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Von der Leyen hat versagt

Es ist vorbei. In Deutschland wird weder gezeugt noch geboren. Supermami Ursula von Leyen bleibt ein singulärer Zufall. Die Familienpolitik ist am Ende.

Ein satirischer Abgesang von Django Asül

Frau von der Leyen ist angeblich gescheitert. Sie schaffte es nicht, sich zum nachahmenswerten Vorbild für die Gesellschaft hochzustilisieren. Sie selber galt als Inbegriff für den großen Wurf. Wenn eine Ministerin schon sieben Kinder haben kann, muss es doch eine normalberuflich Tätige zehn und jede Hausfrau zwölf Kinder als branchenüblich ansehen. So zumindest die von der Leyensche These vom geburtstechnischen Quantensprung. Hat irgendwie nicht hingehauen.

Statistisch gesehen ist die deutsche Frau also weit unterwürfig. Die 2009er Demographie ist erschütternd: Die Unterwurfquote ist so hoch wie nie. 3,6 Prozent unter dem nicht berauschenden Wert von 2008. Auf ungut deutsch: Je mehr Milliarden das Familienministerium in die Welt setzte, desto weniger Kinder kamen auf die Welt.

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Nie wurde so konsterniert zur Kenntnis genommen, dass mehr durchaus weniger sein kann. Im Grunde seines Herzens ist der Deutsche eben kein FDP-Wähler und somit auch nicht blöd. Der Deutsche hat ein Gespür für die größeren Zusammenhänge und erkennt: Was die Bundesregierung subventioniert, muss einen Haken haben. Wenn sie den Bürger mit Geld zum Kinderkriegen animieren will, lässt er eben die Finger davon beziehungsweise von der Ehefrau. Das erklärt auch die enorm steigende Anzahl erektiler Dysfunktionen. Wer beim Zeugungsakt Frau Merkel im Geiste vor sich sieht, braucht sich nicht wundern, wenn sich die Schwellkörper psychosomatisch in den Vorruhestand verabschieden.

Da schlägt natürlich die Stunde der Fertilitätsdemagogen. Schnell kam der Ruf nach einer Mütterquote. Wer nicht mindestens drei Kinder hat, soll keine Vollzeitarbeitsstelle bekommen. Und Kinderlose sollen erst gar nicht mehr ausbildungsberechtigt sein. Die Unterschicht scheint für solche Szenarien bestens gewappnet sein. Gehört es da doch zum guten Ton, mit 15 Jahren zweifache Mutter und mit 31 vierfache Oma zu sein. Diesen Eindruck vermitteln sogenannte Magazinsendungen im Privatfernsehen. So sollen die Bildungsfernen immer bildungsnäher werden.

Vor allem die bayrische Sozialministerin Haderthauer plädiert für die Bevorzugung von Müttern statt Frauen bei der Jobvergabe. Mütterquote versus Frauenquote. Die CSU-Frau und Mutter Haderthauer will praktisch Frauen gegen Mütter ausspielen. Das alt- und neobajuwarische Manifest lautet: Die wahre Frau ist die Mutter. Die Frau ohne Kind ist keine Frau, sondern eher eine zufällig Mensch gewordene Notlandung im genetischen Gestrüpp zwischen Westerwelle und Merkel.

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Der unionsinterne Konter ließ nicht lange auf sich warten. Familienministerin Schröder, selbst kinderlos und damit echte Expertin in Sachen Kinderkriegen, verlautbarte, mit Quoten käme Deutschland in dieser Sache nicht weiter. Sie will stattdessen lieber die Arbeitskultur umkrempeln. Und zwar in den Chefetagen. Stein des Anstoßes sei die Präsenzkultur. Also die Erwartung, dass man bei der Arbeit auch in der Arbeit zu sein hat. Sie verweist dabei auf prominente Beispiele, wo es auch anders geht. Gerade die deutsche Kanzlerin beweise Woche für Woche, wie unnötig Präsenz sein kann. Aber weil Frau Merkel dennoch an all die Krisenherde eilt, nachdem das Krisenkind längst in den Brunnen gefallen ist, sitzt Herr Sauer allein daheim und versauert kinderlos. Dabei mag es den First Lady der Nation auch wurmen, dass seine Frau als Manager eher an Arcandor-Boss Middelhoff erinnert als an VW-Boss Winterkorn.

Frau Schröder hingegen sieht das Heil der Geburtenrate darin, dass Topmanager halbtags arbeiten und halbtags Kinder zeugen und erziehen. Während der Absenz des Chefs müssen eben Sekretärinnen, 1-Euro-Jobber und Werkstudenten die Konzerngeschicke leiten. Alles in allem besticht die Jungministerin mit einer erstaunlichen Realitätsbezogenheit. Diese verdankt sie wahrscheinlich ihrer Vita. Nach dem Studium ging sie direkt in den Bundestag. Wer soll da über den harten Alltag in der Arbeitswelt besser Bescheid wissen als sie?

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Dabei müsste gerade sie als Hessin wissen, was Deutschland und vor allem die CDU besonders nötig hat nach dem abrupten Rücktritt von Hessens Ministerpräsidenten Roland Koch: eine Kochquote. Nicht nur, dass immer weniger Frauen kochen können. Es gehen dem Lande und der Union auch die Gralshüter des Konservatismus aus. Neue Köche braucht das Land. Gerade solche, die wie Ur-Koch Roland auch noch über wirtschaftlichen Sachverstand verfügen. Denn Frau Merkel gilt nicht gerade als ökonomischer Thinktank. Sie vermag zwar noch halbwegs den Unterschied zwischen Spekulant und Spekulatius erklären. Aber bei netto und brutto scheiden sich bei ihr schon Geister.

Koch ist quasi der Anti-Merkel. Erst neulich sagte er, die Politik müsse aufhören, die Deutschen mit falschen Realitäten zu blenden. Dabei ist gerade das die Stärke von Frau Merkel. Die Nachricht vom Koch-Rücktritt erwischte die Kanzlerin auf dem falschen Fuß und im falschen Hosenanzug. Merkel erfuhr es in Abu Dhabi. Sie saß grad gemütlich zwischen ein paar Scheichs, Kamelen und Datteln, als Koch sie per sms um Rückruf bat. Nach Außen vergoss sie zwar ein paar Krokodils- und Nilpferdtränen. Innerlich jedoch jubelte sie. Über all die Jahre war Roland Koch ein großes Hindernis auf ihrem Weg, aus der CDU eine wertefreie Bürogemeinschaft zu formen. Jetzt ist sie ihn endlich los, ohne ihn rausekeln zu müssen wie seinerzeit den Kollegen Merz.

Und was sie wirklich von Koch hält, wurde auf dem letzten Bundesparteitag in Stuttgart deutlich. Da nannte Merkel ihn schlicht Roland Kotz.

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