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11. November 2011, 11:06 Uhr

Potsdamer Filz bringt Günther Jauch in Rage

Die dubiosen Immobiliengeschäfte in Potsdam bringen nun auch Günther Jauch auf den Plan. Nach stern-Informationen ist der TV-Moderator und Wahl-Potsdamer sauer und macht Oberbürgermeister Jann Jakobs Vorwürfe. Von Hans-Martin Tillack

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Beklagt den Immobilienfilz in seinem Wohnort: Günther Jauch, der seit Mitte der 90er Jahre in Potsdam lebt und dort selbst eine Reihe von Häusern besitzt© DPA

Der TV-Moderator Günther Jauch mischt sich in den Streit um fragwürdige Immobiliengeschäfte im Land Brandenburg ein. Nach Informationen des stern beklagte sich der Journalist jetzt in einem Schreiben an den Potsdamer Oberbürgermeister Jann Jakobs über ein Privatisierungspaket, das noch Jakobs Amtsvorgänger, der heutige Brandenburger Ministerpräsident Matthias Platzeck (beide SPD), zu verantworten hatte.

Der holsteinische Investor Theodor Semmelhaack konnte im Jahr 2000 unter Platzecks Ägide um die 100 Immobilien mit über 1100 Wohnungen von einer städtischen Potsdamer Gesellschaft erwerben, ohne dass EU-Vorgaben für ein transparentes Bieterverfahren berücksichtigt worden waren. Jauch, der seit Mitte der 90er Jahre in Potsdam lebt und dort selbst eine Reihe von Häusern besitzt, mutmaßte jetzt in seinem Schreiben an Jakobs, dass der seinerzeitige Verkauf "unter Bedingungen" stattfand, "die nahelegen, dass außer Herrn Semmelhaack kein anderer beim Erwerb zum Zuge kommen sollte".

"Vorgang von höchster Brisanz"

Semmelhaack selbst hatte bereits im August 2009 insgesamt 29 der im Jahr 2000 von der Stadt erworbenen Häuser anderen Investoren anbieten lassen, darunter auch Jauch. Die 29 Häuser, die er für umgerechnet 8,5 Millionen Euro erworben hatte, ließ er jetzt für insgesamt 18,2 Millionen Euro offerieren; einige wenige davon hatte er in der Zwischenzeit sanieren lassen.

Moderator Jauch erkundigte sich bereits damals bei der Stadt, auf welchem Weg Semmelhaack an diese Immobilien gekommen war, erhielt nach dem stern vorliegenden Unterlagen aber keine klare Antwort. Jetzt hält Jauch dem Oberbürgermeister vor, ihm keinen reinen Wein eingeschenkt zu haben. Inzwischen wisse er ja aus den Medien, "dass dieser Vorgang anscheinend von höchster Brisanz war und Ihnen ja die Vorwürfe aus den eigenen Prüforganen durchaus bekannt waren".

In der Tat hatte das Potsdamer Rechnungsprüfungsamt seinerzeit die Verkäufe an Semmelhaack gerügt. Jakobs und Platzeck wie auch Semmelhaack wiesen aber bisher alle Vorwürfe als unbegründet zurück. Der im holsteinischen Elmshorn ansässige Investor spendete ab 2006 an zwei von SPD-Landesministern geführte Potsdamer Sportvereine sowie im Jahr 2010 auch an die Brandenburger SPD. Alle Beteiligten bestreiten aber einen Zusammenhang zwischen der seinerzeitigen Immobilienprivatisierung und den Spenden und Sponsoringzahlungen.

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Von Hans-Martin Tillack
 
 
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