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Steinbrück stürzt ab und reißt die SPD mit

Miserabler Start ins Wahljahr: Die von Peer Steinbrück angezettelte Debatte um das Kanzlergehalt vergrault laut stern-Umfrage die SPD-Wähler. Für den Merkel-Herausforderer sieht es düster aus.

  Es geht bergab - sowohl für Peer Steinbrück als auch seine SPD

Es geht bergab - sowohl für Peer Steinbrück als auch seine SPD

Schlechter hätte der Start für die SPD ins Wahljahr 2013 kaum verlaufen können. Im stern-RTL-Wahltrend sackt die Partei um zwei Punkte auf 25 Prozent ab – ihren niedrigsten Wert seit Ende April 2012. Achteinhalb Monate vor der Bundestagswahl liegt sie nun 17 Punkte hinter der Union, die immer neue Höhen erklimmt und auf einen Rekordwert von 42 Prozent steigt.

Gründlich die Stimmung vermasselt hat den Genossen ihr Spitzenkandidat Peer Steinbrück, der mit seinen Äußerungen zum seiner Ansicht nach zu geringen Kanzlergehalt viele SPD-Wähler verschreckt hat. Forsa-Chef Manfred Güllner sagt: "Gerade die unteren Schichten, die er erreichen müsste, können dies nicht nachvollziehen. Für diese Leute ist ein Kanzlergehalt viel Geld. Bei ihnen hat sich der Eindruck festgesetzt, dass Steinbrück mehr Geld haben will."

Die Mehrheit sagt: Er kann es nicht

Die Folge: Steinbrück, vor vier Wochen noch auf einem SPD-Sonderparteitag frenetisch gefeiert, verliert dramatisch an Ansehen. Nur noch 22 Prozent der Deutschen würden ihn derzeit direkt zum Kanzler wählen, vier Punkte weniger als bei der letzten Umfrage vor Weihnachten. 58 Prozent würden sich für Kanzlerin Angela Merkel entscheiden – ein sattes Plus von 7 Punkten. Steinbrück liegt nun weit abgeschlagen 36 Punkte hinter Merkel. So schlecht wurde der Ex-Finanzminister noch nie bewertet, seit ihn Alt-Kanzler Helmut Schmidt mit den Worten "Er kann es" im Oktober 2011 als Kandidat ins Gespräch brachte.

Der damaligen Schmidt-Einschätzung glauben nach der Debatte um Vortrags-Honorare und missglückte Interviews immer weniger Bürger. Über die Hälfte (51 Prozent) meinen jetzt, Steinbrück wäre kein guter Kanzler – Ende November 2012 waren nur 37 Prozent dieser Ansicht. Fast ebenso viele (49 Prozent) sagen inzwischen, er sei nicht der richtige Kandidat für die SPD. Vor sechs Wochen war davon noch die Mehrheit überzeugt. Generell hat sich sein Bild ins Negative verfärbt. Steinbrück verliert an Vertrauen (minus acht Punkte in zwei Monaten) und Sympathie (minus sieben Punkte). Mit seinem Namen assoziieren die Menschen laut einer Forsa-Umfrage als erstes die Begriffe "Nebeneinkünfte" und "Honorare" (24 Prozent Nennungen), gefolgt von "unsympathisch", "arrogant" und "ehrlich" (je 14 Prozent Nennungen). Vorgaben hatten die Interviewer nicht gemacht.

Forsa-Chef Manfred Güllner zieht im stern einen Vergleich zum Wahljahr 1998. Als damals Gerhard Schröder Kanzlerkandidat wurde, habe dies einen Sog zur SPD ausgelöst. Steinbrück dagegen ziehe die Partei nach unten. Auf die Frage, ob der SPD-Kanzlerkandidat sich von dem Imageverlust erholen könne, sagt er: "Wenn sich ein negatives Bild bei den Menschen erst mal festgesetzt hat, wie das bei Steinbrück der Fall ist, halte ich das für sehr schwierig."

Union prächtig, FDP jämmerlich

Und wie läuft es bei den anderen Parteien? Die Union gewinnt im Vergleich zum letzten stern-RTL-Wahltrend kurz vor Weihnachten 1 Punkt hinzu und steigt auf 42 Prozent. Dies ist ihr bester Wert, seit Merkel im Herbst 2005 ins Kanzleramt zog. Wermutstropfen: Ihr bricht der Koalitionspartner weg. Die durch ihren Streit um Parteichef Philipp Rösler gelähmte FDP stürzt kurz vor der so wichtigen Landtagswahl in Niedersachsen bundesweit um zwei Punkte auf kaum noch messbare 2 Prozent. Sie liegt damit sogar noch hinter der Piratenpartei (3 Prozent). Viele enttäuschte Liberale wollen nun lieber bei der Union ihr Kreuzchen machen. Von der Schwäche der SPD profitieren die Grünen, die um zwei Punkte auf 15 Prozent zulegen, sowie die Linke, die um 1 Punkt auf 9 Prozent steigt.

Zehn Tage vor der Wahl in Niedersachsen steht vor allem die Union prächtig da. Sie allein ist derzeit stärker als SPD und Grüne zusammen. Allerdings: Auch mit 42 Prozent wäre sie auf einen Koalitionspartner angewiesen – nach Lage der Dinge die SPD oder die Grünen.

Matthias Weber/print

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