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19. Februar 2003, 20:08 Uhr

Terrorhelfer Motassadeq zu 15 Jahren Gefängnis verurteilt

Im weltweit ersten Prozess um die Terroranschläge vom 11. September 2001 verurteilte das Hanseatische Oberlandesgericht den angeklagten Marokkaner Mounir El Motassadeq zu 15 Jahren Gefängnis.

Der Angeklagte Mounir El Motassadeq vor der Urteilverkündung© dpa

Im Hamburger El-Kaida-Prozess ist der Angeklagte Mounir El Motassadeq am Mittwoch zu 15 Jahren Haft verurteilt worden. Der Vorsitzende Richter Albrecht Mentz sprach den 28 Jahre alten Marokkaner wegen Beihilfe zum Mord in mehr als 3.000 Fällen, des versuchten Mordes und der gefährlichen Körperverletzung in fünf Fällen sowie der Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung schuldig. Das Gericht verhängte damit die Höchststrafe. Im weltweit ersten Prozess um die Terroranschläge vom 11. September 2001 hatte die Anklage für den 28 Jahre alten Marokkaner 15 Jahre Haft gefordert. El Motasseqs Verteidiger hatten auf Freispruch plädiert. Der Angeklagte hatte bis zum Schluss seine Unschuld beteuert.

Prozessdauer seit Oktober

Motassadeq stand seit Oktober vergangenen Jahres vor Gericht. Die Bundesanwaltschaft hatte 15 Jahre Haft gefordert, die Verteidiger hatten Freispruch beantragt. Die Anklage warf Motassadeq vor, als Statthalter der Todespiloten um den Ägypter Mohammed Atta deren Abwesenheit in Hamburg verschleiert zu haben und beim Geldnachschub für sie mitgeholfen zu haben.

"Hass auf USA und Israel"

"Der Angeklagte gehörte der Gruppe um Atta seit Gründung an", sagte der Vorsitzende Richter Albrecht Mentz in seiner Urteilsbegründung. Diese Gruppierung arabischer, muslimischer Studenten habe "aus Hass auf die USA und Israel den Anschlag geplant". "Sie wollten mit dem in der Dimension bisher nicht gekannten Anschlag die USA in ihren Fundamenten treffen." Der Angeklagte habe die Aufgabe übernommen, anderen Mitglieder der Gruppe, die schon in die USA gereist waren, "den Rücken frei zu halten". "Diese Aufgabe hat er erfüllt, er wusste von den Vorbereitungen für den Anschlag und unterstützte die Planungen", sagte der Richter weiter. Kritik der Verteidiger an dem Prozessverlauf wies er zurück.

Kannte die Attentäter

Motassadeq hatte eine Kontovollmacht des späteren Todespiloten Marwan Al Shehhi und nahm damit Geldbewegungen vor. Der Angeklagte räumte in dem Prozess ein, die Attentäter gekannt zu haben, bestritt aber die Tatvorwürfe. Zu Beginn des Verfahrens hatte Motassadeq zugegeben, eine Waffen-Ausbildung in einem Lager der Terrororganisation El Kaida in Afghanistan absolviert zu haben.

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