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30. Mai 2008, 14:51 Uhr

21 Prozent - SPD rauscht in den Keller

Die SPD und ihr Chef Kurt Beck sinken in der Wählergunst immer tiefer: Im neuesten ZDF-Politbarometer erreichen die Sozialdemokraten bei der aktuellen Stimmungslage nur noch 21 Prozent - den schlechtesten Wert seit Bestehen der Großen Koalition. Und Beck wollen gerade einmal 15 Prozent der Wähler als Kanzlerkandidaten sehen.

Parteichef Kurt Beck und die SPD stecken im Umfrage-Tief© Sean Gallup/Getty Images

Die SPD steht in der politischen Stimmung so schlecht da wie noch nie seit Beginn der Großen Koalition. Sie erreicht nur noch eine Zustimmung von 21 Prozent, ein Absturz um sieben Prozentpunkte im Vergleich zu Anfang Mai, wie das neueste ZDF-Politbarometer ergab. Und auch Parteichef Kurt Beck ist angeschlagen: Nur noch 15 Prozent der Wähler und 20 Prozent der SPD-Anhänger als Kanzlerkandidaten. Und auch bei der Glaubwürdigkeit der Sozialdemkokraten sieht es schlecht aus: Lediglich 8 Prozent halten die SPD für glaubwürdig, gerade mal 33 Prozent schreiben ihr noch die Eigenschaft "sozial" zu.

Bei der politischen Stimmung verliert die SPD laut Politbarometer seit Anfang Mai sieben Punkte, während alle anderen Parteien unverändert bleiben oder zulegen: Die Union bleibt bei 42 Prozent, FDP und Grüne legen um jeweils zwei Punkte auf 9 beziehungsweise 11 Prozent zu und die Linke um einen Punkt auf 12 Prozent. Wenn am nächsten Sonntag Bundestagswahl wäre, wären die Verluste für die SPD nicht ganz so groß: Sie käme auf 25 Prozent (minus 2 Punkte), während die Union mit unverändert 40 Prozent rechnen könnte. Die FDP würden 9 Prozent wählen (plus 1), die Linke weiterhin 11 Prozent und die Grünen 10 Prozent (plus 1).

Schlechte Noten für Bundesregierung

Doch die gesamte Große Koalition kommt beim Wähler schlecht weg: Der ZDF-Umfrage zufolge glaubt nur eine Minderheit von 14 Prozent, dass die Koalition bei der Lösung der anstehenden Probleme derzeit vorankommt, für 83 Prozent herrscht eher Stillstand. In dieser Meinung sind sich parteiübergreifend alle Wähler tendenziell einig. Zudem haben beide Koalitionspartner seit Regierungsbeginn an Glaubwürdigkeit verloren: Im November 2005 schrieben 26 Prozent diese Eigenschaft am ehesten der Union zu und 15 Prozent der SPD. Jetzt halten 20 Prozent die Union am ehesten für glaubwürdig und nur noch 8 Prozent die SPD - 41 Prozent halten dagegen keine Partei für glaubwürdig.

Dazu passt, dass 60 Prozent nicht an die SPD-Aussage glauben, nach der nächsten Bundestagswahl auf keinen Fall mit der Linken zu koalieren - im April gingen nur 49 Prozent davon aus, dass die SPD ihre Ankündigung nicht einhalten werde.

Auch bei der K-Frage sieht es laut Politbarometer für die SPD derzeit nicht gut aus. Während nur noch 15 Prozent Parteichef Beck als Kanzlerkandidaten wollen, sprechen sich für Außenminister Frank-Walter Steinmeier auch nur 37 Prozent aus. 30 Prozent wollen "jemand anderen". Selbst bei den SPD-Anhängern votieren nur 20 Prozent für Beck und 46 Prozent für den Außenminister.

Große Mehrheit für Köhler

Bei der Bundespräsidentenwahl kommen die Sozialdemokraten ebenfalls auf keinen grünen Zweig: Eine Mehrheit von 73 Prozent spricht sich der Umfrage zufolge für den von der Union vorgeschlagenen Amtsinhaber Horst Köhler aus, nur 12 Prozent favorisierten die SPD-Kandidatin Gesine Schwan. Auch unter den SPD-Anhängern liegt Köhler mit 71 Prozent deutlich vor Schwan mit 15 Prozent.

Die Liste der zehn wichtigsten Politiker führt weiter Bundeskanzlerin Angela Merkel mit einem Durchschnittswert von 1,7 an, womit sie sich gegenüber Anfang Mai (2,1) etwas verschlechterte. Auf Platz zwei liegt Außenminister Steinmeier mit 1,4 (1,7). Schlusslichter sind Beck mit minus 0,6 (minus 0,4) sowie die Linke-Politiker Gregor Gysi mit minus 0,9 (minus 0,7) und neu auf Platz zehn Oskar Lafontaine mit minus 1,4.

AP
 
 
KOMMENTARE (10 von 37)
 
ganzbaf (02.06.2008, 10:23 Uhr)
Ja,

wir leben in einer Welt des "internationalen Kapitalterrorismus" der sich gern verharmlosend "Globalisiserung" nennt...
.
Doch auch wenn skrupellose Menschen/Politiker und Interessensgruppierungen, wie z.B. der "Konvent für Deutschland, versuchen das Grundgesetz in Brüssel zu begraben, so darf ihnen das niemals gelingen!
Denn mit unserem wirlich sehr weisen und guten Grundgesetz, mit seinen beinahe "sozialistischen" Artikeln 14/15 und der Gleichstellung aller Menschen sowie der allg. Menschenwürde können wir diesen "Teufel" Kapialterroristen - ob natinal oder international- sehr gut am Schwanz packen und den Kopf abschlagen... ;-D
.
Horrido und Waidmannsheil... ;-P
Paul-Merlin (02.06.2008, 00:22 Uhr)
Quittung der Wähler
Sorry, die "arbeitnehmerfreundliche" Politik der SPD müsste natürlich in Anführungszeichen stehen. Was in den letzten Jahren gelaufen ist, dass war realistischerweise eine arbeitgeberfreundliche Umsetzung von BDI-Zielen in Reinkultur.
Paul-Merlin (02.06.2008, 00:11 Uhr)
Quittung der Wähler
Die SPD fährt jetzt die Ernte der arbeitnehmerfreundlichen Politik unter Schröder ein. Wer seine Wähler verrät, einseitig Arbeitnehmerinteressen verfolgt um die Lobbyisten in den Großkonzernen zufrieden zu stellen, braucht sich über das Ergebnis nicht zu wundern. Selbst dem naivsten Arbeitnehmer wird irgendwann auffallen, dass ihm zwar ständig Gehaltsverzichte oder Mehrarbeit mit Blick auf angebliche Globalisierungserfordernisse abgepresst werden, dies aber nicht für die Führungskaste oder die politischen Entscheidungsträger selbst gilt. Während das reale Bruttoinlandsprodukt ständig gestiegen ist, hat sich die Verteilung gravierend zu Lasten von Otto Normalo verändert sofern er nicht gar gleich in Hartz IV hinein komplementiert wurde. Ein Ackermann der 14 Mio. EUR pro Jahr einschiebt und das für leistungsgerecht hält steht beispielhaft für die aus dem Ruder gelaufene Gier der selbsternannten Elite in diesem Land. Der "Aufschwung" kommt nicht an, bei denen die ihn erarbeitet und verdient haben - statt dessen füllen sich Hundt & Co. weiter kräftig die Taschen und singen unvermindert das Lied der notwendigen "Reformen", sprich Einschränkungen für die breite Bevölkerung. Es ist zu hoffen, dass immer mehr Menschen sich diese "Veräppelung" nicht mehr gefallen lassen und mit ihrem Stimmzettel den beiden Regierungsparteien einen ordentlichen Denkzettel bei den kommenden Wahlen bereiten. Denn eines sollte klar sein. Das Verfolgen von Eigeninteressen, wie es die Arbeitgeberverbände und zahlungskräftige Meinungsbildner (Neue soziale Markwirtschaft) in diesem Land ungehemmt und ohne Rücksicht auf gesellschaftliche Folgen betreiben, ist absolut legitim. Das mag man bedauern, es ist aber so. Unerträglich ist aber, wenn sich die "Volksvertreter" nicht mehr ihrem Eid entsprechend verhalten, "Schaden vom deutschen Volk abzuwenden", sondern sich, zu Lasten der Bevölkerungsmehrheit, zu Erfüllungsgehilfen einer kleinen Bevölkerungsgruppe machen.
Georges13437 (31.05.2008, 13:52 Uhr)
SPD im Keller
Im Keller wartet schon jener Herr aus Hannover, der arbeitet gerade an den Gasleitungen von Gazprom. Nun können sich die Herrschaften die Hand geben und sich in ihrem neuen Zuhause wohnlich einrichten. Vielleicht ziehen sie ja doch eines Tages in das 1.OG links, als Untermieter beo Oscar, wenn er sie da noch läßt.
Georges13437
ganzbaf (31.05.2008, 13:03 Uhr)
Die sog. pol.itische Mitte ist...

handtuchschmal und alles tritt sich dort auf den Füßen herum!
Die unheilvollen Seeheimer Gesellen haben die "Mitteritis" zu verantworten, weg damit!
.
Die SPD ist eine Partei von links BIS Mitte!
Und basta...! ;-ß
utospatz (31.05.2008, 12:25 Uhr)
Die krampfhafte Suche der SPD
nach der Mitte ist nicht mehr auszuhalten! War sie es doch, die war dabei die Selbe zu vertreiben!
In jedem Jahr verlassen ca' 160Tausend gut ausgebildete Akademiker, Ingeneure, Ärzte, und Facharbeiter fluchtartig dieses Land, denn mehr Zumwinkels. Ron Sommers, Essers und Hartzens braucht dieses Land!
Deshalb bin ich sehr gespannt, wen die so als Mitte noch finden, um den Inhalt ihrer eigenen Taschen zu ergründen.
Dietmar_Brach (31.05.2008, 10:46 Uhr)
So nicht, Herr Beck
Wer eigentlich wundert sich über die Ergebnisse der SPD?
Die Agenda 2010 und vor allem Hartz IV, Steuererleichterungen für Konzerne bei massiven Steuererhöhungen für die Bürger - dies alles hat die SPD zu verantworten und sie hält daran fest. Trotz Kinderarmut, Rentenungerechtigkeit und Hungerlöhnen. Gäbe es die marktwirtschaftsfeindlichen Regeln von Hartz IV nicht, bräuchte man den Mindestlohn, der nun von der SPD gefordert aber nicht erreicht wird, überhaupt nicht. Wer Menschen zunächst zwingt für jeden Lohn oder sogar ohne Lohn zu arbeiten, wirkt kaum überzeugend wenn er dann einen gesetzlichen Mindestlohn fordert.
So nicht, Herr Beck
ganzbaf (31.05.2008, 09:48 Uhr)
Wowereit...

soll das Merkel herausfordern, der kann das und ist auch endlich mal wieder ein eher linker Kandidat der Linkspartei SPD... ;-))
Die Steineule bekommt schließlich auch nur 20+x Prozent Zustimmung, der ist keine Alternative.
AttaTroll (31.05.2008, 07:08 Uhr)
@ UR63
Sie schreiben "dann wählen Sie doch gleich die Linken" -
Aber das tue ich doch, werter UR 63. Wenn Sie ordentlich gelesen hätten, wäre Ihnen das klar geworden.Das es dort "nur eine kommunistische Platform" gibt und sonst gar nichts, das ist das was man uns immer einreden will, damit wir vor Schreck weiter die üblichen Parteien wählen. Aber das ich und alle anderen Wähler, die genug von CDU/SPD/FDP/Grüne haben, gefälligst die Klappe halten - das könnte Ihnen und Ihresgleichen so passen!
Preussin (31.05.2008, 05:48 Uhr)
SPD im Sturzkampfflug
Sie bekommen endlich den Lohn für ihre Taten . Was Schröder , Clement und vor allem , Ulla Schmidt , angerichtet haben bringt die Partei dort hin , wo sie hingehört. Wer Politik für 10% der Bevölkerung macht kann nach den Ergebnissen nicht erwarten , dass sie weiterhin von 50 % gewählt wird. Es war schon erstaunlich , dass sie unter dem Decknamen Arbeiterpartei , das Volk melkten , schlimmer als die Schwarzkittel. Die Mittellosen in den Pflegeheimen werden es Frau schmidt danken , dass von ihren 70 € Taschengeld , noch Zuzahlung für die Versicherungen gezahlt wird. Die Riesterrente , der größte Clou , wird von den Versicherern verwaltet und 25 % Gewinn einbehalten , die erst Zahlen wenn man sie verklagt. Das Geld für Zusatzrenten gehört in die Rentenkassen und der Überschuss auch . Der Staat , also wir alle , zahlen einen Teil der Riesterrente und wer profitiert davon ?Wenn die Agenda 2010 ein lobenswertes Ergebnis ihrer Arbeit sein soll , dann haben sie nicht verdient die 5 % Hürde bei der nächsten Wahl zu schaffen .
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