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25. Februar 2008, 12:18 Uhr

SPD-Spitze stellt sich hinter Beck

Die SPD-Führung hat den neuen Kurs von Parteichef Kurt Beck gegenüber der Linkspartei abgesegnet. Die Spitzen-Genossen wollen der hessischen Landeschefin Andrea Ypsilanti freie Hand bei ihrer Partnerwahl lassen. Den Beckschen Willen haben sie in ein Positionspapier gegossen.

SPD-Chef Kurt Beck steht am Pult, das Parteipräsidium (v.l.n.r.: Peter Struck, Peer Steinbrück, Andrea Nahles, Hubertus Heil, Barbara Hendricks und Frank-Walter Steinmeier) stehen hinter ihm© Sven Kästner/AP

Die SPD-Spitze hat sich nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur dpa am Montag den Kurs von Parteichef Kurt Beck für eine vorsichtige Öffnung zur Partei Die Linke in Hessen gebilligt. Im Präsidium wurde ein Positionspapier beschlossen, in dem der hessischen SPD bei der Ministerpräsidentenwahl am 5. April freie Hand gegeben wird.

Grundlagen für Koalitionsgespräche in Hessen festgezurrt

Zugleich werden in dem Papier inhaltliche Grundlagen beschrieben, auf deren Basis Koalitionsgespräche in Wiesbaden mit allen Parteien mit Ausnahme der Linken geführt werden sollen. Die hessische SPD-Spitzenkandidatin Andrea Ypsilanti hatte vor der Sitzung erneut die FDP in Wiesbaden aufgefordert, sich nicht länger Gesprächen über ein mögliches Regierungsbündnis zu verschließen. Wegen einer Grippeerkrankung nahm SPD-Chef Beck an der Präsidiumssitzung nicht teil. Beck hatte den Kurs bereits am Sonntag mit der engsten SPD-Führung abgestimmt. Am Mittag wird in Berlin auch der 45-köpfige SPD-Parteivorstand zusammenkommen.

Die Bundesregierung sieht die Große Koalition durch die SPD-Gedankenspiele für eine Annäherung an die Linke nicht gefährdet. Regierungssprecher Ulrich Wilhelm bemühte sich am Montag, alle anderslautenden Spekulationen zu beenden. "Ich sehe eine Grundlage für die Zusammenarbeit in der Koalition nach wie vor als gegeben an", betonte er. Wilhelm verwies darauf, dass sich am Wochenende eine Reihe von Spitzenpolitikern der Koalition zu diesem Thema geäußert hätten. "Alle haben deutlich gemacht, dass sie die staatspolitische Verantwortung kennen, die dazu führt, dass sie die Arbeit der Koalition, die Arbeit der Bundesregierung fortführen", sagte er.

Regierung sieht Koaltion nicht gefährdet

Natürlich gebe es "schwierige Diskussionen" im Zusammenhang mit der Regierungsbildung in Hessen, räumte Wilhelm ein. "Aber diese Diskussionen zu führen ist das eine, das andere ist, dann immer wieder auch die Verantwortung anzunehmen, in der Bundesregierung gute Arbeit zu leisten." Wilhelm bestätigte, dass sich Bundeskanzlerin Angela Merkel und SPD-Chef Kurt Beck demnächst zu einem Gespräch treffen wollen. Er wollte unter Hinweis auf die übliche Vertraulichkeit dieser Begegnungen aber keinen Termin dafür nennen.

Die Debatte über die Zukunft der Koalition war nach Andeutungen von Beck ins Rollen gekommen, dass sich die hessische Landeschefin Andrea Ypsilanti auch mit Stimmen der Linken zur Ministerpräsidentin wählen lassen könnte. Führende Politiker von CDU und CSU hatten daraufhin am Wochenende von einer schweren Belastung für die Zusammenarbeit mit der SPD gesprochen. Vereinzelt wurde für diesen Fall sogar mit einem Bruch der Koalition gedroht.

DPA
 
 
KOMMENTARE (10 von 13)
 
tufang (26.02.2008, 15:13 Uhr)
Unglaublich
Wenn ich mansche Kommentare lese dann frage ich mich was der SPD eigentlich gemacht hätte ???
Wir haben ein WAHLERGEBNIS laut dieses Ergebnis möchte Wähler in Hessen dass der KOCH definitiv verschwindet !!
So wenn der FDP nicht so an CDU kleben würde wäre alles schon längst erledigt aber die tuen so alsob eine Koalition mit der SPD ein Verbrechung wäre !!
Also Wirklich !!
CheSmittyVara (26.02.2008, 10:18 Uhr)
Lügen und betrügen...
...ist offenbar das, was die Politiker(innen) am Besten können. Wer Koalitionen mit der Linken ausschließt, sich dann aber von ihr wählen läßt und letztlich wohl auch koaliert, nichts anderes deutet sich an, hat die Wähler betrogen.
Wenn sich dann die selben Leute über Steuerbetrüger aufregen und die moralische (strafrechtlich ist das Sache der Staatsanwaltschaften) Keule auspacken, ist das schlicht eine Frechheit.
Wie soll man Kindern noch Werte vermitteln, wenn sie tagaus tagein mitbekommen, dass sie von faktisch allen Politikern belogen und getäuscht werden? Dieser Staat ist unglaubwürdig und auf dem Weg zur Farce.
demandt (26.02.2008, 08:16 Uhr)
Unerträglich!
Geschichte wiederholt sich eben...
Ich erwarte jetzt wenigstens von der CDU Rückgrat - die sofortige Aufkündigung der großen Koalition in Berlin -, sollte die SPD in Hessen in irgendeiner Form mit der SED zusammentun.
Es ist einfach nur schamlos, was die SPD da aufführt.
http://germanhistorydocs.ghi-dc.org/images/30009842-r1.jpg
oscarherz (25.02.2008, 20:55 Uhr)
Machtfrage
Hier erkennt man wieder deutlich, wie ohnmächtig die unbedeutenden Vizes Steinmeier und Steinbrück geworden sind. Der Eine ist durch Schröder diskreditiert und der Andere hat NRW verloren. Dieses sind Todsünden und blockieren die Karriere.Im Hintergrund lauert Wowereit auf den scheinbaren Wahlverlierer Beck um eine linke Regierung bilden zu können. Nicht umsonst zog er Rot-Rot in Berlin Rot-Grün vor.Aber Kurt Beck, von Allen unterschätzt, behält klugerweise das Steuer in der Hand(noch?). Davon kann Frau Merkel viel lernen, denn sie wird es nach 2009 brauchen, wenn die Grufties der CDU unter Führung von Merz aus den Löchern kommen.
ganzbaf (25.02.2008, 16:30 Uhr)
joake, Ahnungsloser...

das Problem mit Weimar war, dass sich die Linke damals untereinander ebenfalls nicht "grün" war.
Wenn Beck und Struck jetzt ein bisschen Einsicht zeigen und dagegensteuern, ist das schon eher das Abwenden von "Weimarer Verhältnissen".
ganzbaf (25.02.2008, 15:20 Uhr)
Quatsch...
es gibt nur 200 Tage Freibier und alle Reichenvillen werden zu Plündern freigegeben.
Aber, wo gehobelt wird, fallen Tränen... ;-PP
Palatine (25.02.2008, 15:13 Uhr)
Glückwunsch
Glückwunsch, liebe Hessen! Ihr bekommt jetzt das, was Ihr verdient, den Rückschritt in die Steinzeit - horrende Stromkosten (hoffentlich nur bei Euch), abwandernde Industrie und eine aufgeblähte und sozialistisch diktatorische Verwaltung.
Facti (25.02.2008, 15:01 Uhr)
Ypsilanti, Ypsilanti
gib' mir meine Wählerstimme zurück!! Unter der jetzigen Perspektive wäre sie niemals bei der SPD angekommen.
Johann58 (25.02.2008, 14:36 Uhr)
Unregierbar?
Wenn man sich damit beschaeftigt, dass es schwieriger wird Regierungen zu bilden, wird man letztendlich zu dem Schluss gelangen, dass es die unsinnige Festlegung der Parteien auf einen bestimmten Koalitionspartner ist. In Hessen hat die FDP sich als Wurmfortsatz der CDU festgelegt und kommt jetzt nicht mehr aus der Schmollecke. Ich hoffe, dass die Verweigerungshaltung der FDP in Hessen dazu beigetragen hat, dass sie in Hamburg an der 5% Klausel gesceitert ist. Ich goenne es ihr. Zu joako: In der Weimarer republik gab es keine 5% Klausel. So gesehen hinkt der Vergleich.
Hamburg hat wie Hessen in der Mehrheit Links gewaehlt. Das sollte eigentlich den Konservativen zu denken geben statt zu jubeln. Offensichtlich sind die Waehler von den Beck'schen Gedankenspielen nicht so verschreckt wie manche glaubten und hofften.
catchme (25.02.2008, 14:15 Uhr)
Der Weg nach links ...
... wird in einer Sackgasse enden. Sollte der Trend im Bund und den Ländern sich fortsetzen und sich eine Politik der Arbeiter- und Bauernklasse durchsetzen, so wird sich der Weg von Nokia, Motorola und anderen Investoren ebenfalls fortsetzen. Vielleicht wird es in Deutschland einen Ruck nach links geben - sicherlich wird es dann auch einen Ruck in der HartzIV-Statistik geben, nämlich nach oben ...
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