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2. März 2010, 10:46 Uhr

Ostdeutsche für Arbeitspflicht von Hartz-IV-Empfängern

Alle gesunden Hartz-IV-Empfänger sollten zu einer gemeinnützigen Arbeit verpflichtet werden - das fordern 69 Prozent der Ostdeutschen laut einer Umfrage. Jeder Zweite findet es gut, dass FDP-Chef Guido Westerwelle in der Sozialstaatsdebatte Klartext redet.

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Gemeinnützige Arbeit sollte denen auferlegt werden, die staatliche Sozialleistungen empfangen, fordern viele Ostdeutsche© Winfried Rothermel/AP

Zwei von drei Ostdeutschen befürworten eine Arbeitspflicht für Hartz-IV-Empfänger. Nach einer am Dienstag veröffentlichten repräsentativen Umfrage für die Zeitschrift "Super Illu" fordern 69 Prozent der Menschen in den neuen Ländern, dass alle gesunden Empfänger der staatlichen Sozialleistung eine gemeinnützige Arbeit verrichten sollten. Nur 26 Prozent lehnen eine Arbeitsverpflichtung für Hartz-IV-Empfänger dagegen ab. Fünf Prozent machten keine Angaben.

Fast alle - nämlich 93 Prozent der Ostdeutschen - unterstützen die Auffassung von Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU), dass Kindern von Hartz-IV-Empfängern vorzugsweise nicht mit zusätzlichem Geld, sondern mit Sach- und Dienstleistungen wie kostenlosem Schulessen geholfen werden sollte. Nur fünf Prozent lehnten das bei der Umfrage ab. Die Hälfte der befragten Ostdeutschen - 48 Prozent - lehnen eine Hartz-IV-Erhöhung ab, 42 Prozent fordern eine deutliche Anhebung der Sätze.

Jeder zweite Ostdeutsche, also 49 Prozent, meinte laut Umfrage, es sei gut, dass FDP-Chef Guido Westerwelle "den Finger in die Wunde legt; der Sozialstaat ufert aus, und das auf Kosten derjenigen, die noch arbeiten". Dagegen finden 40 Prozent die Debatte "abstoßend", weil Westerwelle damit "Arbeitslose und Arbeitnehmer gegeneinander auszuspielen versucht".

Laut "Super Illu" unterstützen 86 Prozent der ostdeutschen FDP-Wähler den Kurs des Partei-Chefs, und neun Prozent lehnen ihn ab. Aber auch bei den Anhängern der Union gibt es demnach eine klare Mehrheit von 69 Prozent für Westerwelles Haltung. 21 Prozent der CDU-Wähler lehnen die Sozialstaats-Debatte ab. Von SPD- und Linkspartei-Wählern im Osten kritisieren jeweils 55 Prozent Westerwelle, jeweils 35 Prozent unterstützen ihn. Von den Grünen-Anhängern sprechen sich 53 Prozent gegen die Haltung Westerwelles aus, und 21 Prozent dafür.

Im Auftrag des Blatts befragte das Institut für Marktforschung Leipzig 1003 Frauen und Männer in den neuen Bundesländern und dem Ostteil Berlins.

APN
 
 
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