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25. April 2009, 11:19 Uhr

Köhler mahnt Ruhe an

Drohen Deutschland soziale Unruhen durch die Wirtschaftskrise? Davor warnen Bundespräsidentenkandidatin Gesine Schwan und DGB-Chef Michael Sommer. Bundespräsident Horst Köhler glaubt nicht an das Horrorszenario und warnt vor "Panikmache".

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Horst Köhler vertraut in die festverwurzelte Demokratie in Deutschland© Nigel Treblin/DDP

Bundespräsident Horst Köhler warnt im Umgang mit der Wirtschaftskrise vor Panikmache. Zwar könne die Ernsthaftigkeit der Lage nicht wegdiskutiert werden, sagte Köhler dem Sender rbbinforadio. "Was nicht geschehen sollte, ist: uns selbst erstens in Panik reden. Und zweitens in eine Situation reden, als könnten wir diese Krise am Ende nicht beherrschen - weder im Wirtschaftspolitischen noch im Sozialen. Natürlich ist die Krise beherrschbar." Unterm Strich habe die Bundesregierung besonnen in die richtige Richtung gehandelt.

"Demokratie in Deutschland hat feste Wurzeln"

Köhler widersprach damit Aussagen der SPD-Präsidentschaftskandidatin Gesine Schwan, sowie vom DGB-Vorsitzenden Michael Sommer, die angesichts der Krise vor sozialen Unruhen und einer explosiven Stimmung in der Bevölkerung gewarnt hatten. "Ich bin überzeugt davon, dass die Demokratie in Deutschland feste Wurzeln gefasst hat. Und deshalb denke ich, dass die Demokratie in Deutschland auch diese Krise bestehen wird", sagte er.

Auch der SPD-Vorsitzende Franz Müntefering widersprach Schwan und Sommer: "Deutschland ist stark. Es gibt Vertrauen in die, die politisch handeln, in Gewerkschaften und die Arbeitgeberverbände", sagte er dem "Kölner Stadt-Anzeiger". "Ich denke, dass wir gut aufgestellt sind - auch weil wir ein Sozialstaat sind, der den Menschen sagt: 'Wir geben euch Sicherheit.'"

Der Online-Ausgabe der Zeitung sagte Müntefering: "Die Krise muss ein Wahlkampfthema sein." Die Parteien müssten "die Antworten auf die Krise und für die Zeit danach" geben. "Genauso wie wir jetzt im Regieren die Antworten auf die Krise geben, dürfen wir die Menschen nicht im Unklaren lassen darüber, wohin die Reise gehen soll", so Müntefering.

FDP-Generalsekretär Dirk Niebel forderte DGB-Chef Sommer auf, nicht weiter das Schreckgespenst sozialer Unruhen an die Wand zu malen. Er solle seine unsägliche Äußerung noch vor dem 1. Mai zurücknehmen, sagte er der "Rheinpfalz am Sonntag". Schwan müsse sich fragen lassen, ob sie die Chancen ihrer zweiten Kandidatur erhöhen wolle, indem sie eine explosive Lage herbeirede, die verantwortungsvolle Politiker gerade verhindern wollten.

"Bin zuversichtlich, gewählt zu werden"

Der Bundespräsident äußerte sich daneben zuversichtlich über seine Aussichten, am 23. Mai von der Bundesversammlung für eine zweite Amtszeit gewählt zu werden. Die Chancen stünden nicht sehr viel anders als vor einem Jahr, als er seine Kandidatur angemeldet habe, sagte Köhler. "Ich bin aber sehr zuversichtlich, dass ich am Ende gewählt werde bei dieser Bundesversammlung. Ich bin sehr gelassen über den Ausgang. Jedes Ergebnis der Wahlmänner und Wahlfrauen nehme ich an, wenn Sie so wollen, in Demut dann."

DPA
 
 
KOMMENTARE (10 von 45)
 
n8g8 (27.04.2009, 00:02 Uhr)
Der Grußaugust...
..., der Ex-IWFler mahnt Ruhe an.
Und das ganze Land erstarrt - in Totenstarre.
Herrlich, wie sich die Täter total global outen! :-)
ganzbaf (26.04.2009, 21:15 Uhr)
Dafür haben...

die konservennaiven Schlechtmenschen den Weg in die Krise mit schlafwandlerischer Sicherheit gefunden... ;-S
.
Naja; hilft alles nichts. Die Gutmenschen müssen es wieder mal richten ;O)
Helmers (26.04.2009, 11:00 Uhr)
SPD und Linke schicken zum 1.Mai wieder Chaoten auf die Straße, vorsicht!
Sie haben ja damals bei den sog. 68 er-Krawallen selbst in vorderster Front mitgemischt. Sie begreifen sich als Intelektuelle Weltverbesserer, denen Gewalt aus selbsternannten Hinterhofzimmern zusteht. Sie bauen schon jetzt ihr Verständnis für die Gewalttaten am kommenden 1.Mai mit Brandstiftungen, schweren Landfriedensbrüchen u.a. vor. Diese klammheimlichen Unterstützer der linken Politkaste sollten zu den Aufräumungsarbeiten herangezogen werden. Politisch sind solche Leute weder wählbar noch haben sie Mittel und Wege aus der Krise gefunden. Die eigene Partei führt sich auf wie ein Chaotenvereinigung, siehe - gerade fährt Herr Umweltminister Gabriel die Bioenergie mit seinen Abgeordnetenhelferlein, Herrn Becker u. Kelber, gegen die Wand. Es werden größere Umweltinvestitionen und das Vertrauen verbrannt. Das LG Hamburg hat gegen diese Herrn eine Unterlassungsklage geführt und man hat ihnen ihre Lügen untersagt. Wahltag ist Zahltag.
ganzbaf (26.04.2009, 09:37 Uhr)
Ruhe ist die erste Bürgerpflicht...

wieder mal....;-?
.
Dieser BuPrä ist nicht meine BuPrä, denn er wurde nicht vom Volk gewählt.
kabelmann (26.04.2009, 09:18 Uhr)
Zusammengefasst:
Den Überbringer schlechter Nachrichten bestrafen heißt nur, irgendwann überhaupt keine schlechten Nachrichten mehr zu bekommen. Spätestens dann hat sich unsere Polit-Elite entgültig in ihre eigene Welt, jenseits der Realität verabschiedet.
pitiplatsch (26.04.2009, 08:44 Uhr)
Ja ja der Bundeshorschtle
der größte Lobbyist der Banken muß der Kriegsgailen Merkel die Stange halten. Was der Horschtle daherplappert ist so wichtig wie ein verfaultes Stück Holz in Sibirien. Dia Sklaven ruhighalten oder bessser ruhigstellen, lieeeebeeer Hooorschtle das klappt nicht mehr. Du und deine Politker gehören samt und sonders auf Hartz 2 gesetzt aber dies in Guantanamo. Soviel Schwachsinn und Verarschung können nur ganz eiskalte berechnende Subjekte wie euresgleichen daherreden. Champagner saufen rumhuren auf unsere Kosten das könnt ihr Totalversager sonst nichts, euch gehört der Marsch geblasen dass es nur so kracht verlogenes Gesogse.
Westerle.Merkwelle (26.04.2009, 08:22 Uhr)
@OttoB: Ich habe manchmal das Gefühl...
Zu Ihrer Feststellung
"Ich habe manchmal das Gefühl, Politiker
leben in einer anderen Welt und immer sagen sie wir müssen unsere Politik den Menschen erklären.". Ihr Gefühl ist die harte Realität. Man verkauft uns für blöd und begriffsstutzig. Daher denken diese Lumpen, "wenn man es den Blödmännern oft genug wiederholt, dann kapieren die es". Oder mit George Orwell(1984): "Wenn die Lüge oft genug wiederholt wird, dann wird die Lüge zur Wahrheit"
Westerle.Merkwelle (26.04.2009, 08:16 Uhr)
Stern zensiert

Die Kommentare zu dem grandiosen Hetzartikel über Oskar Lafontaine (http://www.stern.de/politik/deutschland/:Linkspartei-Chef-Lafontaine%2C-Gassenhauer/661924.html) wurden gelöscht bzw. ausgeblendet. Passten wohl nicht ins Konzept. Also: nicht so kritisch schreiben. Das kommt gar nicht gut an.
kalaehne (25.04.2009, 22:57 Uhr)
Köhler verharmlost, das macht unruhig...
denn wer sich die Fakten anschaut, der wird erkennen, daß die Krise nicht von " kleinen Leuten " verursacht wurde. Es waren Unternehmen, es waren Unternehmer und es waren deren Manager, die die Krise zu verantworten haben. In der Folge haben auch deutsche Geldinstitute, deutsche Versicherungen, deutsche Finanzdienstleister... Konzepte der " ideenreichen " Finanzspieler/innen umgesetzt. Und daran viel verdient. Und das vor der Krise und jetzt in der Krise, mit Riesenverlusten für viele " kleine Leute " . Deshalb kann ich nicht einzusehen, daß das Verhalten dieser Unternehmen, dieser Unternehmer und auch das ihrer angestellten Manager nun von den kleinen Leuten nicht nur mit Steuergeldern bezahlt werden soll : Noch unverständlicher ist es, daß verantwortliche Unternehmen, verantwortliche Unternehmer und deren Manager gemäß der Vorstellungen von Frau Merkel und Herrn Westerwelle zukünftig steuerlich entlastet werden sollen. Das macht unruhig, das wird das Wahlverhalten vieler Menschen in Deutschland beeinflussen. Ab dem 23.Mai 2009... Diplomkaufmann Juergen Kalaehne, BGM a. D.
Westerle.Merkwelle (25.04.2009, 21:55 Uhr)
Die Wandlung des H.K vom IWF Direktor zum Bundespräsidenten
Die Wandlung des Herrn Köhler vom Geschäftsführenden Direktor des Internationalen Währungsfonds (IWF) zum Bundespräsidenten, der sich angesichts der katastrophalen weltwirtschaftlichen Lage im Umgang mit der Wirtschaftskrise vor Panikmache warnt, ist überaus erstaunlich.
Gerade der IWF hat doch durch seine massive Einflussnahme auf die Volkswirtschaften der unzähligen Schuldnerländer zu deren Niedergang bzw. Ausverkauf an ausländische Konzerne beigetragen. Die Grundlage der skandalösen IWF Politik waren die absurden, neoliberalen Heilslehren und hier vor allem der künstlich geschwächte Staat, der bewusst keinen Einfluss auf Geld- und Wirtschaftsströme nehmen soll.
Naomi Klein, eine anerkannte kanadische Journalistin, beschreibt in ihrem Buch "Die Schockstrategie" (naomiklein.org) sehr präzise und gut recherchiert die Zusammenhänge zwischen dem sozialen Kahlschlag, dem Abbau von Grundrechten, den Folterregimen dieser Welt, dem Liberalismus und der schändlichen Rolle des IWF.
Ich kann dieses Buch nur allen empfehlen, die verstehen wollen, warum und wie alle Bundesregierungen der letzten Jahrzehnte unsere Republik zurück ins 19. Jahrhundert führen wollten bzw. wollen. Danach weiß man, wen man nicht mehr wählen sollte.
# Verlag: Fischer (S.), Frankfurt; Auflage: 1 (10. September 2007)
# Sprache: Deutsch
# ISBN-10: 3100396111
# ISBN-13: 978-3100396112
Köhler wäre glaubhafter, wenn er zuvor gesagt hätte, dass er sich in früheren Jahren geirrt hat und dass die Politik des IWF eine Katastrophe für die meisten Völker war und ist.
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