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4. Januar 2010, 15:21 Uhr

Westerwelle nimmt Bischöfin Käßmann in Schutz

Nach einer umstrittenen Passage in ihrer Neujahrspredigt zum Thema Afghanistan hagelt es Kritik an der EKD-Ratsvorsitzenden Margot Käßmann. Einer immerhin nimmt die evangelische Bischöfin in Schutz: Außenminister Guido Westerwelle.

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Sorgte mit ihrer Neujahrspredigt für Schlagzeilen: die EKD-Ratsvorsitzende Margot Käßmann© Ralf Hirschberger/DPA

Die EKD-Ratsvorsitzende Margot Käßmann hat Kritik an den Äußerungen zum Afghanistan-Einsatz der Bundeswehr in ihrer Neujahrspredigt zurückgewiesen. "Ich bin schockiert, was aus meiner Predigt gemacht wird", sagte die evangelische Landesbischöfin von Hannover der "Bild"-Zeitung. So habe sie nie einen sofortigen Abzug der Bundeswehr aus Afghanistan gefordert. "Aber für unsere Kirche ist klar: Wir brauchen einen erkennbaren Plan für den Abzug, wir brauchen eine Exit-Strategie. Immer mehr Militär zu schicken, ist doch offensichtlich keine Lösung und bringt keinen dauerhaften Frieden", fügte Käßmann allerdings hinzu.

Dem Vorwurf, sie lasse die deutschen Soldaten im Stich, wenn sie als oberste Protestantin so predige, widersprach Käßmann heftig: "Das ist eine perfide Unterstellung." Der zivile Teil des Einsatzes müsse jedoch klar gegenüber dem militärischen Teil dominieren. Dies sei "vollends zerstört, wenn Deutschland weitere Einsatztruppen nach Afghanistan schickt", sagte die EKD-Vorsitzende.

Westerwelle begrüßt Käßmanns Klarstellung

Führende Politiker von Union wie SPD hatten Käßmann Amtsmissbrauch und Populismus vorgeworfen. Auch der Bundeswehrverband hatte sein Unverständnis geäußert. Außenminister Guido Westerwelle (FDP) hingegen hat die Klarstellung von Käßmann, begrüßt. Westerwelle betonte: "Es handelt sich um einen zivilen Aufbau, der militärisch abgesichert werden muss. Für mich ist das ein Gebot der Mitmenschlichkeit, dass wir Menschen nicht den Taliban in Afghanistan überlassen - ihrer Folterung und ihrer Ermordung."

"Waffen schaffen offensichtlich auch keinen Frieden in Afghanistan", hatte Käßmann in ihrer Neujahrspredigt in der Dresdner Frauenkirche gesagt und hinzugefügt: "Wir brauchen Menschen, die nicht erschrecken vor der Logik des Krieges, sondern ein klares Friedenszeugnis in der Welt abgeben, gegen Gewalt und Krieg aufbegehren und sagen: Die Hoffnung auf Gottes Zukunft gibt mir schon hier und jetzt den Mut von Alternativen zu reden und mich dafür einzusetzen."

Neue Frustration für deutsche Soldaten

Beim Bundeswehrverband waren die Äußerungen der Bischöfin auf Kritik gestoßen. "Es wäre besser gewesen, wenn Käßmann vor ihrer Predigt das Gespräch mit den Soldaten über ihre schwierige Aufgabe gesucht hätte", sagte der Verbandsvorsitzende Oberst Ulrich Kirsch der "Hannoverschen Allgemeinen Zeitung". Käßmanns Nein zum Afghanistan-Einsatz schaffe nur neue Frustrationen für deutsche Soldaten. Kirsch bedauerte, dass die Bischöfin von der Haltung des früheren EKD-Ratsvorsitzenden Wolfgang Huber abgerückt sei, der sich stets zu den Auslandseinsätzen der Bundeswehr bekannt habe.

AFP/DPA
 
 
KOMMENTARE (10 von 29)
 
Bayernstammler (05.01.2010, 22:03 Uhr)
@ tannebaum
Was schreiben Sie denn da. Sie nutzen etwas, nämlich die Meinungsfreiheit, was durch Luther und die daraus entspringenden Folgen der Aufklärung im Laufe der Zeit erst ermöglicht wurde. Und Luther predigte genau wie Frau Käßmann von der Kanzel.
Ich sage nochmal: Die Kirche, und damit in erster Linie Frau Käßmann. hat die Pflicht, Missstände anzuprangern, ob's den Politikern passt oder nicht. Hätten wir Leute wie Luther und seine Nachfolger im Geiste und in der Kraft nicht gehabt, wir würden noch heute Ablasszettel kaufen dürfen oder anders vom Konglomerat derBischöfe und Feudalherren ausgebeutet werden.
Dagegen sind unsere heutigen Abgaben und Steuern ein Almosen.
jackiki (05.01.2010, 13:05 Uhr)
@ giangastone
jesus hätte das, was in afghanistan passiert, noch deutlicher kritisiert als es frau käßmann tut!
sie kennen wohl jesus nicht!
tannebaum (05.01.2010, 10:40 Uhr)
@sportartmakler
ihr kommentar:
@giangastone
den linken allein diesen erfolg zuzuordnen wäre wohl wirklich zuviel des lobes...

richtig! auch wowereit stütze die forderung der linkspartei. soagr so massiv, dass er glatt 17 millionen euros in eine werbekampagne steckte, die gegen die kirche und deren wunsch auf gleichberechtigung zwischen ethik- und relgionsunterricht gerichtet war.

17 millionen (!!!) und das nur dafür, dass die vorstellungen der linkspartei und deren bildungssenatoren bestand haben.

17 millionen (!!!) für plakate bei einer dramatischen haushaltslage von bald 62 milliarden schulden (mehr als dubai hat).

17 millionen (!!!) für werbung, wo er gleichzeitig einem anderen volksentscheid absagen wollte, weil er angeblich für sein wahlversprechen (warmes essen in kitas und schulen) ja kein geld hat...

es gab nicht einen grund für diese kampagne und das viele verklebte geld. ausser die bekämpfung der kirche!

und ist nicht politik und religion getrennt? dafür mächtig viel motivation und einatz von politischer seite, oder?!
tannebaum (05.01.2010, 10:33 Uhr)
@jetrabbit
welche kirche findet denn krieg gut? welche kirche schickt denn heute menschen in den krieg?

aber wenn die soldaten nun durch eine regierung in einen einsatz geschickt werden, wie kann dann eine kirche ihre elementaren schwerpunkte wie seelsorge oder betreuung in frage stellen... gerade jetzt bedürfen viele soldaten erst recht stützung, da sie selbst jeden tag leid sehen und ertragen müssen.

eine klriche, die sich nun von dieser aufgabe abwendet, hat ihren sinn verloren. sie ist keine partei udn kämpft nicht um wählerstimmen. ihr ziel ist heil ihrer schäfchen... die christen müssen sich geborgen fühlen im worte jesu. sie sind kein jubelvolk für politisch motivierte einzeldarsteller.

daher denke ich, dass sie selbst keinen zugang zu einer religion haben. sonst wüssten sie das.
tannebaum (05.01.2010, 10:27 Uhr)
@Bayernstammler
es ist ja toll, wenn sie die rede gut fanden...

aber sie ist leider nicht politikerin für eine beliebige partei oder einer atheistenvertretung.
sie ist die vorsitzende der evangelischen kirche. und die hat eigentlich andere programmpunkte als die linkspartei oder die grünen auf der agenda. und ihre aufgabe ist eben auch eine andere...

und genau das ist der punkt. bei ihr sind die gläubigen verstört, die linkspartei euphorisch. wenn man überlegt, dass bis vor zwanzig jahren der vorläufer dieser linkspartei die kriche fürchtete und mit allen mitteln brutal bekämpfte, so fragt man sich schon, was da passiert ist...
tannebaum (05.01.2010, 10:24 Uhr)
@sportartmakler
ich verstehe die frage nicht. die kriche schickt ja keine soldaten in die welt. aber sie kann und darf ihre schäfchen nicht vergessen, auch wenn diese in afghanistan sind.
somit ist der einatz ein politischer, aber die betreuung der gläubigen dort ein religiöser. denen das zu verweigern und dann denen auch zu sagen, es wäre nicht mehr ihre kirche, ist schon peinlich!

schliesslich verzeiht die kirche sündern eigentlich schneller als der staat. aber sie stellt alles auf den kopf...

der text von giangastone trifft das problem voll auf den kopf. sie ist für viele schon jetzt keine religiöse vertreterin, weil sie politisch alles bewegt. aber das ist nicht ihre aufgabe. und besonders schlimm ist, dass sie sich mehr gegen afghanistan, akw's oder sonst was einsetzt, aber die botschaft jesu vergisst. das aber wäre der kern ihrer gemeinschaft.
aber die evangelen haben in diesem punkt längst den faden verloren. man hat eher den eindruck, die führung besteht aus einer mischung von linkspartei und grünen mit gesamgsbuch in der hand. da haben viele gläubige heute zurecht probleme. auch luther würde nur noch mit dem kopf schütteln und wäre längst wieder katholik. ganz sicher!!!
Bayernstammler (04.01.2010, 21:53 Uhr)
Es ist schlimm
wer hier alles zu einem Thema schreibt, von dem er nichts versteht. Und:
Wer alles jegliche Faktenkenntnis vermissen lässt, z.B. gingastone. Ich bin mir sicher, er hat die Predigt nicht gehört und gelesen. Sonst wüsste er, dass diese in der Frauenkirche gehalten wurde. Und, das muss ich als Atheist deutlich sagen: Sie war hervorragend.
Wenn nun Politiker welcher Farbe auch immer, darin etwas gefunden haben, was ihr Gewissen aufgeweckt hat, dann ist daran nicht Frau Käßmann schuld.
Und natürlich m u s s sich die Bischöfin der deutschen Protestanten zu einem solchen Thema äußern. Wer hält denn dauernd den Kirchen vor, sie würden nicht als moralisch-ethisches Regulativ eingreifen. Es sind vermutlich die gleichen Schreiberlinge wie jetzt auch. Deutschland - Dummland.
jetrabbit (04.01.2010, 20:13 Uhr)
wie soll es moralisch möglich sein,
von einem religionsvorsteher oder vertreter eines glaubens, soldaten oder gar krieg gutzuheissen. als einzige ausnahme wäre hier wenn unser land von einer fremden armee angegriffen würde. da dieses nicht der fall ist, gibt es keine moralische rechtfertigung das oberhaupt der EKD zu kritisieren. ich hätte nicht im traum gedacht, das es menschen gibt, die ihr nicht recht geben würden... ausser vielleicht politiker und soldaten. was sagt den der papst zu den millionen toten zivilisten im namen der freiheit, der hält wohl die klappe oder?
sportartmakler (04.01.2010, 19:42 Uhr)
@giangastone
den linken allein diesen erfolg zuzuordnen wäre wohl wirklich zuviel des lobes...
sportartmakler (04.01.2010, 19:38 Uhr)
@tannebaum
ist ihre einstellung nun religiös-säkular begründet, oder pro/contra afgahnistaneinsatz? nicht wirklich einfach zu trennen, oder?
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