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18. Juni 2008, 10:19 Uhr

Neues Klimapaket ist auf dem Weg

Eine höhere Lkw-Maut, schärfere Energiestandards für Gebäude, "intelligente" Stromzähler: Auf die Deutschen kommen hohe Kosten zu beim Klimaschutz. Die Bundesregierung verabschiedete den zweiten Teil ihres Klimapaketes, die Investitionen sind riesig. Ein zentraler Punkt kann allerdings erst verspätet umgesetzt werden.

Mit ihrem Klimapaket will die Regierung den Kohlendioxidausstoß kräftig reduzieren© Frank Augstein/AP

Die Bundesregierung hat den zweiten Teil ihres Klimaschutzprogramms auf den Weg gebracht. Das Kabinett beschloss unter anderem, ab 2009 die Lkw-Maut deutlich zu erhöhen und die Energiestandards für Häuser drastisch zu verschärfen. Umweltminister Sigmar Gabriel sprach vom größten Klimaschutzprogramm weltweit.

Die Deutschen sollen dafür in den kommenden zwölf Jahren 313 Milliarden Euro investieren. Über den zweiten Teil des Integrierten Klima- und Energieprogramms, das die Große Koalition im Sommer 2007 verabredet hatte, war in der Regierung wochenlang gestritten worden. Sie musste den Kabinettsbeschluss deshalb verschieben und die umstrittene Umstellung der Kfz-Steuer auf CO2-Werte auf 2010 vertagen.

Beschlossen wurden insgesamt fünf Maßnahmen. Neben der Erhöhung der Maut und den verschärften Energiestandards geht es um eine Umstellung der Heizkostenabrechnung, die Einführung "intelligenter" Stromzähler und den raschen Ausbau der Stromnetze, um den Transport von Ökostrom sicherzustellen. Oberstes Ziel des Pakets ist Energieersparnis. Die dadurch verringerten Kosten sollen die Investitionen über längere Frist wieder einspielen.

Staat will bei Investitionen helfen

Umweltminister Gabriel betonte zudem, dass der Staat bei den Investitionen helfen will. Allein für den Klimaschutz in Wohngebäuden würden zwei Milliarden Euro bereitgestellt. Insgesamt sei das Klimaprogramm im internationalen Vergleich das ehrgeizigste. "Das werden Sie weltweit nicht noch mal finden", sagte der SPD-Politiker. Deutschland hat sich vorgenommen, seinen Ausstoß an gefährlichen Treibhausgasen bis 2020 um 40 Prozent unter den Wert von 1990 zu bringen. 2007 waren davon bereits 20,4 Prozentpunkte erreicht.

Mit dem Klimaschutzprogramm erwartet die Regierung, eine Verminderung um 34,3 Prozent erreichen zu können. Noch fehlen also Maßnahmen, um die Lücke zu schließen. Der Sachverständigenrat für Umweltfragen mahnte deshalb weitere Anstrengungen an und kritisierte, dass das Programm zum Teil verwässert worden sei. "Zugeständnisse, wie sie teilweise gemacht wurden, bleiben hinter den Innovationspotenzialen Deutschland zurück", erklärte der Rat in Berlin. Er verlangte Ehrgeiz bei der anstehenden Reform des europäischen Emissionshandels.

Die Spediteure klagen jedoch über die Maut-Reform. Dabei zahlen umweltfreundliche Lastwagen künftig zwar weniger als Dreckschleudern. Für alle wird jedoch mehr als bislang fällig. Der Durchschnittswert steigt von 13,5 auf 16,2 Cent je Kilometer. Der Bundesverband Güterverkehr, Logistik und Entsorgung (BGL) erklärte, er befürchte eine Insolvenzwelle.

Schon jetzt stünden die Unternehmen wegen extrem gestiegener Dieselpreise "mit dem Rücken an der Wand", sagte Hauptgeschäftsführer Karlheinz Schmidt der "Neuen Osnabrücker Zeitung". Das Rationalisierungspotenzial sei ausgeschöpft. "Wird jetzt noch die Mauterhöhung draufgepackt, müssen fünf bis sieben Prozent der Unternehmen Insolvenz anmelden", warnte Schmidt.

DPA/AP
 
 
KOMMENTARE (10 von 13)
 
chatahootchee (18.06.2008, 13:03 Uhr)
NO COMMENT:
"Fliegender Teppich ins Morgenland" in 'stern.de'. Das ist die Realitaet.
alestopholus (18.06.2008, 12:54 Uhr)
Am deutschen Wesen
soll die Welt genesen..... Deutschland macht sich also auf, die Welt zu retten.....
Tja - kann man ja auch. Es geht ja alles zu Lasten des Bürgers.
Wie lange wird es wohl noch dauern bis die Menschen die Schnauze voll haben und diese ganze Verbrecherbande an den nächsten Baum hängt ?
mramorak (18.06.2008, 12:47 Uhr)
Und Al Gore?
Die einfachen Bürger sollen überall in der freien WElt für die Umwelt bezahlen. Der Al Gore verschwendet die Umwelt - er fliegt Privatflugzeug und kauft grosse Häuser, vollklimatisiert.
Und wenn unser Land 80% seiner Schadstoffe reduziert, wird sich kein bischen an der Umelt über unserem Land ändern. Und das weiß unsere Regierung, sagt es aber nicht.
taucher1102 (18.06.2008, 12:20 Uhr)
Der...
Ströbele ist ja auch so ein Umweltheuchler. Läßt sich mit dem Auto bis 100 Meter vor den Bundestag fahren, und steigt dann auf sein Fahrrad um.
Die grünen Schnapsnasen lassen sich immer irgendwelchen ökologischen Mist einfallen, ohne Rücksicht auf Wirtschaft und Bevölkerung.
Lasst sie doch in ihren Hütten hausen, ohne Strom, Wasser und Kläranlagen, dann sind so nah am Busen der Natur wie es nur geht und rotten sich hoffentlich bald selbst aus.
terrax (18.06.2008, 11:32 Uhr)
Nach der Bundestagswahl nächstes Jahr sind
Sigmar & Co hoffentlich nicht mehr an der Macht! Zur Europawahl nächstes Jahr werde ich auch hingehen, damit diese Parteien entlich oder hoffentlich wegkommen, denn das Europaparlament hat bisher auch nichts sinnvolles gemacht. Das Klima regelt sich von alleine auch ohne den Menschen. Die haben nur Mist im Kopf und wie sie den Bürgern noch mehr Geld abholen und unterstützen zudem noch Zeitarbeit und damit auch die Dumpinglöhne! Und was der Bundespräsident gestern erzählt hat ist ja wohl auch unsinn. Die Steuern sollen gesenkt werden und die Agenda soll weiter gehen, heißt auf gut deutsch: Die Steuern werden gesenkt, aber über andere Gebühren holen wir es den Bürgern dann wieder doppelt ab! Schähmt Euch in Berlin.
romeodelta (18.06.2008, 11:23 Uhr)
Also
ich finde die Frage von Mupfeline richtig. Wie soll das bezahlt werden? Ich kann mein Haus nicht modernisieren, weil das Geld schlicht und ergreifend fehlt. Gesetz hin oder her. Ich heize so wenig wie möglich mit Öl und habe den Verbrauch in den letzen drei Jahren mehr als halbiert - allerdings dadurch, dass ich Holz aus dem Wald hole. vor zwei Jahren bezahlte ich 12 Euro für den Raummeter - diese Jahr - 30 Euro Tendenz steigend und ich musste einen Kurs (80 Euro) zu belegen, um offiziell zu "lernen", was ich ohnehin seit Jahren (ohne Unfall oder dergleichen) mache! Ich empfinde die ganze Umweltsache als Abzocke und bin (noch) nicht überzeugt, dass alles stimmt, was die Wetterpropheten sagen - es gibt überzeugende Argumente dagegen auch!
Mindsplitting (18.06.2008, 11:16 Uhr)
ohje, mir ist...
ein missgeschick passiert. dervorrangehende Beitrag war nicht an mupfeline sondern an SirDidimus gerichtet.
Mindsplitting (18.06.2008, 11:13 Uhr)
@Mupfeline
Es ist aber falsch das das ganze wieder auf dem Rücken der soeiso schon gebeutelten Bürger gelegt wird. Wird zeit das diese Sch... Regierung abgewählt wird. Sozialpolitik....pah
Asteriskina (18.06.2008, 11:12 Uhr)
Nichts gebacken
Die Bundesregierung bekommt ohne extremer Zusatzbelastungen rein gar nichts mehr gebacken. Es gibt keinen Bereich, den sie mit den zur Verfügung stehenden Steuern bewältigt. Wo bleibt das ganze Geld? Es geht nicht um peanuts, die Steuern sprudeln Dank extremer Steuerbelastung wie verrückt.
Besonders tragisch beim Thema Umwelt. Weil Menschen hier besonders sensibel reagieren, werden sie auch besonders zur Kasse gebeten. Dabei ist ein Großteil des Klimawandels nicht mehr, als eine natürliche Sache. Der Rest entsteht durch Umweltverschmutzungen insbesondere der Industrie. Daraus ein gigantisches Geschäft zu konstruieren, darin ist die Bundesregierung wirklich perfekt. LKW-Maut erhöhen, um Straßen zu reparieren, etwas also, wofür wir ohnehin schon Steuern zahlen. Die Transportunternehmen geben die Mauterhöhung sofort an die Verbraucher weiter.
So ist es wohl auch gedacht. Hauptsache die Wirtschaft brummt, wie der Bürger noch wirtschaften soll/kann, spielt keine Rolle. Der hat ohnehin mit Überlebensstrategien zu tun, die angesichts geringer Löhne inzwischen zu einem Fulltime-Job geworden sind. Klimakönigin Merkel und Gefolge lassen sich derweil von der Welt feiern als führende Organe in Sachen Klimaschutz. Mal schauen, wie lange es sich so noch regieren lässt.
SirDidimus (18.06.2008, 11:07 Uhr)
mupfeline
und wenn man nichts macht, wird es noch teurer (so eine jahrhundertflut bekommt man nicht zum spottpreis).
sind sie schon heute durch die fußgängerzone gegangen und haben geld verteilt. bei vielen themen werden die geringverdiener als totschlagargument genommen. warum? hier geht es nicht um arm oder reich. hier geht es darum, dass man was machen muss / kann. was ist falsch daran, statt der herkömmlichen 40 watt birne eine energiesparbirne zu benutzen, oder regeln für energiesparendes bauen aufzustellen. das ist doch nicht falsch. oder wie sehen sie das?
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