19. Oktober 2012, 12:30 Uhr

Salafistischer Messerstecher muss sechs Jahre in Haft

Weil er seinen Propheten beleidigt sah, stach Murat K. im Mai dieses Jahres auf zwei Polizisten ein. Reue zeigte er nicht. Das Bonner Landgericht verurteilte den Salafisten zu einer Gefängnisstrafe.

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Murat K. hat sich vor Gericht zu den Messerattacken auf zwei Polizisten bekannt. Er handelte aus seinem Glauben heraus.©

Gut fünf Monate nach einer Messerattacke auf zwei Polizisten hat das Landgericht Bonn den Täter aus der radikalislamischen Salafisten-Szene am Freitag zu sechs Jahren Haft verurteilt. Nach Überzeugung des Gerichts machte sich Murat K. des besonders schweren Landfriedensbruchs, der gefährlichen Körperverletzung und des Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte schuldig. Die Staatsanwaltschaft hatte fünf Jahre und neun Monate Haft gefordert, die Verteidigung verzichtete auf einen Strafmaßantrag.

Der 26-Jährige hatte den Angriff auf die Polizisten in dem Prozess gestanden, aber keine Reue gezeigt. Die Tat beging er am 5. Mai bei einer Demonstration gegen eine Kundgebung, bei der ein Aktivist der rechten Gruppe Pro NRW eine Mohammed-Karikatur hoch hielt. "Man kann von einem Muslim nicht erwarten, dass er ruhigbleibt, wenn der Prophet beleidigt wird", sagte K. vor Gericht.

Murat K. hält Staat für schuldig

Laut Urteil stieß der Angeklagte bei den Ausschreitungen einem Beamten und einer Polizistin mit einem Küchenmesser in den Oberschenkelbereich. Die Polizisten einer Einsatzhundertschaft mussten mit schweren, aber nicht lebensgefährlichen Verletzungen in Kliniken gebracht werden.

In dem Prozess hatte K. wiederholt versucht, den Angriff mit dem Verweis auf islamische Glaubensvorschriften zu rechtfertigen. Hauptverantwortlicher für seine Tat sei der deutsche Staat, der das Zeigen der Mohammed-Karikaturen erlaubt habe, sagte der aus Hessen stammende Islamist.

Bei den Zusammenstößen zwischen Demonstranten aus dem salafistischen Umfeld und der Polizei vor der Bonner König-Fahd-Akademie waren insgesamt 29 Beamte verletzt worden, 109 Menschen wurden vorläufig festgenommen.

mlr/AFP/DPA
 
 
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