dann auch den Strom aus Frankreich oder später Polen einkaufen würde. Mit saftigen Transitaufschlägen aus Meilern ausserhalb unserer Kontrolle? Sicher nicht. Hauptsache das AKW steht 50m hinter der Grenze. Kurz gedacht und ideologisch argumentiert. Und immer brav das Märchen von der eigenen produktiven Überkapazität verbreiten - wie immer ohne Belege.
Doc_D (11.07.2009, 12:02 Uhr)
CDU-Anhänger
Also wer Anhänger von irgendetwas ist, besonders von politischen Parteien, dem ist nicht mehr zu helfen.
Das sind immer nur Menschen ohne eigenen Charakter. Zu schwach, zu dumm, Opportunisten, was für Leute auch immer.
Das Leben, die Wirklichkeit ist viel zu vielschichtig, um Anhänger von einer anderen Person bzw. Personengruppe zu sein.
Countryjoe (11.07.2009, 11:43 Uhr)
Steckdose und "Volkswille"
Plötzlich wird mal wieder der "Volkswille" aus dem Hut gezaubert, den unsere Politiker immer dann vorschieben wenn er mit ihren Zielen konform geht. Ansonsten interessiert dieser sie ja nicht im geringsten. Zudem frage ich mich, wo die Kernkraftpanikmacher nun den Strom hernehmen wollen? Mehr CO2-Schleudern bauen oder im Ausland kaufen? Aber ich glaube diese Leute denken nur bis zur Steckdose aus der der Strom kommt und pflegen ansonsten ihre quasireligiöse Gegnerschaft.
Klaus_P (11.07.2009, 11:36 Uhr)
Da sieht man dann wohl
wer von unseren Anzugtragenden Marionetten in Berlin ein Pöstchen bei der Atomlobby erwartet...nen anderen Grund diesen Leuten keinen Riegel vorzuschieben gibt es ja wohl nicht. Armes Deutschland...
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