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Freispruch für den UBS-Zocker!

Jérôme Kerviel verzockte 5 Milliarden Euro. Kweku Adoboli nur 1,5 Milliarden Euro. Soll noch einer sagen, die Selbstkontrolle der Banken sei nicht erfolgreich.

Eine satirische Analyse von Django Asül

Ein einzelner Banker verzockt zwei Milliarden Dollar. Das ist schon eine verstörende Nachricht. Hat die Bankwelt überhaupt nichts gelernt aus dem Desaster vor drei Jahren? Muss wieder einmal der Steuerzahler ran, um desaströse Fehlentwicklungen auszugleichen? Nein, nichts von alledem stimmt. Was wie eine Horrormeldung daherkommt, ist in Wahrheit eine gute Botschaft. Im Kontext betrachtet lässt das sogar auf sehr gesunde Lernprozesse schließen. Wer jetzt nämlich in Panik ausbricht und den Banken das Vertrauen entzieht, beweist enorme Lücken im kurzfristigen Langzeitgedächtnis.

Natürlich sind zwei Milliarden relativ viel Geld. Davon könnte man beispielsweise einen Rettungsschirmständer aus Edelmetall kaufen. Oder ein halbes Jahr lang die Gehälter von sieben Investmentbankern finanzieren. Oder den Imageschaden von Frauenliebling Strauß-Kahn reparieren. Und doch kann die Bankenwelt voller Stolz behaupten: Dieses Zwei-Milliarden-Loch ist ein Fortschritt. Als Geldverbrennen noch keine Spezialität von Euro-Staaten, sondern von Banken war, schaffte es ein Banker, sage und schreibe fünf Milliarden ins Nirwana zu schicken. Ganz allein, ohne Fremdeinwirkung oder Mittäter. Damals war der Arbeitgeber irgendwie nicht besonders erfreut über diese Aktion seines Angestellten. Und die Bankbranche war sich einig, in Zukunft nicht nur die Regale mit den Pausensnacks, sondern auch ihre Konten besser beaufsichtigen zu wollen. Dass zwei Milliarden deutlich weniger sind als fünf Milliarden, ist eine empirische Feststellung. Somit hat die Bankbranche Wort gehalten. Deshalb sind Heul- und Abgesänge auf bankinterne Kontrollmechanismen nur billiger Populismus.

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Was zusätzlich für entspannte Gemüter sorgen sollte ist der Umstand, dass es sich bei der UBS um eine Schweizer Bank handelt. Da ist also ohnehin Kohle ohne Ende da. Eventuelle Verluste gehen auch nicht zu Lasten der kleinen Sparer. Weil Banken wie die UBS so viele kleine Sparer als Kunden haben wie Bentley oder Bugatti Hartz-IV-Bezieher auf der Gästeliste bei der Präsentation der neuen Flaggschiffe. Ganz abgesehen davon ist hinlänglich bekannt, dass man in der Schweiz kaum Steuern zahlt. Auch den Steuerzahler dort kann es somit kaum treffen bei staatlichen Rettungsaktionen. Aus dieser Konstellation sollten die Euro-Länder lernen. In Ländern wie Deutschland oder Frankreich ist der Ärger groß über hohe Steuersätze. Und wenn dann die Steuereinnahmen auch noch herhalten müssen, um Banken zu rekapitalisieren, potenzieren sich die Frustmomente im Wahlvolk. Von Seiten der SPD gibt es in dieser Angelegenheit auch kaum belastbare Kommentare, weil UBS-Verluste sozusagen immer nur die Richtigen treffen und nie die Freunde des sozialdemokratischen Umverteilungsfetischismus.

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Die jüngste UBS-Posse beweist übrigens, wie gut mittlerweile Integration in Europa funktioniert. Der Übeltäter ist nämlich kein typischer aalglatter und gelfrisierter Schnösel aus britischem Halbgeldadel, sondern nur ein gewöhnlich glatter und normalfrisierter Schnösel aus afrikanischem Diplomatenadel. Sein Vater ist laut seriöser Medien ein Uno-Beamter aus Ghana. Nachdem die Uno schon seit Menschengedenken nichts gebacken kriegt auf diesem Planeten, muss schon die Frage erlaubt sein, wieso ein Abkömmling einer Uno-Arbeitsbeschaffungsmaßnahme so anders geraten sollte. Jedenfalls ist es wohltuend zu wissen, dass Menschen aus Ghana inmitten von Europa beste Schulen und Universitäten besuchen und Begehrlichkeiten bei Großbanken wecken. Endlich gibt es diese Gegenbeispiele zu vorurteilsbeladenen Behauptungen, erfolgreiche Ghanaer könnten entweder nur Fußball spielen oder an italienischen Stränden Sonnenbrillen verkaufen. Oder dem Sozialstaat auf der Tasche liegen.

Wer aber sinnbildlich mit der Kettensäge an die Quartalszahlen einer Investmentbank rangeht, ist sofort der Liebling der Massen. Ganz nach dem Motto: Lieber den Schalk im Nacken als die Faust in der Tasche. Die Chancen, dass eben dieser Kweku Adoboli zum Afrikaner des Jahres gewählt wird, stehen bestens.

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Aus tiefenethnologischer Perspektive heraus ist übrigens auch folgendes sehr interessant: Gemäß dem ghanaischen Fruchtbarkeitskalender wird nach jeder Sonnenfinsternis ein Buchstabe im Nachnamen verrückt. Wenn man nun den Namen Adoboli zurückrechnet ins Geburtsjahr des UBS-Strategen, kommt man auf seinen Geburtsnamen Diabolo. Und diesem Namen wollte er im Job gerecht werden, um die latente Uno-Lethargie in ihm zu unterdrücken. Daher kann das Plädoyer nur lauten: Freispruch! Andernfalls droht ein Benefizkonzert von Bob Geldof.

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