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22. Februar 2007, 07:16 Uhr

Mit Studiengebühren Kredite bezahlt

Die Studiengebühren sollen eigentlich dazu dienen, die Lehre zu verbessern. Mehrere Unis in Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen haben das Geld aber anderweitig verwendet - und zum Beispiel Imagebroschüren finanziert oder Haushaltslöcher gestopft.

Vor der Einführung potestierte diese Studentin gegen Studiengebühren© Boris Rössler/DPA

An mehreren Hochschulen werden die Studiengebühren zweckentfremdet. Nach einem Bericht des Berliner "Tagesspiegel" schafft die Uni Göttingen mit den Geldern Sportgeräte an, obwohl die Gebühren der Verbesserung der Lehre dienen sollen. Die Uni Aachen habe Gelder für Imagebroschüren verwendet. Die Fachhochschule Hildesheim/Göttingen habe ein 300.000 Euro-Haushaltsloch gestopft, die Uni Dortmund wolle mit Gebühren-Geldern ein Defizit von 400.000 Euro ausgleichen.

Für Niedersachsen verteidigte Wissenschaftsminister Lutz Stratmann (CDU) diese Ausgaben. Sie würden die Hochschulen "an anderer Stelle entlasten", sagte er. Das Wissenschaftsministerium Nordrhein-Westfalen kündigte dagegen auf Anfrage eine Untersuchung an.

In Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen müssen Studienanfänger seit diesem Winter 500 Euro pro Semester zahlen. Vom kommenden Sommersemester an gibt es dort Gebühren für alle. Auch Bayern, Baden- Württemberg und Hamburg führen dann allgemeine Studiengebühren ein.

DPA
 
 
KOMMENTARE (2 von 2)
 
Freyja79 (22.02.2007, 11:25 Uhr)
überflüssige Ausgaben
Die Uni Trier hat nicht nur eine Drehtür an der Mensa für 100.000 (!) Euro, sondern seit einigen Wochen auch eine neugestaltete Fassade mit orangen Kringeln einer Berliner Künstlerin für läppische 61.000 Euro.
Andererseits stehen Wannen in der Bibliothek, die Wasser auffangen, das durchs undichte Dach tropft.
Irrsinnig!
RomanTicker (22.02.2007, 11:16 Uhr)
Betrug
Studiengebühren sind ein großer Fehler, denn Deutschland benötigt gut ausgebildete Menschen. Geld von Studenten zu verlangen, die ja noch kein Einkommen haben ist an sich bereits ein Skandal, aber dann auch noch das eingenommene Geld zweckentfremdet einzusetzen ist ein Betrug an den Studenten, die sich neben dem Studium das Geld für die Gebühren hart erarbeiten müssen. Die derzeitigen Studenten müssen für ein schlechtes Bildungssystem zahlen, dass wenn überhaupt in Zukunft besser wird, wenn die jetzigen Zahler bereits die Universitäten verlassen haben. Die Betroffenen zahlen also ohne eine Gegenleistung zu erhalten. Es kann ja nicht sein, dass die Studenten jetzt für die Schulden aufkommen, die die Hochschulen durch Mißwirtschaft über Jahrzehnte angesammelt haben.
Jaja, die Kritiker werden sagen, im Ausland gibt es meist auch Studiengebühren. In anderen Ländern erhalten die Studenten für die Studiengebühren aber auch weit bessere Leistungen als hier.
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